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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

Blues Max und Richard Koechli PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
Lyrik und Virtuosität

Der Schweizer Kabarettist und Musiker Max Werner Widmer ist wohl besser bekannt als Blues Max. Mit seinem aktuellen Programm light versucht Blues Max sich an einer «leichteren Form» des Blues und dafür hat er sich Unterstützung geholt von Richard Koechli. Das war ein offensichtlicher Glücksgriff, denn Koechli unterstützt Max musikalisch und sorgt für die Leichtigkeit und Luftigkeit, die zu den Stücken im neuen Programm passt. Im Moment haben Blues Max und the Koechli ein Heimspiel, denn das Programm gastiert im wunderschönen Grossen Saal des «Weissen Wind», Bluesnews.ch hat es sich angesehen.

Als Konzertkritiker ist es leicht, an einem einzelnen Auftritt kleine Unsauberkeiten anzukreiden und an Details herumzunörgeln, aber in diesem Fall ist das ausgesprochen schwer: Das Programm ist einfach nur wunderbar. Blues Max hat zu Beginn jedes Programmteils einen kurzen Solotext, ehe dann Richard Koechli die Bühne betritt. Dieser setzt sich wortlos auf die Bühne und spielt den gesamten Abend Gitarre: Slide, Country-Blues-Gitarre, Akkordbegleitung, und in zwei Stücken spielt er auch Beatbox (das Holzteil, nicht die Mundakrobatik der Hip-Hopper) bzw. Keyboard. Dazu kommen die komischen, bittersüssen und stets sehr lyrischen Texte Blues Max‘, mit denen er Themen aufgreift, die keinen unberührt lassen. Ein Text am nächsten verströmt Menschlichkeit und die Anteilnahme eines Bluesers, der über die dunklen Dinge im Leben spricht und sie dafür dem Publikum etwas leichter macht.

Dabei greift Blues Max nicht die angeblich grossen Themen der Zeit auf wie die Euro-Krise oder die Verarmung der Gesellschaft. Er greift die Zeitlosen Themen auf: Es gibt ein Nonsens-stück, in dem die Frage diskutiert wird, was ein Song ist: Ein guter Bluessong, aber es will kein Text einfallen. Es gibt einen Titel, in dem die Jugendsprache thematisiert wird. Auch der Titel, der anscheinend die «Abzocker»-Thematik aufgreift mündet in einer Betrachtung der Gier nach Geld als einer fundamentalen menschlichen Triebfeder. Hinzu kommen beliebte Titel aus früheren Programmen wie seine Ode an die «Wurst der Nation», den Cervelat.

Wirklich lustig war ein Titel, in dem Blues Max sich mit dem Berndeutsch auseinandersetzt, diesem Startvorteil für Schweizer Sänger. Mit einer Mischung aus Endo Annaconda und Gölä zeigt er dem Publikum, was Berner Gesang bedeutet. Musikalisch bietet das Programm Unterschiedliches, aber vom Feeling her ist es stets Blues, eben dieses Gefühl, dass man manchmal den Gewalten ausgeliefert ist. Blues Max hat schon früher mit anderen Musikern zusammengearbeitet, namentlich mit dem Gitarristen Max Lässer undMulti-Instrumentalist Res Neuenschwander, der von 1999-2003 Gitarre, Posaune, Lapsteel, Slide-Guitar, Bluesharp und Percussion spielte. Leider habe ich keine Möglichkeit mit diesen Programmen zu vergleichen, aber in diesem Programm funktioniert die Zusammenarbeit von Blues Max und Richard Koechli reibungslos und sehr harmonisch.

Für einen wirklich repräsentativen Eindruck, auf dem allerdings Koechli etwas zu kurz kommt, gibt es einen einen offiziellen Querschnitt durch das Programm, der auf Youtube veröffentlicht wurde.

Ein wirklich in jeder Hinsicht sehenswertes Programm, deshalb hier noch der Link zum Tourplan.
 

 
 
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