close

Besucher seit 6.11.2008

JoomlaWatch Stats 1.2.8b by Matej Koval

Länder

62.2%SWITZERLAND SWITZERLAND
17.4%GERMANY GERMANY
6%UNITED STATES UNITED STATES
2.8%SPAIN SPAIN
2.6%AUSTRIA AUSTRIA

Besucher

Today:  22


Top Panel
Besucher
Top Panel
MNetLogo
ALLE  |0-9  | A  | B  | C  | D  | E  | F  | G  | H  | I  | J  | K  | L  | M  | N  | O  | P  | Q  | R  | S  | T  | U  | V  | W  | X  | Y  | Z

Bloogle Leute Biographien

Blues Masters from the past: Jimmie Rodgers PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
Jimmie Rodgers (8.9.1897 – 26.5.1933), Country-Blues, Country und Blues

JimmieRodgers.pngDer als James Charles Rodgers geborene spätere Star lebte nur ein kurzes Leben. In den wenigen Jahren seines Lebens erlebte er Höhen wie Superstar-Ruhm und privates Eheglück, aber auch Tiefen wie Heimatlosigkeit, frühen Tod der Mutter oder seinen eigenen Tod durch Tuberkulose. Ebenso wie der nach ihm kommende Hank Williams schrieb Rodgers seine Stücke selbst, und diese machten ihn zum grössten Country-Star der Zwischekriegszeit. Aber bis zu seinem Tod im Alter von 35 Jahren definierte Rodgers die Country-Musik neu, machte den Jodel populär und griff in seinen Harmonien auf die Versatzstücke des Blues zurück. Seine Musik ist dem Country-Blues der 1920er und 1930er Jahre sehr ähnlich, und so halten wir eine Würdigung des Mannes für gerechtfertigt, der die Harmonien des Blues in die Musik der Weissen brachte, und der somit mitarbeitete an einem Fundament, auf dem eines Tages der Rock’n’roll und Rock aufbaute. Jimmie Rodgers steht als Bindeglied zwischen Blues und Countrymusik und deshalb würdigt ihn bluesnews.ch als «Blues Master from the Past»

Ohne Zweifel war Jimmie Rodgers kein Bluesmusiker im engeren Sinne, sondern er war ein Country-Musiker, aber er verstand den Blues als eine Grundlage für seine eigene Musik. Ebenso wie Count Basie oder Louis Jordan für den Swing, wie Ray Charles für Gospel oder Bo Diddley und Chuck Berry für Rock sich des Blues bedienten, um eine neue Form der Musik zu gründen, tat Jimmie Rodgers dies für die Country-Musik: Er versetzte ihr einen kräftigen Schuss Blues und prägte so eine neue Form des Country: Country-Musik für einmal nicht als Lob der Heimat und des idyllischen Landlebens, sondern Country-Musik als Ausdruck der Einsamkeit, des «Blues» halt.

Die Biographie des Jimmie Rodgers soll hier nicht nacherzählt werden, dafür gibt es gute Websites, etwa findet sich eine sehr ausführliche englischsprachige Biographie hier . Wichtig scheint uns, klar zu stellen, dass es hier nicht um den 1933 geborenen Popsänger geht (Ein Duett von diesem Jimmie Rodgers und Johnny Cash zum Irischen Klassiker Danny Boy findet sich hier [http://www.youtube.com/watch?v=dmFgnuLGG70&feature=related]), und vor allem nicht um den Gitarristen der Muddy Waters Band und Komponist von Titeln wie Rock This House oder Walking By Myself und des vielleicht besten absurden Texts des Blues, des unvergleichlichen My Last Meal. Dieser Mann hiess auch Jimmie Rogers (1924-1997).

JimmieRodgersDerAndere.png

Der "andere": Popsänger Jimmie Rodgers

Der hier thematisierte Jimmie Rodgers ist auch bekannt unter den Bezeichnungen «The Yodeling Brakeman», «The Father of Country Music» oder «The Blue Yodeler». Der letzte Name stammt daher, dass Jimmie Rodgers die Refrains seiner Texte häufig nicht mit Worten sang, sondern zu einem Jodel griff, der Für Blues-gewöhnte Ohren zunächst sonderbar klingt, der Rodgers aber grosse Popularität eintrug. «Blue Yodel» wurde auch zum Titel seines ersten Hits T for Texas, T For Tennessee, das als Blues Yodel No 1 bekannt wurde. Es sollten noch mindestens 11 weitere Yodels folgen, denn auf der Sammel-CD-Box Classic Sides sind nicht weniger als 12 Stücke durchnummeriert als Blue Yodel.

Doch die Verbindung zwischen Rodgers und dem Blues gehen weit über die Titel der Stücke hinaus. Auf Stücken wie seinem TB Blues spielt Rodgers schlicht eine Blues-Progression. Lediglich kleine Veränderungen im Rhythmus, nämlich die Absenz eines Shuffle und stattdessen die typische Country-Begleitung mit einmaligem Anschlagen der Bassnote und dann zweimal dem dazugehörigen Akkord macht die Country-Musik deutlich, aber harmonisch (I-IV-V Schema der Akkorde) sowie auch im Aufbau des Songs (Call 6 response-Schema der Strophen, 12-taktige Strophen) ist dies ein lupenreiner Blues. Ein weiteres Beispiel ist sein thematisch vergleichbarer, aber nicht identischer Titel Whippin' That Old T.B . In Mississippi Delta Blues singt Rodgers weniger deutlich Blues, dafür besingt er bereits die «Muddy Waters» des Delta.

Auch die Stilisierung Rodgers seiner selbst als einem einsamen Eisenbahnangestellten, der - wie ein Hobo - durchs Land zieht, immer auf der Suche nach dem Glück und einem friedlichen Hafen hat deutliche Anlehungen bei den Bluesmen der 20er Jahre, die von Farm zu Farm zogen und rastlose Entertainer waren. Jimmie Rodgers bringt den Blues so authentisch i seiner Musik unter, weil er mit dieser Musik aufgewachsen ist. Als Kind armer Eltern, früh verwaist in Meridian in Mississippi aufgewachsen, war er eben umgeben von der Musik des Südens, die sich bei der Schwarzen Bevölkerung zum Blues entwickelt hat, bei der Weissen eben zur Country-Musik. Der «Jodelnde Bremser» Jimmie Rogders schaffte mit Leichtigkeit den Brückenschlag zwischen zwei Musikstilen, die in gewissem Sinn Zwillingsbrüder waren und bis heute sind.

Mit der Musik des Delta brachte er es zu solch unermesslichem Ruhm, dass er ein national bekannter und gefeierter Country-Star wurde. Von solchem Ruhm konnten die Schwarzen Musikern der 1930er Jahre - Big Bill Broonzy, Tampa Red, Big Marceo Merriwheather - natürlich nur träumen, aber Rodgers' Erfolg zeigt deutlich, dass es nicht an der Musik lag, sondern an der Gesellschaft. Dabei hatte Rodgers selbst keine Berührungsängste. Der Bekanntheitsgrad von Jimmie Rodgers lässt sich vielleicht daran ablesen, dass Johnny Cash in seiner sehr erfolgreichen und epochemachenden TV-Show «The Johnny Cash» (1969-1971) bei einem gemeinsamen Auftritt mit Louis Armstrong sich entschied, ein Cover von Rodgers Blues Yodel No 9 zum Besten zu geben. Für Cash war es vielleicht eine Premiere, Armstrong hatte bereits 1930 mit Jimmie Rodgers selbst bei dessen Aufnahme gespielt. Für den Clip mit Cash vgl. http://www.youtube.com/watch?v=RsUtKgzInI4

Für eine vollständige Diskographie Jimmie Rodgers vgl. die sehr schön gemachte Website http://www.jimmierodgers.com/

 

Kommentare (0)add comment

Kommentar schreiben

busy
 
< Zurück   Weiter >