Bloogle Infos Über den Blues |
| 3. Konferenz der Europäischen Blues Union |
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| Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung | |
Offizieller Start der Organisation
Vom 8. Bis 11. Juli 2010 fand parallel zum Bluesfestival in Hondarribia (Spanien) die dritte Konferenz der European Blues Union (EBU) mit über 40 Teilnehmern aus 15 europäischen Ländern statt. Diese Konferenz gilt als offizieller Start der Vereinigung. Während die ersten beiden Konferenzen der EBU (Parma 2008 und Notodden 2009) die Möglichkeiten und das Interesse ausloteten, bzw. die Grundlagen erarbeiteten, wurden in dieser Konferenz die Statuten vorgestellt und Arbeitsgruppen gebildet, die nun dabei sind die vorgesehenen Ziele umzusetzen. Die Idee einer EBU wurde in erster Linie von Thomas Ruf (Ruf Records, Keeping the Blues Alive Award Preisträger 2007) und Detlev Hoegen (Cross Cut Records, Bear Family Records) voran gebracht. Sie versteht sich als europäische Variante der Blues Foundation, von der sie auch unterstützt wird. Sie soll sich der Förderung des Blues in Europa und des Auf- und Ausbaus eines Netzwerks europäischer Blues Professionals widmen. Damit können Aktivitäten besser koordiniert und Redundanzen vermieden werden. Die EBU betreibt auch eine Website (www.bluesyou.com), die auf Websites der einzelnen europäischen Länder verweist. Darin sind dann die länderspezifischen Informationen zu finden. Diese Websites sind bereits vorhanden und werden nun mit Inhalten gefüllt. Auf der Agenda stehen ausserdem eine European Blues Challenge, der Aufbau einer jährlichen Veranstaltung mit Preisverleihung, sowie Modelle zur Förderung des Blues an Schulen. Zusammenfassen lassen sich die Aktivitäten unter dem Begriff Förderung des Blues in Europa. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die nun beginnen, die angestrebten Ziele umzusetzen. An der nächsten Konferenz im März 2011 in Berlin dürfte das Bild klarer werden. Im Vorfeld, aber auch ausserhalb der Gremien waren auch kritische Stimmen zu hören: Einige meinten, es sei sowieso überflüssig, andere befürchten, die EBU führe zur Isolation von der amerikanischen Bluesszene. Tatsächlich klingen Aussagen wie: Amerikanische Bluesdominanz abbauen zunächst seltsam. Welche Dominanz? Immerhin ist Amerika das Zentrum dieser Kultur und nach wie vor sind die Qualitätsunterschiede europäischer und amerikanischer Produktionen unüberseh und –hörbar. Ich konnte allerdings in keinem Gespräch den Wunsch nach Abtrennung feststellen, es wird eher Kooperation gesucht. Dies dokumentiert schon die Tatsache, dass mit Art Tinbaldi, dem Vorsitzenden des Keeping The Blues Alive (KBA) und der Präsidentin Pat Morgan die Blues Foundation prominent vertreten war und der EBU positiv gegenüber stehen und eine Zusammenarbeit willkommen heissen. Vielmehr geht es darum, die Bluesszene in den verschiedenen europäischen Ländern transparenter zu machen, als sie heute sind. Allein die Suche nach Bluesveranstaltungen zum Beispiel bei Reisen innerhalb Europas gestaltet sich mühsam, unabhängig davon ob europäische oder amerikanische Musiker gesucht werden, die natürlich davon ebenfalls profitieren. Eine Bündelung der Informationen und eine Koordinierung der Aktivitäten sehen wir deshalb eher als Bereicherung denn als Gefahr. Sollten die Aktivitäten der EBU dazu beitragen, die Qualität des europäischen Blues zu steigern – umso besser. Für die zukünftigen Treffen der EBU und die damit verbundenen Veranstaltungen wurde Berlin vorgeschlagen. Auch dies stiess nicht auf einhellige Begeisterung und es wurden alle möglichen anderen Städte ins Gespräch gebracht. Gewiss gibt es Argumente dafür und dagegen, was allerdings für nahezu jeden anderen Ort auch gilt. Alles in allem sehen wir die EBU als eine gute Idee und sind davon überzeugt, dass sie dem Blues in Europa nutzen wird. Auch die Schweizer Bluesszene wird damit ein zusätzliches Fenster ins übrige Europa erhalten.Sie steht noch am Anfang und wird sich entwickeln. Wir werden laufend darüber berichten. Kommentare (0)
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