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Freunde unter sich

Schon 1992, noch in den Anfängen seiner musikalischen Karriere trat er in Montreux auf und war zeitweise mit Philipp Fankhauser unterwegs. Trotzdem gilt er nach wie vor als Geheimtipp. Dabei war er keineswegs untätig, im Gegenteil. In den USA schrieb er mit grossem Erfolg Songs, unter anderem für Etta James, hierzulande zeigte er sich mit dem schottischen Pianisten Paddy Milner & The Big Sounds. Dieses Mal war er mit seiner Band Blues Ambassadors im Volkshaus in Basel im Vorprogramm bei Philipp Fankhauser, der ihn - seinen Freund - unbedingt als Support auf der Bühne sehen wollte, wie er im Verlauf seines Sets erklärte. Der Sänger und Songwriter Earl Thomas ist in erster Linie ein Performer. Er trat elegant gekleidet auf, tanzte auf der Bühne wie ein Derwisch, spielte Luftgittare, trug seine Songs mit vollem Körpereinsatz vor, sprach mit dem Publikum, scherzte eloquent über das älteste Problem der Welt, die Beziehungen aber auch über die Untiefen der Emanzipation. Sogar die Aufforderung zum Kauf seiner CDs verpackte er amüsant und locker auf diese Weise.  Da stimmte alles, jede Bewegung sass. Das Repertoire bewegte sich hauptsächlich zwischen Soul und R & B.

Die Blues Ambassadors bestehend aus Robert Sidwell (g), Jed Beyer (g), Kedar Roy (b), Steve Nixon (kb) und June Core (dr) begleitete ihn dabei  mit präzisen Arrangements.  Thomas macht den Eindruck eines Perfektionisten, der seine Shows perfekt plant und lange an den Arrangements feilt. Das kann auch ein Tick zu viel sein und geht auf Kosten von Spannung und Abwechslung. Die ersten paar Songs wirkten daher etwas eintönig, der Applaus war denn zunächst auch eher höflich als begeistert, später kam das Ganze dann mehr in Fahrt. Zum Schluss gipfelte es in «Take It To The Limit», das er für seinen Freund Philipp Fankhauser  nur vom Piano begleitet vortrug. Wunderbarer und gefühlvoller Abschluss!

Dieser trat im zweiten Teil des Abends auf und legte gleich kraftvoll mit Johnny Copelands «Life's Rainbow»  und danach «Jealous Kinda Fellow» mit einer entfesselten Hammond los.  Er spielte in der Besetzung ohne Bläser mit Marco Jencarelli (g); Hendrix Ackle (org); Angus Thomas (b); Tosho Yakkatokuo (dr). Diese Formation ist beileibe keine Sparversion, sondern wirkte für mich eher bluesiger als die «Full Size Band».  Im Weiteren spielten sich Fankhauser und seine Mannen quer durch das mittlerweile üppige Repertoire eigener Songs. Coverversionen drückte Fankhauser seinen eigenen unverwechselbaren Stempel auf. Was soll man sonst sagen? Ach ja, jedes Mal wenn ich die Fankhauser Maschine erlebe, scheint sie noch ein Quentchen besser, professioneller - ohne an Spiellust zu verlieren. Entspannt plauderte er zwischen den Songs, auch über seine Erfahrungen als Coach von Voice Of Switzerland, mit welcher er seine Popularität auch ausserhalb der Bluesszene festigen konnte. Hartnäckig versuchte er immer wieder, das Publikum zum Mitmachen zu gewinnen, was bekanntlich in der Schweiz keine einfache Aufgabe ist und durch die Bestuhlung des Volkshauses auch nicht gerade erleichtert wird. Erst ein leidenschaftliches Duett mit Earl Thomas und später ein Auftritt des Saxophonisten Sam Burckhardt, Dauergast und Inspiration des Basler Festivals, hob den Saal von den Stühlen.

 

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