Da mag man sich denken: Schon wieder eine Blues-Autobiograpie? Ja, aber diese ist anders. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass die Generation der Nachkriegs-Musiker beginnt, ihre Memoiren aufzuschreiben. Nach Keith Richards und Klaus Voormann legt Hans Theessink mit Big Bill’s Guitar als ein weiterer Europäer seine Memoiren vor, in denen er eine Reihe von Informationsperlen mit einer sympathischen Nonchallance präsentiert. In Form eines langen Interviews spricht der Niederländer über seinen Werdegang, aber auch sein Verständnis der Musik. Dabei lässt er die Leser ganz nahe an sich heran und es ist deshalb ein intimes und berührendes Buch geworden. Der Zugang wurde nicht leicht gemacht, aber im Gespräch bestätigt Theessink, was auf den Alben zu hören ist: Gradlinigkeit, Authentizität und Bescheidenheit zeichnen diesen grossartigen Musiker aus.
Deutscher Musikeditionspreis 2011 geht in die Schweiz
DerDeutsche Musikverleger Verband e.V (DMV) . ist der Berufsverband der deutschen Musikverleger. In Deutschland sind rund 90% der Musikkverleger darin zusammen geschlossen. Er verleit seit zwanzig Jahren den «Best Edition» Preis in neun Kategorien. In der Kategorie Schul- und Unterrichtsliteratur für Erwachsene wurde der Preis dieses Jahr anlässlich der Musikmesse in Frankfurt an Richard Koechli sein neustes Werk: für Masters Of The Blues Guitar verliehen.
Der Autor habe eine «Würdigung stilprägender Musiker der Blues-Geschichte und vermittelt grundlegende Information über einen wichtigen Musikstil, der als einer der Grundsteine für die heutige Pop- und Rockmusik gilt» geschaffen, begründete die Jury ihren Entscheid.
Das neueste Lehrbuch des Schweizer Ausnahmegitarristen Richard Köchli führt Lernwillige ein in die Welt der klassischen Bluesgitarristen der Zwischenkriegsjahre, aber auch deren Nachfolger jüngerer Generationen. Es steckt viel Arbeit in diesem Buch, aber der Aufwand lohnt sich. Nichts weniger als den gesamten Umfang der klassischen Bluesgitarre bietet Koechli hier in gewohnt kompetenter und ansprechender Form an. Dies ist ein wirklich guter Lehrgang für Blues-Gitarristen – und das Buch macht richtig Spass. Hier gibt es eine Besprechung des Werks und einen Praxistext.
Der Fotoband Blues Booze and BBQ von Michael Loyd Young ist brandneu. Aber das spielt eigentlich keine grosse Rolle, denn der junge Fotograf aus Houston, Texas zeigt Dinge so, wie sie seit mindestens fünfzig Jahre waren: die Schönheit der Menschen und Landschaften im Mississippi Delta. Dabei dokumentiert er die Dinge wahrheitsgetreu mit seiner Kamera, bedient damit aber auch gleichzeitig jedes Klischee über das Delta, das man jemals gehört hat. Es gibt die Bilder als Photoband oder auch übers WWW. Und wer immer schon mal gerne ins Delta wollte, für den ist dies ein schöner Türöffner. Von Memphis nach Greenville: 150 Meilen in der mythologischen Geburtsstätte des Blues.
So in etwa wissen wir alle, dass der Blues irgendwo im Süden in den Baumwollfeldern entstanden ist, von den Sklaven, später Landarbeitern während der Arbeit gesungen worden ist, die damit ihr schweres Los besser ertragen konnten.
Aber wie muss man sich das vorstellen? Sind die in Afrika gefangen genommenen oder gekauften Menschen vom Schiff gegangen sind und haben angefangen Blues zu spielen? Schliesslich kamen die ersten Sklaven Anfangs 17. Jahrhundert nach Amerika, der Blues taucht jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts auf.
Robert Palmer, der amerikanische Musikwissenschaftler, Produzent und Journalist, der unter anderem Redakteur beim Rolling Stone Magazin und als Kritiker bei der New York Times arbeitete, verfolgt den Weg des Blues von seinen ländlichen Ursprüngen über die Blueskneipen in Chicago South Side bis zu seiner internationalen Anerkennung und Verbreitung in seinem ausgezeichneten Buch Deep Blues. Das Buch ist in Englisch geschrieben.
Robert Palmer - Deep Blues: A Musical and Cultural History of the Mississippi Delta to Chicago'sSouth Side To The World, 1995, Penguin Books, ISBN-0 14 00.6223 8 (Erstauflage 1981), 310 Seiten, Paperback