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Halbfinal für Justina Lee Brown

JustinaLeeBrownPortraitAusgerechnet im kältesten Monat des Jahres pilgern Bluesfreunde und Vertreter der Musikindustrie aus der ganzen Welt nach Memphis, Tennessee, denn Ende Januar beginnt jeweils die Saison mit der International Blues Challenge. 115 Bluesgesellschaften haben ihre Kandidaten dieses Jahr an den Wettbewerb geschickt, die meisten davon je eine Band und einen Solo/Duo Act, manche noch einen Youth-Act, insgesamt rund 250 Acts. Zusammen mit deren Entourage und all den Fans, Unterstützern und Offiziellen kommen locker genügend Leute zusammen, um die Stadt zu beleben, in der sonst nicht so viel los ist. Für die Schweiz war die Gewinnerin der Swiss Blues Challenge 2019, Justina Lee Brown am Start.

In Zentrum steht dabei die «Beale Street», die Amüsierstrasse der Stadt mit ihrer bunten Mischung aus Klubs, Trinklokalen und Touristenläden. Insgesamt sind weit über zweihundert Formationen am Start. Um diese Menge an Auftritten zu bewältigen, spielen im Viertelfinal jeweils sechs bis acht Gruppen in fast jedem dieser Klubs vom späten Nachmittag bis um elf Uhr Abends. Alle spielen an zwei Abenden und werden von zwei verschiedenen Jurys beurteilt. Damit verspricht man sich ein gerechteres Urteil, was wohl auch stimmt, denn die Auftrittsbedingungen sind nicht gerade optimal. Meist herrscht Kneipenstimmung mit lauten Gästen und bescheidener Akustik. Passt ja auch zur bacchantischen Seite des Blues. Aus den Viertelfinalen gehen dann rund 60 Gruppen und Solo/Duo Künstler, sowie Youth Acts hervor, die um den Einzug ins Finale spielen, diesmal nur einmal. Das Finale findet dann im ehrwürdigen Orpheum Theatre statt. Da stehen dann noch je acht Bands und Solo/Duos auf der Bühne. Während des Finales ist ein stetes Kommen und Gehen, denn niemand kann natürlich während sechs, sieben Stunden auf einem Fleck sitzen.

Die Tatsache, dass man von den allerwenigsten Bands je etwas gehört hat, ist ungemein befreiend. Man kann von Klub zu Klub wandern, sich dort jeweils solange aufhalten, wie man mag und ist kaum versucht, von einem Namen beeinflusst zu werden. Der Standard ist durchwegs hoch, sind doch alle Bands bereits durch die Filter nationaler oder lokaler Wettbewerbe gegangen.

Justina Lee Brown und ihre Band um Nic Niedermann gelang es, nicht nur das Publikum bei all ihren Auftritten zu begeistern und üppigem Applaus zu ernten. Unter den Autoritäten der Blueswelt kursierte nach dem ersten Abend die Empfehlung, ihren Auftritt nicht zu verpassen, worauf man einige am zweiten Abend und im Halbfinale im Publikum fand, darunter Bruce Iglauer (Alligator Records) und Jesse Finkelstein (Blues Radio International). Auch die Presse interessierte sich für die Sängerin. Man sah Justina im Finale. Daraus wurde leider nichts, denn trotz eines musikalisch überzeugenden, leidenschaftlichen Auftritts entschied sich die Jury gegen eine Teilnahme am Finale. Entscheidend dürfte der so genannte «Bluesgehalt» gewesen sein, dessen Punktzahl in der Auswertung vierfach gezählt wird. Traditionalisten dürfte ihre Performance einerseits zu sehr «Roots» gewesen sein, mit ihrem betont afrikanischen ersten Song. Andrerseits zu wenig klassischer Blues, was immer man darunter versteht. Im Allgemeinen sind Europäer progressiver, wenn es darum geht, die Grenzen des Blues zu definieren und Entwicklungen zu akzeptieren. Amerikaner neigen eher zur Tradition. Das wird den Ausschlag gegeben haben. Für die Band und ihre Entwicklung, so fasste es Nic Niedermann zusammen, war die Teilnahme an dieser Challenge trotzdem sehr wertvoll, ausserdem habe man das Netzwerk vegrössert.

Gewonnen haben den Wettbewerb schliesslich:

Bands

  1. Horojo Trio, Ottawa Blues Society
  2. The Jose Ramirez Band, DC Blues Society
  3. The Pitbull Of Blues Band, Southwest Florida Blues Society

Solo/Duo

  1. Hector Anchondo, Blues Society Of Ohama
  2. Felix Slim, Long Island Blues Society

Ausserdem wurde JW Jones mit dem Gibson Guitarist Award ausgezeichnet und die Moonshine Society gewann den Preis für die beste selbstproduzierte CD für ihr Album «Sweet Thing».

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