Joe Bonamassa hat mit Black Rock eine neue CD (bereits die zehnte!) herausgebracht, auf der er mit einem Trio (keyb, b, dr) als Begleitung nicht nur zeigt, dass er das Blues-Fach beherrscht, sondern sich als vielseitiger Musiker präsentiert, der die Grenzen des Genres auslotet und mitunter sprengt. Das Ziel ist gute Musik, nicht die einfache Zuordnung zu einem Genre, und so strahlt die neue Scheibe Lebensfreude ohne Ende aus, und mit einer erstaunlichen Bandbreite an Stilrichtungen sie ist vielleicht die beste, die er je gemacht hat. Die Wurzeln der Covers und der eigenen Songs bleiben bei Bonamassa klar im Blues, und diese sind fest und verleihen ihm Halt. Auf der CD sieht ein guter Freund als Special Guest vorbei: B.B. King singt auf einer Duett-Version von Willie Nelsons Evergreen Night Life.
Bei der Beschäftigung mit diesem Tessiner Blues-Trio entsteht bald eine Vermutung: Marco Marchi hat keine Zeit. Die Bandwebsite ist «under construction» und die Myspace-Seite des Tessiner Roots-Blues-Trios Marco Marchi & the Mojo Workers ist auf die Schnelle zusammengenagelt worden, und müsste eigentlich mal überarbeitet werden: Die englischsprachige Selbstvorstellung ist ziemlich holprig formuliert. Aber Marco Marchi hat keine Zeit für Dinge wie Websites oder Texte. Denn Marco Marchi beschäftigt sich anscheinend vor allem mit seinem Kerngeschäft: Playing the Blues. Er ist mit jeder Faser seines Körpers Blues-Gitarrist und studiert eben liebe neue Arrangements als dass er den MySpace-Text überarbeitet, und das ist gut so.
Fetziger und kräftiger Bluesrock, selbst geschriebene Songs, tolle Singstimme — das sind die Merkmale der irisch-deutschen Band The Nightcrawlers auf ihrem Erstlingswerk It’s The Devil in Me. Die CD enthält 10 Songs, die Blues und Rock in unterschiedlichem Mass wiedergeben. Die Band sucht ihre Form noch, die CD ist ein Potpourri von Stilrichtungen, als Konstanten sind der aussergewöhnlich gut Gesang und die Gitarre zu nennen. The Nightcrawlers werden wohl bald auf Festivals anzutreffen sein, denn sie spielen äusserst mehrheitsfähige Musik, mehr oder weniger auf der Basis des Blues.
«Crazy» Chris Kramer hatte beim Deutschen Rock und Pop Preis 2009 gleich fünf Preise abgeräumt: Gold in der Kategorie: Bester Instrumentalsolist, sowie Silber in den Kategorien: Bestes Arrangement, Bester Rhythm & Blues-Sänger, Bestes Rhythm & Blues-Album und Bestes Blasinstrument. Höchste Zeit also, diesen interessanten Gitarristen, Harpspieler, Sänger und Komponisten auf Bluesnews.ch vorzustellen.
Chris Kramer ist sowohl solo unterwegs, spielt daneben mit Dirk Edelhoff als Duo und tritt zusammen mit Martin Engelien (Bass), Dirk Edelhoff (Gitarre) und Josef Kirschgen (Schlagzeug) in seiner Band „Crazy“ Chris Kramer und Band auf. Ein weiteres Projekt ist Groovehands mit Bernd Kullack (Geige), Wolfgang Engelbertz (Bass) und Mirko van Stiphaut (Gitarre). Hier ist das Experimentierfeld, welches Blues, Funk, Bossa Nova, Klezmer, Jazz, Zigeunerswing, Country, Bluegrass sowie originelle Coverversionen von Pop- und Rockklassikern miteinander verbindet. 17 Jahre lang hat Chris ausserdem in Workshops zukünftigen Harpspielern das Mundwerk beigebracht und vier Lehrbücher geschrieben. Er ist zweifellos eine der interessanten Figuren in der deutschen Bluesszene.
Wir haben uns die beiden neusten Publikationen von Crazy Chris Krameran: die CD . . .unterwegs und die DVD Live und Solo angesehen und –gehört.
Grosse Musik, Grosse Gefühle, Grosse Weiten im Geist, das präsentiert der Schweizer Gitarrist und Sänger Stephan Imobersteg auf seiner neuesten CD, das mit dem Titel Changing Lanes schon deutlich macht, dass der feinfühlige Berner neue musikalische Horizonte sucht. Seit längerem unterwegs, scheint er mit diesen Aufnahmen seine Bestimmung gefunden zu haben: American Music Made in Switzerland.
Die Zweitlings-CD des Berner Oberländers Stephan Imobersteg liegt der Redaktion vor, und deutlicher als die erste CD, Why We Hang Dreams, fällt diese CD eher in den Bereich Blues, weshalb bluesnews.ch sich einen vergnüglichen Abend mit dem Anhören dieser CD bereitet hat. Die Musik auf Imoberstegs neuer Scheibe ist abwechslungsreich, vielseitig und sie geht unter die Haut.