Was macht ein Musiker, der sein 25 jähriges Bühnenjubiläum feiert? Er nimmt seine erfolgreichsten Titel und packt sie auf eine CD. So auch Nico Brina, der Pianowizard aus Biel. Er hat 16 Titel aus seinem Repertoire ausgewählt, die einen repräsentativen Querschnitt durch seine musikalische Laufbahn zeigen. Als Musiker, dessen Stärke im Live Auftritt mit Bühnenshow liegt, hat er ausschliesslich Liveaufnahmen ausgewählt, die alle zwischen 2004 und 2008 entstanden sind. Sie sind eine gute Demonstration von Nicos Können als Boogie Pianist. Die Mitschnitte sind von unterschiedlicher Qualität, teilweise ohne Nachvertonung oder andere Bearbeitung der Aufnahmen, um das authentische Livegefühl zu vermittlen, wie Nico Brina uns wissen liess. Die Titel sind Boogie Woogie Titelentweder aus dem Boogie Songbook, oder Eigenkompositionen (Happy Ol' Boy, Back Seat Boogie, Hip Shaking Boogie, I've Heard A Little About You, Walk On Boogie, Nico's High Speed Boogie),dazu gibt es noch andere Songs (Route 66, Before You Accuse Me, Gee Baby Ain't I Good To You, Early In The Morning, In The Ghetto, One Night) Insgesamt also ein guter Querschnitt durch Nico Brinas Schaffen, das all seine Qualitäten zeigt. Nico's Highspeed Boogie ist sein Beitrag zum Guiness Buch der Rekorde und demonstriert Nicos Qualitäten als Unterhalter.
Die ist eine phantastische CD, ein beachtlicher
musikalischer Exploit der tollen jungen Schweizer Band Ginger. Das hier zu besprechende Album Live Zürich ist ein Konzertmitschnitt
von einem Auftritt im Frühling 2008 im «Kulturmarkt» in Zürich, und die CD ist
schlicht der Hammer.
Die Band legt einen feurigen und hoch konzentrierten
Auftritt hin, in dem sie weitschweifig ihre spezielle Musik zelebrieren. Das
kürzeste Stück ist mit 5:08 das Intro, die weiteren sind weit über sieben, zum
Teil über zehn Minuten. Der Sound von Ginger
ist die detailgetreue Reproduktion von 1970er Jamrock, dezent modernisiert bei den
Gitarrenklängen. Man mag den Sound auch als eine Form des «Alternative Rock»
bezeichnen oder meinetwegen als «Retro- Grunge», oder, wie die Band selbst es
nennt: «Psychedelischer Bluesrock» aber was damit gemeint ist der stark
gitarrenlastige und stets übersteuerte Sound, in dem Soli dann enden, wenn der
Gitarrist meint, dass jetzt genug sei. Eric
Clapton bezeichnete den Sound bekanntlich einst als «Woman Sound», und er
meinte damit grosse Verzerrung aber rausgedrehte Höhen, so dass ein hohler
heulender, zuweilen schluchzender Klang entsteht. Dazu kommen Fuzz-Box, Wah-wah
und alle weiteren Mittel, den Klang zu verfremden.
Am 30. Mai 2009 fand im
Albani Music Club eine CD Taufe statt. Walk
Down The Road heisst Walt's Blues
Box‘ neuste CD, die erste seit Jonas
Wolf an Stelle von Lukas Schwengeler
zur Band gestossen ist. Sie enthält 12 Titel und ausser My Babe von Little Walter,
sind alles eigene, zum Teil neue Kompositionen. Im Gegensatz zur 2007
erschienenen CD Live At Albani, bei
der die Band in der Hälfte der Titel von den beiden Saxophonisten Roman Weissert und Raffaele Lunardi sowie dem Trompeter Silvan Kieser verstärkt worden ist, spielt die Band hier alleine. Dadurch
ist diese Scheibe intimer, typischer für die Band.
Die Aufnahmen sind eine
gute Mischung zwischen klassischem Bluesstil und modernem Arrangement. Die
ersten vier Stücke sind funkige Nummern über das Thema Nummer eins: die
üblichen Probleme zwischen den Geschlechtern. Die weiteren Stücke ein bunter Strauss verschiedener Lieder.
Es ist keine leichte Aufgabe, die neueste CD der Charlie Morris Band zu beschreiben, ohne sich dabei zu wiederholen.
Denn auch mit der neuesten Produktion - ihrem fünften Album - liefert die Charlie Morris Band unter der Führung
von Bandleader Charlie Morris zehn brandneue
und selbst verfasste Songs ab, die mit der bewährten Mischung aus Blues,
Louisiana-Sound und einem Schuss Rockabilly daherkommen, und erneut ist das
Album ein Ohrenschmaus und ein grosser Genuss. Die Charlie Morris Band hat einen distinkten Sound, der ihnen eine
musikalische Identität verleiht, ohne in irgendeiner Weise eintönig zu sein.
Dieser Sound ist der Zusammenarbeit der vier Musiker zu verdanken, bei der die
Rhythm Section Marco «Speedy» Jeanrenaud
an den Fellen und David Clarke an
den dicken Saiten den Soundteppich legen, auf dem die Tasten, bzw. Saiten von Markus Baumer und Charlie Morris tanzen.
Eddie Taylor Jr. — I Got To Make This Money, Baby (2007)
Eddie Taylor Jr.
wurde zum Bluesman geboren, und wenn man der Genetik trauen kann, dann ist er
mit äusserst vielversprechenden Anlagen gesegnet. Sein Vater war Eddie Taylor (1923-1985), ein
grossartiger Gitarrist der Chicago-Tradition und massgeblicher Mitgestalter der Songs von
Jimmy Reed, seine Mutter Vera Taylor, eine wenig bekannte
Sängerin. Allerdings ist es das Schicksal von Eddie Taylor Senior, selten als eigenständiger Musiker wahrgenommen
zu werden. Obwohl er mit Big Walter
Horton und John Lee Hooker
spielte, bleibt er vornehmlich als Begleitung Jimmy Reeds in Erinnerung, obwohl der etwas ältere Taylor den Freund aus Jugendtagen Reed in seine Band aufnahm, und ihm auch
riet, sich auf Gesang und Harmonika zu konzentrieren und die Gitarrenarbeit ihm
überlassen. Eddie Taylor ermöglichte
im Hintergrund als Bandleader und Arrangeur den Erfolg von Jimmy Reed als Frontman und Liedschreiber.