Der Schweizer Bluesharp-Spieler Jan Hartmann und der britische Gitarrist und Sänger Mick Pini haben 2007 eine wunderbare CD
eingespielt, die man immer und immer wieder gerne hört. Das Duo spielt schönen
und fein gespielten Blues, mit einem Dialog zwischen Harp, Stimme und Gitarre,
der zeigt, dass sie sich verstehen. Die CD ist eine Fundgrube für kleine
musikalische Juwelen, und das Format akustische Gitarre und Bluesharp ist mit
Duos wie Sonny Terry & Brownie
McGhee, Junior Wells & Buddy Guy oder Cephas & Wiggins gut bestückt, und dieses schweizerisch-englische
Duo braucht sich nicht vor den grossen Vorbildern zu verstecken.
Morblus heisst die vom 1965 in Verona
geborenen Gitarristen und Sänger Roberto
Morbioli im Jahre 1991 gegründete italienische Bluesband mit dem
wortspielerischen Namen. Die weiteren Bandmitglieder sind Daniele
Scala (Hammond & Keys), Paolo Legramandi (Bass und Begleitgesang)
und Marco Sacchitella (Schlagzeug).
Obwohl Morblus schon in
St. Gallen und Rapperswil an Festivals aufgetreten ist, blieb sie hierzulande
nur wenig bekannt. Das soll sich nun ändern, die Planung für eine Tournée in
der Schweiz ist in vollem Gange und als erstes werden Morblus am 23. Januar
2009 am 5.
Out Of The Blue's Samedan auftreten. Die weiteren Termine stehen noch nicht fest. Bluesnews wird sie
rechtzeitig im Kalender publizieren.
Einen Vorgeschmack bieten
eine DVD Road Tracks, die 2006 live an einem Konzert in Verona aufgenommen
worden ist, sowie I can't Go Wrong,
die letzte von sechs bisher erschienenen CDs der Band, die hier vorgestellt
werden soll. Sie ist ebenfalls 2006 erschienen. Die CD ist sauber aufgenommen,
der Sound gut, das Booklet enthält alle Texte und Informationen zum Lineup,
unklar bleibt nur die Zusammensetzung des Chors.
Die Band CrushIce wurde auf bluesnews bereits in diesem Kurzporträt vorgestellt , jetzt ist von der jungen Schweizer Band ein neuer Tonträger verfügbar, der die musikalische Bandbreite der Einflüsse widerspiegelt. In erster Linie aber sind die 14 Songs ein Garant für gute Laune. CrushIce müssen sich entgegen ihrem Albumtitel wirklich keine Sorgen machen, ihre jüngsten Studioaufnahmen sind eine Freude anzuhören.
CrushIce scheint einer
dieser Fälle zu sein, bei der alle Bandmitglieder gleichberechtigt
zusammenarbeiten. Die Stücke tragen die Handschrift der einzelnen Musiker und
das Programm ist sehr abwechslungsreich und unterhaltsam.
Der auf Bluesnews.ch bereits mehrfach erwähnte Film Cadillac
Records mag vielleicht auch den einen oder die andere dazu veranlasst
haben, sich erneut oder zum ersten Mal intensiver mit Etta James zu beschäftigen. Bei mir war auf jeden Fall der Film der
Anstoss und ich wollte mich etwas ausführlicher mit der «Matriarchin des Blues»
beschäftigen. Hier eine Einschätzung anhand zweier sehr unterschiedlicher Live-CDs
jüngeren Datums.
Etta James ist
natürlich eine bekannte Grösse im Blues, die grosse Frauenstimme der
Klassischen Chess-Ära, die mit wunderbaren und zeitlosen Titeln wie I'd Rather go Blind oder ihrem ersten
Riesenhit, At Last von 1961 den
Bluesgesang in Chicago ebenso mitbestimmt hat wie Big Mama Thornton oder Koko
Taylor. Etta James hatte dabei stets
einen Hang zu R&B, also zu etwas plüschigeren Arragements mit mehr
Streichern und Hörnern. Ein Beispiel aus dieser Zeit ist ihr Titel Sugar on the Floor. Mit anderen Worten:
ihre frühen Aufnahmen, also jene, die Beyoncé
in Cadillac
Records covert, sind makellose Meisterwerke und die frühen Aufnahmen
von Etta James sind rückhaltlos zu
empfehlen.
Gregor Hilden, Richie Arndt & Timo Gross: The Vineyard Sessions
Gregor
Hilden spielt in verschiedenen Projekten, unter
anderem auch mit der eigenen Gregor Hilden Band. Er hat auch 12
CDs veröffentlicht. Darunter ist nach meinem Wissen keine rein akustische
Aufnahme und ich würde ihn irgendwo in Blues/Funk/Soul einreihen. Auch Richie Arndt, seit 15 Jahren Kopf des
Bluesrock-Trios Richie Arndt & The Bluenaticswürde ich nicht unbedingt als
akustischen Blueser beschreiben. Auch er hat eine respektable musikalische Karriere
und ein beachtliches Oeuvre an CDs vorzuweisen. Timo Gross, ebenfalls ein gestandener Blueser, der eher in die Blues/Bluesrock
Kategorie passen würde, bildet zusammen mit Frowin Ickler und Michael
Siegwart seine eigene Band und auch er hat mehrere CDs veröffentlicht.
Wenn diese drei Musiker sich zu einem
Projekt zusammen finden und zwölf rein akustische Songs einspielen, kann man
also gespannt sein. The Vineyard Sessions
heisst die CD, die am 13. November 2009 veröffentlicht wird.. Die Songs sind
alle von den drei Musikern geschrieben, teilweise neu, teilweise wurden Songs
aus früheren Jahren eigens zu diesem Projekt neu arrangiert. Aufgenommen wurde die CD in Bad Bergzabern an
der Südlichen Weinstrasse Pfalz, mitten im Weingebiet, deshalb auch der Titel
der CD.