Bloogle Live Blues Anlässe Konzerte CH |
| Konzert Chris Farlowe und Hamburg Blues Band |
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| Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik | |
![]() A Good Reason for the BluesDie Hamburg Blues Band kommt in die Schweiz und sie haben Sänger Chris «The Voice» Farlowe mitgebracht Am Freitagabend ging der erste von zwei Auftritten in der Schweiz über die Bühne des Sounddok 14 in Dietikon. Vorgeheizt wurde die Stimmung vom Gitarristen Paul Camilleri. Der Auftritt der Headliner war geprägt vom unglücklichen Missgeschick ihres Leadgitarristen Clem Clempson, der kurzfristig ausfiel. Die Band hatte also einen guten Grund, den Blues auch wirklich zu spüren. Sie spielte tapfer, aber nicht unbeeindruckt weiter und Chris Farlowe brachte seine 60 Jahre Bühnenerfahrung ein, um im Publikum wieder Stimmung aufkommen zu lassen. Angefangen hatte der Abend mit einem Set des Power Trios mit Gitarrist Paul Camilleri, Bassist Felix Müller und Schlagzeuger Tom Beck. Paul Camilleri ist mit seiner Form des Rock die perfekte Vorgruppe für die Hamburg Blues Band. Sie hatten dem Publikum gut eingeheizt, so dass auch die halbstündige Umbaupause der Stimmung keinen grossen Abbruch tat. Dann endlich der von den vielen langjährigen Fans ersehnte Auftritt der Hamburg Blues Band und Cris Farlowe, aber noch bevor es zu dessen Auftritt kam, erfolgte nach Clempsons Sturz eine weitere Unterbrechung von einer halben Stunde.
Die Band musste nach ihm sehen, und verständlicherweise macht man sich Sorgen, wenn der Leadgitarrist in der Ambulanz weggeführt wird. Auch musikalisch fehlte die Lead- und Slidegitarre, und Rhythmus-Gitarriste Gerd Lange überliess die Soli weitgehend Keyboarder Adrian Askew, der zwar mitreissende Soli spielte und auch versuchte mit Piano-Klängen oder Orgeleinstellung mehr Variation reinzubringen, aber die Band war offensichtlich aus der Balance geraten durch das Unglück ihres Gitarristen, und wer könnte es ihnen verdenken. Aber bekanntlich heisst es im Showbusiness «The Show Must Go On» und in seinen 50 Jahren Bühnenerfahrung hat Farlowe sicherlich schon manch anderes erlebt. Also geht es um 23:00 Uhr endlich los, und die Band präsentiert ein Potpourri von Bluesrock-Nummern, gewürzt mit manchmal etwas mehr Honky-Tonk Piano oder manchmal mit einer Ballade dazwischen. Chris Farlowe ist sicherlich eine Legende und mit Plattenveröffentlichungen seit den frühen 1960er Jahren und über 20 Alben in der Diskographie sind ein Leistungsausweis. Chris Farlowe hat bei Colosseum gesungen und in zahlreichen anderen Formationen, er hatte grosse Hits in England und seinen Übernamen «The Voice» trägt Farlowe sicherlich zurecht. Seit einigen Jahren tourt er vor allem im deutschen Sprachraum und spielt regelmässig mit der Hamburg Blues Band. Auch in Dietikon hat er seine ganze Bühnenerfahrung an die Rampe gebracht, hat ums Publikum gebuhlt und mit viel Herz und Engagement einen professionellen Auftritt hingelegt. Allerdings erlaubt seine Stimme leider nicht mehr, wie Bobby Bland zu knurren, zu brüllen wie ein Blues Shouter oder in schwülstigen Balladen zu «croonen» wie ein Schmachtsänger alter Schule. Farlowe (Jahrgang 1940) hat seine beste Zeit hinter sich, und er bringt den Spass und die Begeisterung mit, aber es ist zu jedem Zeitpunkt zu merken, dass er ein grosser Sänger war. Unterstützt von der Hamburg Blues Band unter dem Schock der Ereignisse und vor einem Publikum, dass sich lange Zeit gefragt hat, ob das überhaupt noch weitergeht, war es schwer, ein wirklich mitreissendes Konzert hinzukriegen, und so war der Auftritt professionell, aber eben unter dem, was zu erwarten gewesen war. Immerhin war es schön, eine Legende zu sehen und die Band spielt schnörkellosen und gradlinigen Rock, der Anleihen im Blues macht und diesen auch als Grundlage der eigenen Musik schätzt. Wer also Bluesrock schätzt, für den sei daran erinnert: 21. Mai in Rorschach ist die nächste Gelegenheit, die Formation mit Farlowe erneut in der Schweiz zu sehen, und es ist zu hoffen, dass jener Abend unter einem besseren Stern stehen wird. Band: Kommentare (0)
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