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Bloogle Musik Diskographien

The Instant Blues Collection PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
10 CDs, mit denen man eine Blues-Sammlung aufbauen kann.

Die hier porträtierten CDs wollen eine repräsentative Auswahl an Blues-Musik in verschiedenen Stilen bieten. Jede CD ist ein vielgespielter Liebling der BLUESNEWS-Redakteure, das heisst die Musik «verleidet» einem nicht, sondern diese Alben hört man wieder und wieder. Es wurde zudem darauf geachtet, dass die CDs nicht absolute Schlager sind, die ein auch marginal interessierter Hörer vielleicht sowieso schon kennt. Aus diesem Grund wurde von Hooker nicht einer der beiden bekannten (und ausgezeichneten) Alben Chill Out oder The Healer empfohlen, sondern das weniger bekannte Live-Album Live at the Café à Go-Go.

Auffällig an der Auswahl ist, dass sehr viele Live-Alben dabei sind. Das hat mit meiner Vorliebe für Live-Alben zu tun. Grundsätzlich ziehe ich eine Live-Aufnahme einer Studio-Version vor, denn Musik ist meiner Meinung nach weniger das Spielen richtiger Töne als eine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken. Dies geschieht nun mal auf einer Bühne besser und anders als im Studio mit ständigen Unterbrechungen.

 

 

Disc 1: John Lee Hooker: Live at the Café à Go-Go (And Soleadat Prison)

JohnLeeHookerLiveAtTheCafe.png

 1. I'm Bad Like Jesse James
2. She's Long, She's Tall (She Weeps Like a Willow Tree)
3. When My First Wife Left Me
4. Heartaches and Misery
5. One Bourbon, One Scotch, One Beer
6. I Don't Want No Trouble
7. I'll Never Get Out of These Blues Alive
8. Seven Days and Seven Nights
9. What's the Matter Baby
10. Lucille
11. Boogie Everywhere I Go
12. It Serves Me Right to Suffer
13. Bang, Bang, Bang, Bang

 

John Lee Hooker spielte sehr häufig die selben Stücke ein, also ist es eine Frage der Interpretation, welche Aufnahme einem gefällt. Die Aufnahmen auf der Doppel-CD Alone sind toll, und hier spielt er die Lieder in einem weniger intimen Rahmen, mit mehr Drive und dem Antrieb einer Band. Das Letzte Stück Bang Bang Bang ist selbstverständlich ein Cover seines Klassikers Boom Boom Boom. Die Aufnahme wirkt sehr «roh» und vermittelt (zumindest mir) eine Gänsehaut-Clubatmosthäre.



Disc 2: Muddy Waters Fathers and Sons MuddyWatersFatherAndSon.png

1. All Aboard
2. Mean Disposition
3. Blow Wind Blow
4. You Can't Lose What You Ain't Never Had
5. Walking Thru The Park
6. Forty Days And Forty Nights
7. Standin' Round Cryin'
8. I'm Ready
9. Twenty Four Hours
10. Sugar Sweet
11. Country Boy
12. I Love The Life I Live (I Live The Life I Love)
13. Oh Yeah
14. I Feel So Good
15. Long Distance Call
16. Baby, Please Don't Go
17. Honey Bee
18. The Same Thing
19. Got My Mojo Working (Part 1)
20. Got My Mojo Working (Part 2)

Muddy Waters nimmt auf diesem Album seine bekanntesten Hits mit jungen weissen Musikern auf, die mit seinem Blues aufgewachsen sind und nichts sehnlicher wollten, als den Meister zu begleiten. Paul Butterfield, Michael Bloomfield. Am Bass ist Donald «Duck» Dunn, der pfeifenrauchende Bassist des Films Blues Brothers. Muddy Waters hat Otis Spann mitgebracht für die Tasten und die fünf spielen die Songs authentisch, aber trotzdem frisch. Muddys Stimme klingt kräftig, und die Aufnahme ist gut. Insbesondere Butterfields Harmonic haucht den Stücken viel Energie ein. Vgl. den Beginn von Forty Days and Forty Nights oder das Zusammenspiel zwischen Butterfield und Bloomfield am Anfang von Baby Please Don't Go.


Disc 3:  B.B. King Live at The Apollo   BBKingLiveAtTheApollo.jpg

 

1. When Love Comes To Town
2. Sweet Sixteen
3. The Thrill Is Gone  
4. Ain't Nobody's Bizness
5. Paying The Cost To Be The Boss
6. All Over Again
7. Nightlife     
8. Since I Met You Baby
9. Guess Who
10. Peace To The World

 

Live At The Apollo ist immer eine Herausforderung, seit James Brown hier mit seinem letzten Cent sein gleichnamiges Album produzierte und damit USA-weit berühmt wurde. Der King geht in Harlems berühmtesten Ballsaal, bereit die Herausforderung des New Yorker Publikums anzunehmen. When Love Comes to Town fetzt los, und dann sind es einfach sehr solide Versionen der King'schen Klassiker wie Sixteen, Thrill oder Paying the Cost. Zum Schluss gibt es Willie Nelsons Nightlife und das etwas ulkige aber sicher vorgebrachte Peace to The World. Einfach ein gelungenes Album von B.B.

Disc 4: Junior Wells & Buddy Guy Alone and Acoustic
GuyAndWellsAloneAndAcoustic.png

1. Give Me My Coat And Shoes
2. Big Boat (Buddy And Junior's Thing)
3. Sweet Black Girl
4. Diggin' My Potatoes
5. Don't Leave Me
6. Rollin' And Tumblin'
7. I'm In The Mood
8. High Heel Sneakers
9. Wrong Doing Woman
10. Cut You Loose
11. Sally Mae
12. Catfish Blues
13. My Home's In The Delta
14. Boogie Chillen
15. Medley: Baby What You Want Me To Do...

Als Willie Dixon von den Chess-Brüdern beauftragt wurde, für Muddy Waters Album Folk Singer einen akustischen Gitarristen aufzutreiben, der im alten Stil spielen könne, organisierte er Buddy Guy. Die Phil Chess glaubte nicht, dass Guy spielen konnte wie ein alter Blueser, aber Dixon setzte sich durch.

Buddy Guy spielt hier ebenso akustisch wie auf Folk Singer, nur begleitet er seinen Kumpel Junior Wells. Wells singt und spielt Harmonika, Guy spielt hauptsächlich Gitarre und singt nur sehr wenig. Die beiden «Blues Brothers» harmonieren wunderbar und spielen von Stücken im Stil von Hooker (Boogie Chillen) über solche im Stil von Jimmy Reed (Das Schlussmedley) bis zu Muddy Waters (Catfish Blues). Die beiden haben enormen Spass an dieser ersten akustischen Solo-Scheibe, und das ist deutlich zu hören. Neben dieser CD gibt es als akustische Arbeiten der beiden noch Buddy and The Juniors mit Junior Mance am Klavier sowie die posthum veröffentlichte CD Last Time Around, auf der Junior Wells noch einmal zu hören ist.

  Disc 5: Luther Allison Southside Safari
LutherAllisonSothSideSafari.png

 

 

1 . Strokes
2. You're Gonna Need Me
3. You Upset Me Babe
4. Movin' on Up
5. Thrill Is Gone
6. Cat Blues
7. Messin' With the Kid

 

Luther Allison liebte es, live zu spielen. Er spielte stundenlange Konzerte (vgl. seine DVD Live in Paradise), und hier spielt er zuhause in Chicago. Er fetzt durch B.B. King Klassiker wie Thrill is Gone oder You Upset Me Baby, die er jeweils zu langen Tour-de-force-nummern ausbaut. Die Aufnahme ist roh und wild und klingt nicht perfekt abgemischt, aber das ist wunderbar. Mit Luther Allison kann man nicht falsch gehen, aber diese Scheibe ist ein besonderer Leckerbissen.


Disc 6: Stevie Ray Vaughan The Sky is Crying
SRVTheSkyIsCrying.png

 

1. Boot hill
2. The sky is crying
3. Empty arms
4. Little Wing
5. Wham
6. May I have a talk with you
7. Close to you
8. Chitlins con carne
9. So excited
10. Life by the drop    

Die erste der posthum veröffentlichen Alben von SRV. Wenn man sich das klar macht, beginnt man selbst zu weinen, denn auf dieser CD wird noch einmal deutlich, welches Potential, welche unglaubliche Fähigkeit am 27. August 1990 in Alpine Valley abstürzte. Stevie war ein Erneuerer und ein Traditionalist, genialer Gitarrist und begnadeter Sänger (zumindest meiner Meinung nach).

Auf dieser CD ist alles drauf: Shuffles ("Boot Hill"), Slide-Gitarren-Spiel ("Sky is Crying"), Rock-Klassiker (Das instrumentale "Little Wing", das sowohl Claptons Coverversion wie auch Hendrix' Original übertrifft), Jazz (Kenny Burrells "Chitlins Con Carne") und zum Schluss sogar ein akustisches Stück, das wunderbar melancholische "Life By The Drop".


Disc 7: Albert King Blues at Sunrise
AlbertKingBluesAtSunrise.png

 

1. Don't Burn Down the Bridge ('Cause You Might Wanna Come Back Across)
2. I Believe to My Soul
3. For the Love of a Woman
4. Blues at Sunrise
5. I'll Play the Blues for You
6. Little Brother (Make a Way)
7. Roadhouse Blues

 

 

 

Albert King verfügte nicht über einen grossen Variantenreichtum in seinem Spiel, daher sind die unterschiede zwischen einzelnen Alben sehr klein. Hier, auf dieser Live-Aufnahme vom 1. Juli 1973, aufgenommen am Montreux Jazz Festival, spielt er locker auf und lässt sich für seine Soli die nöritge Zeit. Wie die meisten schwarzen Musiker fühlte er sich in Europa freier und in Montreux bot sich ihm sicher die Stimmung, um etwas zu experimentieren. King spielt seine Klassiker, und "Blues at Sunrise" wird mit 10:21 Minuten schön interpretiert, auch wenn der Meister zu Beginn etwas ärgerlich wird, weil ihm die Abmischung der Instrumente nicht passt. Auch das folgende "I'll Play The Blues for You" mit 6:36 ist wunderbar. Alles in allem eine gelungene Live-Aufnahme von King Albert.



Disc 8: Big Mama Thornton Jail

BigMamaThorntonJail.png

 

1. Little Red Rooster
2. Ball and Chain
3. Jail
4. Hound Dog
5. Rock Me Baby
6. Sheriff O. E. & Me
7. Oh Happy Day

 

 

 

Ich muss es einfach mal sagen, ich kann mit Frauen im Blues nicht so viel anfangen wie mit Männern. Das liegt daran, dass viele Damen zu sehr einem verspielten, Jazz-artigen Stil nachhängen, der dann für meine Ohren zu lieblich klingt. Nicht so Willa Mae «Big Mama» Thornton. Sie singt wie die männlichen Gegenüber voll aus dem Bauch und mit kräftiger Stimme bellt sie ihre Lieder. Alle Alben von Thronton sind ausgezeichnet, etwa Big Mama Thornton with the Muddy Waters Blues Band 1966 oder Ball n' Chain, aber diese Aufnahme hier ist speziell gut. Aufgenommen in einem Gefängnis vor Insassen spielt sie Lieder, die sie geschrieben hat, die aber andere berühmt machten: "Ball and Chain" (Janis Joplin) oder "Hound Dog" (Elvis Presley). Und von diesen Liedern liefert sie ebenso eine endgültige Version ab wie von "Rock Me Baby", einem Stück, das wirklich zu Tode gecovert wurde, hier aber swingt.

 

Disc 9: Otis Spann Last Call :  Live at the Boston Tea Party

OtisSpanLastCall.png

 

1. Country Gir 2. Get on Down to the Nitty Gritty
3. Long Distance Call
4. I Got My Mojo Working
5. Chains of Love
6. Stomp With Spann
7. My Baby (Sweet as an Apple)
8. I Wonder Why
9. My Man
10. Blues for Otis


 


Otis Spann, der Pianist des frühen Muddy Waters, starb leider viel zu früh. Er war ein Genie mit den Tasten, der das Blues-Piano entscheidend mitprägte. Es gibt auch Leute, die sagen, er sei der beste gewesen, den es je gab, was angesichts der Konkurrenz durch beispielsweise Pinetop Perkins einiges heisst. Diese Aufnahme hier aus dem Jahr 1970 ist sein angeblich letzter Auftritt, zumindest sein letzter auf Tonträger gebannter Auftritt. Spann singt nicht selbst, sondern begleitet. Auf "Chains of Love" singt Lucille Spann, vermutlich seine Tochter. "Stomp with Spann" ist ein wundervolles Instrumentalstück. Auch für Leute, die sich mit dem Bluesklavier nicht so auskennen, ist diese CD sehr empfehlenswert. Als Seltenheit gibt es "Get on Down to The Nitty Gritty" von Luther «Snake Boy» Johnson (auch «Georgia Snake Boy» genannt), ein selten gecovertes Stück.

Disc 10: Eric Clapton Unplugged

EricClaptonUnplugged.png

1. Signe
2. Before You Accuse Me
3. Hey Hey
4. Tears in heaven
5. Lonely Stranger
6. Nobody Knows You When You're Down & Out
7. Layla
8. Running On Faith
9. Walkin' Blues
10. Alberta
11. San Francisco Bay Blues 
12. Malted Milk
13. Old Love
14. Rollin' & Tumblin

 Eine wahrhaft epochemachende CD. Die MTV-Sendung Unplugged wurde durch dieses Programm berühmt und Chic, Clapton war erneut der Trendsetter des Akustischen Sounds in den 90er Jahren, und er kassierte einen Armvoll Grammies. Aber in erster Linie ist es ein Album, das ernormen Spass macht, weil Clapton viel Freude am Spiel zeigt, sich erstmals authentisch mit Robert-Johnson-Material auseinandersetzt (Die Cream-Version von „Crossroads" hat schliesslich nicht mehr viel mit Robert Johnson zu tun). Er spielt unheimlich sauber und seine Stimme scheint für das intime Setting einer «entstöpselten» Session besser geeignet. Schade, dass der „When The Circus Left Town" nicht auf der CD brachte. Es wurde in der Original-MTV-Sendung noch übertragen. Das Konzert gibt es auch als DVD zu kaufen.

 

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