So in etwa wissen wir alle, dass der Blues irgendwo im Süden in den Baumwollfeldern entstanden ist, von den Sklaven, später Landarbeitern während der Arbeit gesungen worden ist, die damit ihr schweres Los besser ertragen konnten.
Aber wie muss man sich das vorstellen? Sind die in Afrika gefangen genommenen oder gekauften Menschen vom Schiff gegangen sind und haben angefangen Blues zu spielen? Schliesslich kamen die ersten Sklaven Anfangs 17. Jahrhundert nach Amerika, der Blues taucht jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts auf.
Robert Palmer, der amerikanische Musikwissenschaftler, Produzent und Journalist, der unter anderem Redakteur beim Rolling Stone Magazin und als Kritiker bei der New York Times arbeitete, verfolgt den Weg des Blues von seinen ländlichen Ursprüngen über die Blueskneipen in Chicago South Side bis zu seiner internationalen Anerkennung und Verbreitung in seinem ausgezeichneten Buch Deep Blues. Das Buch ist in Englisch geschrieben.
Robert Palmer - Deep Blues: A Musical and Cultural History of the Mississippi Delta to Chicago'sSouth Side To The World, 1995, Penguin Books, ISBN-0 14 00.6223 8 (Erstauflage 1981), 310 Seiten, Paperback
Die reiche und breit gefächerte Aktivität namens Musik war
die Welt des Journalisten und Autors Robert
Palmers (*19. 6. 1945; † 20. November 1997). Die Freude an der menschlichen
Beschäftigung damit, Töne zu erzeugen und damit Musik zu spielen, trieb ihn an,
und er wollte verstehen, was gute Musik so wunderbar macht. Robert Palmer erforschte die
Dimensionen der Musik lange und gründlich, und er war ein einflussreicher Mann,
der Karrieren befördern konnte, indem er seine brillanten Artikel geschrieben
hat.
Mit dem vorliegenden Buch Blues & Chaos : The Music
Writing of Robert Palmer wird erstmals eine Einschätzung der breit
abgestützten Interessen dieses Autors möglich, denn sein Schaffen in Form von
Zeitschriftenartikel wird hier als Ganzes präsentiert. Palmer schreibt über alle Formen der Musik, von der modernen
Klassik amerikanischer Komponisten bis zu Punk und Weltmusik. Seine Grundlage
aber bleibt dabei stets der Blues, weshalb der Titel nicht bloss Marketing,
sondern dem Inhalt des Werkes angemessen ist.
Es brauchte einen Thurgauer und einen
Solothurner, um die Geschichte der Basler Pop Kultur zu erzählen. Marc Krebs und der Coautor Andreas Schneitter haben sich des
Themas angenommen und ein Buch veröffentlicht, das von Andreas Hidbe gestaltet und mit Fotos von Matthias Willi illustriert worden ist. Das Buch wird vom Rockförderverein
der Region Basel herausgegeben und ist im Christoph Merian Verlag, Basel erschienen.
Die Erstausgabe gelangte Ende November 2009 in den Verkauf, gerade richtig zur
Weihnachtszeit.
Auf nicht ganz 300 Seiten werden jeweils
zwei Vertreter der verschiedenen Musikstile portraitiert. Das schliesst Rock,
Blues, Country, Punk, Rap, Reggae Hip-Hop und Techno ein. Dabei werden nicht
nur die musikalischen Aspekte berücksichtigt. Das gesellschaftliche Umfeld wird
ebenso beleuchtet, wie die kommerziellen Aspekte, die Reaktionen der
Öffentichkeit und die Auswirkungen auf die aktuelle Musikszene. Eine CD mit
typischen Beispielen rundet das Buch ab. Ein Stück weit ist es auch ein Who is
Who der (Nordwest)Schweizer Popszene.
Der
Buchmarkt bietet zwei Sammlungen von Porträtfotografien von Bluesmusikern an,
beide Ende der 1990er Jahre unter dem Titel Legenden
des Blues veröffentlicht. Zudem passt auf beide Werke dieselbe Beschreibung
des Inhalts: Monochrome Fotografien von Bluesmusikern. Aber: beide
Bildersammlungen enthalten vollkommen andere Bilder, und es werden andere
Personen darin dargestellt. Das wirft die Frage auf, wer denn eigentlich den
Aufstieg zu Status der Legende schafft. Hier also eine Besprechung der beiden
Werke, die auch in der näher rückenden Weihnachtssaison ihren Weg unter den
einen oder anderen Baum finden könnten. Eine Diashow zeigt einige der ausdrucksvollen Aufnahmen.
Steve Cheseborough, Blues Traveling – The Holy Sites of Delta Blues
Der Reiseführer von Steve Cheseborough ist kürzlich in seiner dritten, erweiterten Auflage erschienen. An seinem bewährten Layout hat sich nichts geändert. Für jeden, der eine Reise ins Delta plant, ist er unverzichtbar. Die bluesnews Redaktion konnte sich vor ein paar Jahren davon persönlich überzeugen. Wer ihn noch nicht kennt, soll ihn sich unbedingt ansehen, für alle, die schon damit gereist sind: Das Buch ist überarbeitet worden, Adressen et cetera sind aktualisiert worden, was ja gerade bei einem Reisführer äusserst wichtig ist.
Als Delta im Sinne des Blues ist nicht etwa das eigentliche Flussdelta des Mississippi gemeint. Es bezeichnet in etwa die Gegend zwischen Memphis im Norden und Vicksburg im Süden, im Westen entlang dem Mississippi. Die wichtigsten Orte im Delta sind Bentonia, Clarksdale, Cleveland, Greenville, Greenwood, Helena, Itta Bena, Jackson, Memphis, Rosedale, Tupelo und Vicksburg.