Bloogle Leute Biographien |
| Nachruf auf Snooks Eaglin |
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| Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik | |
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Seine musikalische Vielseitigkeit und seine Vorliebe, bei Konzerten keine feste Setlist zu spielen, sondern ein Programm jeweils zu improvisieren oder Publikumswünschen nachzukommen trug ihm den Beinamen «the human jukebox» ein, und er sagte selbst, sein gespieltes Repertoire umfasse 2500 Titel, was etwa demjenigen von Ella Fitzgerald entspricht. Der Mann verbrachte ein Leben in der Musiktradition der Südstaaten, er war ein begnadeter Unterhalter und guter, wenn auch eigenwilliger Sänger, der mit Ray Charles verglichen wird. Eaglin trat in den 50er Jahren sogar unter dem Namen «Little Ray Charles» auf. Seine Aufnahme von I Got a Woman auf That's All Right macht eindrücklich klar, wieso.
1953 kam seine erste Aufnahme, allerdings nicht unter seinem eigenen Namen. Dies gelang erst 1958, als Folklorist Harry Oster von der Louisiana State University das erste Mal Soloaufnahmen des Strassenmusikers machte. Diese und weitere Aufnahmen sind auf der Kompilation New Orleans Street Singer zu hören. Auf diesen Aufnahmen spielt er den Katalog des Country Blus (Careless Love, See See Rider, Walking Blues, Trouble in Mind) und wenn auch sein späterer Stil zu erkennen ist, klingt er hier sehr wie John Lee Hooker. Er zeigt weitere Stile, aber der Einfluss Hookers scheint unverkennbar.
1960 wechselte Eaglin für drei Jahre zum Label «Imperial»,
wo er im Trio mit Booker und Schlagzeuger
Smokey Johnson 26 tracks Titel
einspielte, die als The Complete Imperial Recordings verfügbar sind. Dave Bartholomew schrieb seine Songs,
die im typischen R&B Stil von New Orleans daherkommen, was bei dieser Band
aber auch nicht verwundert. 1964 nahm er für den staatlichen schwedischen
Rundfunk bei sich zuhause eine Schallplatte auf, und 1971 ging er zum schwedischen
Label «Sonet». Obwohl er zahlreiche Aufnahmen unter seinem Namen machte,
spielte er auch in anderen Bands, etwa 1973 auf dem Debutalbum der Band The Wild Magnolias, später auch mit Earl King oder Henry Butler und Tommy
Ridgley. Mit Beginn der 1980er Jahre begann dann eine fruchtbare
Zusammenarbeit mit dem Label «Black Top». Snooks Eaglin spielt die Gitarre mit einer Selbstverständlichkeit und einer Kreativität, die manche kleinen Fehler verzeiht, aber die stets originell und überraschend ist. Sein Rhythmusspiel ist unglaublich funky mit raffinierten Gegenschlägen und Synkopen. Sein Live-Album Live in Japan etwa ist eine Wundertüte an schöner und fröhlicher Musik. Dies beweist er auch auf Instrumentalstücken wie San-Ho-Zay oder Hideaway, die er dem Original getreu, aber doch vollkommen eigen spielt. Sein Gitarrenton ist zumeist ein Bridge-Humbucker mit dem Höhenpoti auf einer Stellung über 8, und damit näselt seine Gitarre, spricht aber perfekt auf winzige Feinheiten an, von denen sein Spiel voll ist. Seine Soli scheinen aus ihm heraus zu fliessen, und sein Gesang ist intim und berührend. Zur Hochform lief Snooks Eaglin aber auf, wenn er die grossen Hits seiner New-Orleans-Tradition zu spielen: St. James Infirmary, Hello Josephine. I Went to The Mardi Gras oder Let the Four Winds Blow. Seine Fröhlichkeit, seine unbeschwerte und selbstverständliche Musikalität wird fehlen. Und für all jene, die Snooks Eaglin nicht kennen, abschliessend der folgende Tipp. CD kaufen und bei der nächsten Autofahrt einlegend: Gute Reise garantiert! Kommentare (0)
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