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Jimmy Dawkins 1936-2013 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
Die Rohe Kraft des Jimmy Dawkins

Der grosse Jimmy Dawkins ist gestorben. Er war einer der Chicago-Bluesgitarristen, denen die Anerkennung und der grosse Erfolg verweigert blieben. So blieb er leider ein Geheimtipp, doch er war ein wichtiger Wegbereiter und Protagonist des West Side Blues, des jungen und aufrührerischen Bluessounds, der Ende der 1960er Jahre aus den Klubs der West Side Chicagos kam. Einzigartig an Jimmy Dawkins war sein einzigartiges Gitarrenspiel ebenso gepaart mit seinem wie sein lakonischer Gesang, mit dem er zum Ausdruck zu bringen schien, dass der Blues Ausdrucksweise einer Klage über die harte und oftmals ungerechte Wirklichkeit der menschlichen Existenz war. Aber auch des Trostes, der in wahrer Freundschaft und Liebe verborgen ist.

Jimmy Dawkins ist Anfang April verstorben, manche Quellen geben den 10. April an, andere den 12. April 2013. «Delmark Records», das Label, für das Dawkins zu Beginn seiner Karriere Aufnahmen gemacht hatte, bestätigte seinen Tod. Die Todesursache wurde noch nicht bekannt gegeben, aber die spielt für eine musikalische Würdigung auch keine Rolle.

mehr zum Thema: Jimmy Dawkins 1936-2013

 
Buddy Guy When I Left Home PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   

Buddy Guy ist der Grandseigneur des Chicago Blues. Diese Stellung hat er schlicht weil er der letzte Überlebende der Gründergeneration ist. Und als Augenzeuge der Entwicklung einer Musik, die sich für die Kultur des 20. Jahrhunderts als grundlegend erwies, weiss Buddy Guy viel zu erzählen. Dies tut er in seiner zweiten Autobiographie When I Left Home (2012), der gut erzählten Geschichte eines scheuen Jungen aus Louisiana, der sein Glück gemacht hat in der grossen «Windy City». Guy erzählt mit grosser Lebensfreude und als der stolze alte Mann, der er mittlerweile geworden ist, dabei gibt es vieles preis über die Musikerszene und er erwähnt viele andere Musiker. David Ritz als Co-Author und Editor der Aufzeichnungen vervollständigt mit diesem Werk seine eindrückliche Sammlung an Musiker-Biographien, zu der zuvor bereits B.B. King, Ray Charles, Aretha Franklin oder Marvin Gaye zählen.

mehr zum Thema: Buddy Guy When I Left Home

 
Alvin Lee ist gestorben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Carsten Nilles   
Nachruf auf  den Ten Years After Mitbegründer

Der «Musikexpress» berichtete gestern «Alvin Lee ist tot».  Seine «Rote» mit dem Peace-Zeichen wird nie wieder vom ehemaligen «Ten Years After»-Gitarristen und Sänger gespielt werden…

Wie berichtet wird, starb der britische Gitarrist und Sänger am 6. März 2013 im Alter von 68 Jahren infolge einer Operation. Mit seiner Bluesrock-Band Ten Years After hatte Lee in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern acht Alben in den britischen Top 40. 2003 stieg Lee aus, das letzte Album von Ten Years After erschien 2008.  Das letzte von Album von «Graham Alvin Barnes», wie Lee mit bürgerlichem Namen hieß,  war «Still On The Road To Freedom» (2012). Meine Lieblingsscheiben von ihm sind «Saguitar» (2007) und «Pure Blues» mit dem Top Song «Real Life Blues» sowie «Nineteen Ninety Four» mit dem Gänsehaut-Slowblues «The Bluest Blues».

R. I. P. Alvin!

Der Originalbeitrag erschien auf
bluesfeeling.com

mehr zum Thema: Alvin Lee ist gestorben

 
Leopold von Knobelsdorff gestorben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
Nachruf auf eine Boogie Woogie Legende

Er war der Stammvater aller Boogie Woogie Interpreten in Deutschland. Seit den frühen sechziger Jahren setzte er sich für diesen einzigartigen Pianostil ein und entwickelte ihn weiter. Damals war der Boogie Woogie selbst in den USA so gut wie ausgestorben. In Kontakt mit dieser Musik kam der 1932 geborene Tontechniker des WDR Ende der vierziger Jahre über den amerikanischen Soldatensender AFN. Zusammen mit Manfred Roth spielte er nach Kriegsende zusammen, beide waren sie damals Amateure. 1964 gründete er zusammen mit dem Gitarristen Ali Claudi und dem Schlagzeuger Kalle Hoffmeister die Boogie Woogie Company Cologne, die bis heute erfolgreich tourt und begeistert. Leo von Knobelsdorff verliess die Band 1989 aus Altersgründen, inzwischen spielen ausser den beiden anderen Gründungsmitgliedern der Pianist Christoph Oeser und der Bassist Paul G. Ulrich. Bis heute hat die Gruppe weit über 2'500 Konzerte gegeben. 2011 wurde er in die Hall of Fame des German Boogie Award Pinetop aufgenommen. Der 2009 ins Leben gerufene Preis wird jährlich verliehen und ist nach dem Pianisten und Sänger Clarence «Pinetop» Smith benannt. Leopold von Knobelsdorff  war ohne Zweifel einer der Pioniere der schwarzen Musik nicht nur in Deutschland. Alle deutschen Boogie Woogie Pianisten wurden von ihm inspiriert und schätzten ihn. Er stammte aus einem Adelsgeschlecht im heutigen Sachsen, das bereits im dreizehnten Jahrhundert erwähnt wird und in erster Linie Offiziere hervor gebracht hat. Er starb am 9. Februar 2013 nach einer Krankheit.

 
Nachruf auf Magic Slim PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
Ein ganz Grosser ist gegangen

Mit Magic Slim hat der Blues einen weiteren Vertreter der alten Schule verloren. Er war einer der bedeutesten Interpreten des West Side Chicago Blues. Als Morris Holt kam er am 7. August 1937 in Torrence, Mississippi zur Welt. Er verkörperte den klassischen Bluesman: Seine Eltern waren Sharecropper und er musste schon als Kind mitarbeiten. Früh erlernte er das Pianospiel und sang im Kirchenchor. Im Alter von dreizehn Jahren verlor er beim Arbeiten an einer Cotton Gin einen kleinen Finger und wechselte deswegen zur Gitarre. Sein erstes Instrument bestand aus Draht an einem Besenstiel. Die Familie siedelte 1948 nach Grenada. Mit achtzehn kam er nach Chicago, wo ihn ein Freund aus Grenada, Magic Sam (Samuel Gene Maghett) unter seine Fittiche nahm. Magic Sam liess Ihn Bass in seiner Band spielen und gab ihm auch seinen Übernahmen Magic Slim. Sein Erfolg war mässig und so kehrte ins Delta zurück, und spielte einige Jahre mit seinen jüngeren Brüdern Nick (1940 - 2009) und Douglas «Lee Baby» (1944 - 2006) in Grenada, Charleston und anderen Städten im Delta. Daneben half er seinem Stiefvater in dessen Transportgeschäft und verkaufte Holz und selbstgebrauten Whisky.

mehr zum Thema: Nachruf auf Magic Slim

 
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