The World Don't
Owe Me Nothing
David Honeyboy
Edwards hiess der wohl letzte grosse Vertreter der Mississippi Delta
Bluesmen. Geboren wurde er am 28. Juni 1915 in Shaw, MS. Sein Leben entsprach
stückweise dem klassischen Muster früher Bluesmen aus dem Süden: Arbeit auf den
Baumwollfeldern, früher Broterwerb als Musiker, später Umzug nach Chicago. Nach
einer Kindheit in Armut verliess er mit vierzehn Jahren das Elternhaus, um mit Big Joe Williams als Wandermusiker zu
reisen. Er kannte so gut wie alle frühen Musiker im Delta: Charley Patton, Tommy
Johnson, Alex Rice Miller (Sonny Boy
Williamson II), Howlin' Wolf, Sunnyland Slim, Lightnin' Hopkins, Big Walter,
Little Walter, Magic Sam, Muddy Waters,
Peetie Wheatstraw und natürlich Robert
Johnson. Letzterer war auch sein Freund und seine Version der Nacht, in der
Johnson starb, gilt bis heute als die sozusagen offizielle Version der
Ereignisse. Er schildert sie auch im Film The
Search for Robert Johnson (1991) Erst 1997 erschien seine Biographie unter dem Titel: The world don't owe me nothing.
Er gehörte zu den Musikern, die Alan Lomax 1942 in Clarksdale für seine Sammlung volkstümlicher
Musik für die Library of Congress interviewt und aufgenommen hatte. Natürlich
hat er jede Menge Preise nach Hause getragen: Grammy Awards 2008 und 2010, W.C.
Handy Blues Award (2005), um nur die wichtigsten zu nennen. 1996 wurde er in
die Blues Hall Of Fame aufgenommen. Erst 2010 entstand der sehenswerte Film «Honeyboy and the History of the Blues»,
der sein Leben erzählt und darüber hinaus ein Dokument jener Zeit darstellt. In
diesem Film kommentieren unter anderem B.B.
King, Lucinda Williams, Robert Cray, Joe Perry und Keith Richards.
Bis zum späten April dieses Jahres waren verschiedene Gigs
in Chicago, dem Rest der USA und Europa
geplant, als sich seine Gesundheit verschlechterte. Er starb in Chicago am
Montag, 29. August 2011 in den frühen Morgenstunden.
|