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| Es hängt zuerst vom Holz ab |
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| Geschrieben von Marc Redaktion Musik | |
Portrait von Madera Guitars
Welcher Gitarrist hat noch nie davon geträumt, die perfekte Gitarre zu spielen, das Instrument seiner Träume. Welcher Bassist würde nicht gerne ein Instrument spielen, dass genau seinen Vorstellungen von Klang und Bespielbarkeit entspricht? Ossy Hürlimann kann Gitarristen- und Bassistenträume wahr werden lassen. Unter der Marke Madera Guitars baut er von Grund auf E-Bässe und E-Gitarren und er trägt sich mit dem Gedanken, auch akustische Gitarren zu bauen. Seine Instrumente sich bestechend schöne Kunstwerke, die in der Schönheit des Holzes schwelgen. Nun gibt es natürlich eine Reihe von Gitarrenbauer, aber der erfahrene Blues-Bassist und -Gitarrist Ossy Hürlimann versteht viel davon, das perfekte Werkzeug für das spezifische Bedürfnis des Musikers zu bauen. Dabei sind die Gitarren und Bässe zwar kein Schnäppchen, aber für die Qualität auf jeden Fall eher preisgünstig veranschlagt. Bluesnews.ch hat den Instrumentenbauer in seinem Haus und seiner Werkstatt in Ziefen (BL) zu einem Porträt getroffen. In einer Diashow zeigen wir Beispiele und Details aus Ossys Werken. Ossy Hürlimann öffnet die Tür des Hauses, in dem er mit Frau und drei Kindern wohnt, und in seinem Gesicht fallen sofort ein Paar wache und klare blaue Augen auf. Es hat einen aufmerksamen Blick und spricht konzentriert und leidenschaftlich über seine Passion, den Instrumentenbau. Er hat sich viele Gedanken über jeden Teil des Instruments gemacht und er weiss, wie sich die zahlreichen Hölzer, die Konstruktion des Instruments, die Bundierung, die Elektronik und nicht zuletzt die Lackierung auf den Klang auswirkt. Ossy kann deshalb von der Bluesgitarre für den Traditionalisten bis zum hammerharten Metal-Brett jede Solidbody- und Semihollow-Gitarre fertigen, er kann für den Bassisten im Power-Trio wie für den Funk-Slap-Bassisten das ideale Instrument herstellen, denn er weiss, wie die Wahl der Ausgangsmaterialien und der Verarbeitung sich auf Attack, Sustain und den Charakter des Sounds auswirkt. Doch das erste, was an seinen Instrumenten auffällt, ist die Schönheit, die Pracht des Holzes oder vielmehr der Hölzer, denn die Kombination unterschiedlicher Holzarten ist die besondere Spezialität von Hürlimanns Werken. Entsprechend heisst seine Firma «Madera Guitars», denn Madera heisst «Holz» auf Spanisch, und Hürlimann versteht etwas von Holz. So leimt Hürlimann etwa Hälse aus Streifen unterschiedlicher Holzarten zusammen. Dies ist für Bassisten nichts neues, denn aus unterschiedlichen Holzarten verleimte Hälse kennen die Experten der Tiefsaiter ebenso wie Holzarten wie Wenge, Eisenholz, Cocobolo oder Bubinga, die beim Bau von Gitarren sonst nicht zum Einsatz kommen. Auch sonst hat Hürlimann offenkundig profitiert von seinen Versuchen, den richtigen Ton zu treffen, als er während 25 Jahren der Bassist in der Chicago Dave Blues Band war. Seit neun Jahren hat er sich nun nach Auflösung der Band dem Instrumentenbau verschrieben, und hier nutzt er sein Wissen über den Zusammenhang zwischen Holz, seiner Verarbeitung und Klang.
Ein zukünftiger Hals aus Streifen von zwei verschiedenen Holzarten wird durch Leim und Schraubzwinge zu einer Einheit.
Die genannten vier Kriterien - Konstruktion, Holzwahl, Elektronik, Mechanik und Lackierung - entscheiden in dieser Reihenfolge über den Klangcharakter einer Gitarre oder eines Basses. Was die Konstruktion angeht, so bietet Hürlimann die Wahl zwischen Solidbody und einer Hollowbody and, wobei letztere nicht durch F-Löcher als solche zu erkennen ist. Der Körper aber hat ausgefräste Kammern. Bei den Hälsen fertigt er geleimte, geschraubte und durchgehende, bei denen der Körper sich um das Zentralholz des Halses schmiegt. Hürlimanns Hälse sind wenige Millimeter breiter am Sattel und deshalb sind sie unheimlich angenehm zu bespielen. Das Halsprofil, welches der Kunde natürlich wünschen kann, hat «von Haus aus» ein fettes Profil am Sattel, das sich aber bis in die hohen Lagen abflacht, wodurch ein sehr angenehmes Bespielen möglich wird. Ebenfalls zur Konstruktion gehört die Frage nach der Steg-Konstruktion. Auch hier sind alle Varianten möglich, vom Stop-Tailpiece oder dem Trapez bis zum Fender-Vibrato oder dem Floyd-Rose-Tremolo. Einzig die American Standard-Vibratos von Fender versucht er zu vermeiden: Die Konstruktion ist zu wacklig, und sechs Holzschrauben genau auf eine Linie zu bringen, bezeichnet Hürlimann schlicht als «unmöglich». Er bevorzugt deutlich das moderne Fender-Vibrato mit zwei Schrauben. À propos Vibratosysteme: Hürlimann hat sogar schon Bässe mit Vibratos gebaut. Vor seiner Arbeit am Holz war Hürlimann Mechaniker und die Vertrautheit mit Metall erweist sich immer wieder als praktisch, etwa bei der Beurteilung von Schraubenhülsen oder Halsverschraubungen. Diashow mit Arbeitsbeispielen
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