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Bloogle Leute Biographien

Dragan Tasic PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
Looking for The Feeling

Portrait und Interview mit dem Konzertfotografen und Bildkünstler.

dragantasic.jpg

Man findet Dragan Tasic an so gut wie allen wichtigen Konzerten und Festivals, immer nahe der Bühne auf der Suche nach dem richtigen Blickwinkel und der perfekten Szene, die seine Objekte so zeigt, dass man beim Betrachten fast die Musik zu hören glaubt. Farbige Reportagen und kunstvolle schwarzweisse Portraits nahezu aller Grössen aus Jazz und Blues hat er so im Laufe der Zeit zu einer beachtlichen Sammlung von rund 100‘000 Bildern von über 2000 Musikern zusammen getragen. Dabei geht es ihm vor allem darum, die Emotionen der Musiker einzufangen, die sich in Bewegungen und Gesichtern ausdrücken. Dabei entstehen intime und ausdrucksstarke Bilder, die tiefe Einblicke in die Gefühle geben, welche die Musiker während ihrer Darbietung bewegen. «Blue Cry» nennt Dragan Tasic diese eindrucksvollen Darstellungen. Sein riesiges Archiv ist auf seiner Website zu sehen.

Wir stellen den engagiertenFotografen vor und unterhalten uns mit ihm im Kurzinterview.

Der 1962 geborene Dragan Tasic ist ausgebildeter Musiker und war in den achtziger Jahren als professioneller Blues und Jazzmusiker unterwegs. Seit Anfang der 90er Jahre fotografiert er Konzerte. Er absolvierte eine Ausbildung zum Fotografen in Zürich und ist seit 1995 als freischaffender Fotograf tätig. Er arbeitet unter anderem als Staff Photographer und als Freelancer für amerikanische Publikationen (jazzreview.com, All About Jazz, Jazz inside und Jazz Times), sowie für europäische Medien (Jazz'n‘More, bluesnews.de) und für Musikverlage (Blind Pig Records, Alligator Records, Crosscut Records und Ruf Records) Ausserdem ist er offizieller Festival Fotograf der Stanser Musik Tage, des Akkordeon Festivals Zug und des Afro-Pfingsten Festival Winterthur.

 

Website: http://www.nga.ch
MySpace: http://www.myspace.com/dragantasic

Interview mit Dragan Tasic

Bluesnews: Du warst früher selbst  Musiker. Welches Instrument hast du gespielt?

Dragan Tasic: Ich habe Bluesharp und Saxophon gespielt und ich habe auch eine Musikschule für Akkordeon besucht.

Was hat dich dazu bewegt, nicht mehr Musik zu spielen, sondern Musiker zu fotografieren?

Ich liebe das Abenteuer und mich reizt es, immer wieder neue Ziele zu stecken und etwas Neues anzufangen. Das gibt mir ein Gefühl von Lebendigkeit.

Spielst du heute auch noch Musik?

Gelegentlich spiele ich noch immer Bluesharp. Ich war unter anderem mit James Cotton, Kenny Neal, Billy Branch oder Debbie Davies... auf dem Stage.

Was hörst du am liebsten?

Meistens nach so vielen Konzerten (200 bis 250 pro Jahr) öffne ich nur noch meine Fenster und geniesse das Gezwitscher der Vögel. Eigentlich  - abhängig von meiner Stimmung - höre ich alles von Klassik über Meditationsmusik bis Jazz, Blues und Rock. Diese volle Breite ist für mich sehr wichtig.

Wer ist dein Lieblingsmusiker bzw. Band?

Aus der Rockblues Welt ist das Eric Clapton, Alman Brothers Band. Dann habe ich sehr gerne Otis Rush,  Sonny Boy Williamson II, Betty LaVette, oder Jazz Tastenzauber Keith Jarrett, Chet Baker,...King Crimson, Prince...

Deine Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass die Gefühle der Musiker während ihres Spiels sehr deutlich eingefangen sind. Was ist das Geheimnis dieser lebendigen Bilder?

Das ist wie sich in einander zu verlieben und dann einfach geben und nehmen...

Deine Bilder sind sehr oft schwarz/weiss. Kann man ohne Farbe gewisse Dinge besser ausdrücken?

Ja, der Charakter eines Porträts  kommt meistens viel besser zur Geltung durch  das abstrakte schwarz/weiss. Es behält in sich ein feines Geheimnis.

Welches ist dein eindrücklichstes Erlebnis bei deinen Fotostreifzügen?

Ich liebe die Musik und das was ich tue. Das ist eigentlich schon genug Bestimmt gab es viele interessante Begegnungen mit verschiedenen Künstlern und anderen Leuten, obwohl ich grundsätzlich ziemlich zurückhaltend bin. Manchmal bin nach dem Fototrip ziemlich erschöpft und suche mit gutem Gewissen meine Ruhe weil ich weiss, dass ich mein Bestes gegeben habe.

Worin liegt der Unterschied beim Fotografieren von Musikern gegenüber anderen Portraits von Nicht Musikern?

Live Aufnahmen, wie ich sie mache, bleiben authentisch lebendig und dadurch sehr oft mit full Power.

Wen möchtest du unbedingt noch fotografieren, den/die du noch nie vor der Kamera hattest?

Die meisten von denen sind leider nicht mehr unter uns.

Dragan Tasic, vielen Dank für das Interview.

 

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