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Das Schweizer Gitarren-Powertrio Guitar Shop ist die Kooperation von drei erfahrenen Musikern, die sich zusammengeschlossen haben, um kraftvollen, aber äusserst fein gespielten Blues zu spielen. Sie sind also in gewissem Sinn eine Schweizer «Supergroup», wenn der Begriff auch für Schweizer Verhältnisse unpassend erscheinen mag. Super auf jeden Fall ist die Musik des Powertrios. Die Myspace-Seite der Band  bietet schöne Hörbeispiele des modernen Instrumentalblues von Rolf «LL» Lüthi (g), Mani Zweili (b) und Charlie Weibel (dr).

Guitar Shop ist eine neue Kooperation des Gitarristen Rolf «LL» Lüthi mit guten Freunden. Lüthi hat als Studiomusiker und Arrangeur/Produzent bereits mehr bei als 60 Alben mitgewirkt, wirkt aber daneben auch als Gitarrenlehrer. Er kann eine illustre Liste von Kooperationen vorweisen, deren bekannteste Namen vielleicht Dinu Logoz (als Acoustic Blues Brothers) und Polo Hofer’s SchmetterDing sind. Er spielt Blues, Jazz, Rock, Country oder einfacher gesagt, Americana und spielte schon Sessions mit Bluesern wie Bugs Henderson, Junior Wells oder Philipp Fankhauser, aber auch mit Jeff Turner oder Peter Reber. Neben seiner Arbeit in diesem Trio spielt «LL» Lüthi momentan noch bei einer Reihe anderer Bands mit, u.a. bei N.Y.Cole.

 

Um seiner Liebe zum Blues Ausdruck zu verleihen, tat er sich nun zusammen mit Mani Zweili (b) und Charlie Weibel (dr). Zweili arbeitet ebenfalls in diversen Bands mit, u.a. Watten, Lennox, N.Y.Cole und der Valérie Joy Band. Er hat einen Studienaufenthalt am Musicians Intitute in Los Angeles absolviert und ist nun offensichtlich bei Guitar Shop, weil ihm diese Musik sehr zusagt. Seine Spielfreude ist ebenso greifbar wie bei Drummer Charlie Weibel, der jüngst am Basler Blues Festival Vanessa G begleitete, der aber auch als Instrumentenlehrer, Buchautor und Musiker ein eindrückliches Resümee vorweisen kann. Er arbeitete als Schauspielmusiker am Musical Theater Zürich, u.a. bei Cats. Daneben besetzte oder besetzt er die Drums bei Jeff Turner, Valérie Joy, und erneut N.Y.Cole. Lüthi, Zweili und Weibel kennen sich also schon aus mehreren Kooperationen.

Jetzt haben sich die drei Musiker also zu einem neuen Projekt gefunden, in das sie ihre kombinierte reiche Erfahrung einbringen: Das Powertrio hat starke Wurzeln im Blues, und sie haben sich nach Jeff Becks Album den Namen Guitar Shop gegeben haben. Der Anspruch, mit Jeff Beck verglichen zu werden ist, wie sich überzeugen kann, keine hohle Übertreibung Die fünf Hörbeispiele von Guitar Shop auf der Myspace-Seite der Band bieten ganze Stücke und man hört die Qualität der Band: Instrumentaler Blues bester Güte, die Songs sind überwiegend Eigenkompositionen. 

Die Band spielt eine Kombination aus Shuffles, der Chicago-Blues High Moon Boogie bietet etwa ein Gitarrensolo, ein Harmonika-Solo und ein weiteres Gitarrensolo mit Wah-wah. Big D Shuffle ist ein brachialer Texas-Blues von Bugs Henderson, bei dem die Rhythmsection ein straffes Regime führt. Hier kam hörbar Spielfreude auf, die sich auf den Hörer oder die Hörerin übeträgt. Brush with the Blues ist ein wunderbarer Slow Blues, bei dem «LL» seine ganze Erfahrung und sein Herz einbringt. Eines seiner Soli erinnert in Virtuosität und Feeling höchstens noch an Roy Buchanan. Allererste Sahne, wenn die Tonqualität des MP3-Streams gegen Ende des Songs doch hörbar an die Grenzen kommt. Es ist zu hoffen, dass es bald eine CD-Veröffentlichung geben wird. Sunny Side Up ist ein jazziges Stück, das an Larry Carlton erinnert und ein sonniges California-Gefühl vermittelt. Texan Playground ist schliesslich genau das: ein Texas-Shuffle mit tollem Twang-Sound und einer Fröhlichkeit. Erneut kommt hier sehr schön die Harmonika zum Einsatz und eine Orgel ist ebenfalls zu hören. 

Trotz der Soli und trotz des rein instrumentalen Sounds der Band ist die nicht einfach Musician’s music, denn die Musik ist fetzig und geht in die Beine. Hier geht es nicht um technische Fähigkeiten, nur um tolle Musik, und dieses Gefühl bringt die Band rüber. Bleibt zu hoffen, dass Guitar Shop ein freundlich gesinntes Publikum findet. Alles, was es dafür braucht, sind eigentlich zwei Ohren, um sich diese Musik für hohe Ansprüche anzuhören. 

Wer seinen Ohren mehr bieten will als nur die Mp3-Streams auf der Band-Website: am 21. Mai 2010 gibt es einen Auftritt in der Wonder-Bar in Luzern, am 10. September 2010 tritt das Trio in der Alte Mühle in Langenthal, und am 14. Oktober 2010 gibt es dann erneut einen Auftritt in Luzern, dann in der Blues Bar.

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