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Jazz 'n' More
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Schlusspunkt

Zwei fulminante Auftritte von Bluecerne and Friends und Lurrie Bell & Sam Burckhardt with The Living History Band und dazwischen die Verleihung des Swiss Blues Award an Richard Koechli. Das war der krönende Abschluss des 14. Blues Festivals Basel im Volkshaus am 13. April Samstagabend. Die Stimmung war gut und die beiden Formationen zeigten unterschiedliche Aspekte der Musik, wobei das zweite Set mehr nach dem Geschmack von Blues-Puristen war. Bluecerne feuerten das Publikum an mit einem Mix aus Soul- und Funk-Titeln und gelegentlichen Blues dazwischen. Beeindruckend war, wie in der zweiten Hälfte des Sets der Luzerner die Horn-Section auf fünf Mann verstärkt wurde und Backgroundsängerinnen den Sound zusätzlich anreicherten.

Der Samstag am Blues Festival Basel begann mit einem Set der Schweizer Formation Bluecerne, die eine druckvolle und mitreissende Musik bieten, tanzbar, klatschbar, ein Stimmungsmacher. Die eigentlichen Mitglieder des Septetts Renato Cazzaniga (Gesang), Heinz «Moby» Arnold (Keyboards, Hammond), Roli Mosimann (Gitarre), Michi Bütikofer (Bass) und Pit Furrer (Schlagzeug),  Patrick Röösli (Tenorsaxophon) und Beda Wenk (Trompete) sind ausgezeichnet aufeinander eingespielt. Sie brachten ein schönes Set, bei dem insbesondere der Otis Rush-Titel So Many Road, So Many Trains toll ankam. Die Band zeigte eine stilistische Vielfalt mit Titeln wie Pretty Baby, die einem Cabaret-Arrangement entstiegen schienen oder Funk-Titeln wie She’s Dynamite und schliesslich Soul-Krachern wie That’s The Way Love Turned Out For Me oder I Was Just a Poor Boy, die am Samstag zu ausgiebigen Showpieces ausgedehnt wurden. Bei diesen Nummern gibt es einen gewissen «Schubiduh»-Faktor, an dem sich Blues-Puristen stören mögen, aber das Publikum sprach toll drauf an und ging mit. Die Soli wurden weitgehend von Roli Mosimanns Gitarre und Heinz «Moby» Arnolds Tastenarbeit bestritten.

Nach einem Unterbruch wegen der Verleihung des Awards folgte die zweite Hälfte des Sets, bei dem die Horn-Section noch durch ein Flügelhorn, ein Alt- und ein Bariton-Saxophon verstärkt wurden und zusätzlich zwei Background-Sängerinnen mit dem Gesang harmonisierten. Die zwölfköpfige Band brachte ein erfreulich transparentes Arrangement über die Rampe mit tollen Soli der Bläser. Nach der letzten Zugabe Walk A Mile in My Shoes, hier in der Extrafetten-Las-Vegas-Version war das Publikum gut vorbereitet für den zweiten Akt.

Dieser wurde von Basels Blues- und Jazz-Export, dem in Chicago ansässigen Saxophonisten Sam Burckhardt und einer von ihm zusammengestellten Band bestritten. Es waren dies neben Gitarrist Lurrie Bell Bassist Felton Crews, Drummer Kenny Smith, der auch den Gesangspart übernahm, Keyboarder Johnny Iguana noch Sänger und Mundharmonikaspieler Matthew Skoller. Die von Burckhardt ausgesuchten Musiker spielen in der Formation The Living History Band, die in der Schweiz schon 2009 und 2012 aufgetreten war. Sie bilden ein Quintett, das Chicago Blues spielt mit einem modernen Flair, mitreissend und vor allem sehr «tight» gespielt, also mit der nötigen Spannung.

Diese aufrecht zu erhalten fällt den US-Profis nicht schwer, und es war beeindruckend zu sehen, wie gut geölt diese Maschinerie auf der Bühne agierten, wie nahtlos Soli ineinander übergingen und wie das Ganze aber immer lebendig blieb und auf jede Situation reagierte. Das waren keine Musiker, die einfach einen weiteren Auftritt absolvierten, sondern Spielfreude und der Stolz, die Bluestradition von Chicago zu vertreten waren in jedem Song hörbar.

Höhepunkt des Abends – wenn natürlich auch nicht musikalisch – war die Verleihung des Blues Awards an Richard Koechli. Nachdem dieser gemeinsam mit den beiden Mitnominierten Fabian Anderhub und Rolf Winter vorgestellt wurde, wurde er auf die Bühne gerufen und erhielt aus den Händen des Basler Regierungsrates Baschi Dürr seinen Preis. Auf die Verleihung und die Person Richard Koechlis wird in einem eigenen Artikel hingewiesen, aber aus Sicht des Abends sei gesagt, dass dem Sieger die Sympathie und Unterstützung des Publikums und damit die Anerkennung als Musiker zuteil wurde, die Richard Koechli wohl verdient hat.
Fotos: Boris Gass

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