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Bloogle Musik Rezensionen CDs

CD-Rezension Clapton PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
Eric alters-weise

Eric Clapton singt Autumn Leaves? Das soll wohl ein Witz sein? Keineswegs. Und er macht das auch noch gut. Das neue Studioalbum Clapton enthält zur Hälfte unsterbliche Klassiker der Jazz-Tradition der 20er bis 50er Jahre. Und wenn der Meister auch bluesige Versionen der Songs präsentiert, es bleiben die Klassiker des «Great American Songbook». Doch mit seiner Wahl der Songs zeigt Clapton auch deutlich: die Zeit des Gitarrenheldentums sind endgültig vorbei — es zählt das Kollektiv. Und das beinhaltet viele Weggefährten Claptons. Der 65-jährige Brite lässt es gemächlicher angehen. Das Album macht eine Menge Spass, wenn man sich darauf einlässt, aber es wird auch manche überraschen. Clapton kann zwar nicht so gut singen wie Rod Steward, aber er zeigt ihm dennoch, was eine Harke ist.

Die neue CD von Eric Clapton, sein ich-weiss-nicht-wievieltes Studioalbum, heisst einfach Clapton. Auf dem Cover, das derzeit auf vielen Plakatwänden zu sehen ist, ist zu sehen — Clapton. Er trägt in seiner momentanen Phase die deutlich ergrauten Haare wieder halblang, wie zur Phase von 24 Nights. Sein Blick – durch eine schlichte schwarze Edelbrille – gradlinig und direkt. Das Albumcover und der Titel suggerieren ein persönliches, ein intimes Album. Clapton, der bekanntlich jeglichen Drogen abgeschworen hat, der seine Nüchternheit feiert, tritt hier mit nichts als seiner Kunst auf, und er präsentiert dem Publikum eine Reise durch die Musik, bei der es auf die feinen Zwischentöne ankommt.

Seine produktivste Droge war stets die Musik selbst, und auf dem neuen Album gräbt er erneut in seiner Kiste musikalischer Erinnerungen und bringt Songs, die weniger dem Blues-Kanon zuzurechnen sind als seine früheren Rückgriffe auf Robert Johnson, Big Bill Broonzy, Scrapper Blackwell und die vielen anderen. Er geht diesmal zurück auf Fats Waller, Hoagy Carmichael und Irving Berlin sowie Yves Montand, bzw. Joseph Kosma & John Mercer. Hinzu kommen zwei uralte J.J. Cale-Stücke, wahre Perlen selbsverständlich und einige wenige Neukompositionen von Doyle Bramhall, seit einiger Zeit im Tross Claptons. Dieser co-produziert die CD auch, und diese bietet eine Mischung aus bluesig interpretierten Jazz-Klassikern und typischem Clapton-Blues mit Signature-Soli und «woman tone», wie sich das gehört. Ein abwechslungsreiches und geschmackvolles Album, und somit durchaus dem Cover und Titel entsprechend. 

Dazu hat sich der Meister Unterstützung geholt. Dies sind neben den Musikern, die sowieso in jüngeren Jahren im Umfeld gearbeitet haben wie J.J. Cale, Derek Trucks oder eben Bramhall Trompetengott Wynton Marsalis, Allen Toussaint sowie Posaunist Troy «Trombone Shorty» Andrews, alle drei aus New Orleans. Aber während Begleitmusiker früherer Bands oftmals sehr im Hintergrund agierten, um dem Meister Raum zu lassen, bindet Clapton sich hier stärker ins Kollektiv ein, versucht einmal mehr, seinem Ideal von The Band nachzukommen. Es geht nicht um ein Solo, obwohl es selbstverständlich einige grossartige Soli auf der CD gibt, es geht um Songs, die er seit Jahrzehnten kennt und liebt, und denen er mit seiner Version Referenz erweisen will.  

Der Eröffnungstrack, «Li’l Son» Jacksons hypnotischer Blues Travelin' Alone ist untypisch für das Album, als er mit mehr Dampf daherkommt als der Rest. Clapton und Co-Produzent Doyle Bramhall II spielen sich die Licks zu und messen sich darin, das noch coolere und sparsame Lick zu spielen. Clapton singt wie schon auf From the Cradle mit grosser Intensität, sein Gesang bleibt freilich limitiert. Neben Gitarrensoli gibt es noch Walt Richmonds Hammondorgel. Das zweite Stück, die wunderbare laid-back-Schnulze Rockin' Chair stammt von Hoagy Carmichael (der bekannt ist als Komponist von Georgia on My Mind, Lazy River und Stardust). Frühere Versionen stammen von Lonnie Johnson oder Louis Armstrong. Auf dieser aktuellen Fassung steuert Derek Trucks wunderbare Slide-Gitarren-Gemütlichkeit bei. Der Song heisst Rocking Chair und so spielt und singt Clapton ihn auch: gemütlich, entspannt, zufrieden. Ein Song wie eine Tasse heisser Tee mit Honig an einem regnerischen Novembertag. 

Als drittes folgt ein Duett mit J.J. Cale, nämlich dessen Komposition River Runs Deep. Der Song, original auf Cales Naturally veröffentlicht, war damals 2:41 lang, die neue Fassung hat 5:52. Das Bongo als Begleitung wurde durch ein Schlagzeug ersetzt, aber der Groove bleibt derselbe wie bei Cales Soloaufnahme von 1971. Die beiden ältern Herren spielen und singen erneut hypnotisch, mantra-artig, und nur die instrumentalen Fill-Ins  bringen Variation, dadurch entsteht ein wolkiger transparenter Klangteppich. Neben der Verneigung vor dem schreiberischen Genie Cales ist so ein Cover (zumal es mit dem neunten Song Everything Will Be Alright noch einen zweiten aus der Feder Cales gibt) auf einem Clapton-Album mit den Tantiemen für Cale auch eine nette finanzielle Aufmerksamkeit. Im Internet war zu lesen, Cale habe Clapton die Songs «überlassen», was wohl nicht viel Sinn ergäbe. 

Judgement Day ist ein Cover von Snooky Pryor und entsprechend gibt es hier Harmonica satt (Fabulous Thunderbirds Kim Wilson). Ein Chicago-Blues, nicht mehr, nicht weniger. Originalgetreu gespielt wie das Clapton eben so macht. Gleichwohl ist es kein Museumsstück, sondern ein lebendiges Stück, das er hier verarbeitet. 

Es folgt ein erste Höhepunkt, für manche sicher ein Tiefpunkt, aber meines Erachtens ein grossartiges Cover von Irving Berlins How Deep Is The Ocean, einem unsterblichen Klassiker, Evergreen, gecovert von Frank Sinatra oder Ella Fitzgerald. Es gibt jazzige Instrumentalversionen von Keith Jarrett, Oscar Peterson oder Tal Farlow und bluesige Fassungen, etwa von Lonnie Johnson. Clapton, der diese Titel seit frühester Kindheit kennt, orientiert sich nicht erkennbar an einem Vorbild, seine Version ist mit einer Dauer von 5:29 gemächlich, klingt nach Veranda und Limonade im Schatten. Gegen Ende des Songs blitzt ein erstes Mal eine überraschende Trompete auf: Wynton Marsalis. Der Titel bringt auch ein erstes Mal das London Session Orchestra ins Spiel, Streicher, die sich Clapton gegönnt hat nach dem Motto, wenn schon, denn schon. Die Geigen können manchem zu viel sein, an anderen Tagen hört man sie kaum, da sie vornehmlich zur Stimmung beitragen. 

Beflügelt durch diesen Song freute ich mich auf den folgenden: Fats Wallers My Very Good Friend The Milkman. Ein Titel voller Humor, tatsächlich ein scheuer Heiratsantrag und ein augenzwinkender Knaller. Walter Richmond und Allen Toussaint steuern jeweils ein Pianosolo bei, und Clapton führt sie namentlich ein. Aber die Frechheit des Songs, die ihn zu einem weiteren Highlight macht, kommt von Wynton Marsalis, der mit seiner Trompete im Duett mit Matt Pyreems Tuba dem Titel eine zweite Ebene verleiht. 

Es folgt ein radikaler Bruch: Walter Jacobs Harmonica-Blues Can't Hold Out Much Longer, hier als heftiger Chicago-Blues gespielt, so als sei dies ein Bonustrack zu From the Cradle (der Titel klingt sehr ähnlich wie Goin’ Away Baby). Wie der erste Titel ist dieser etwas heftiger als Rest des Albums. Bereits der nächste Titel ist wieder sehr entspannt: That's No Way To Get Along klingt wie ein Titel von 461 Ocean Boulevard, klare Anleihen beim Reggae sind zu verzeichnen. Erneut mit der Hilfe von J.J. Cale aufgenommen spielt Bramhall hier die Slide-Gitarre. Wenn vorherige Titel an Limonade oder Tee erinnerten, dann ist dies ein «Bahama Mama»-Drink in der Karibik. 

Everything Will Be Alright ist erneut Cale, hier wieder als Komponist. Auch dieses Cover unterscheidet sich kaum vom Original auf Really von 1973. Diamonds Made From Rain ist eine Komposition von Doyle Bramhall, die als etwas schwülstige Rockballade daherkommt. Erneut kommt das Session Orchestra zum Einsatz. Die zweite Stimme gehört Sheryl Crow, die aushilft und dem Stück ihre eigene Creme verpasst. Interessanterweise war mir dieses Stück zu süsslich, obwohl How Deep is The Ocean eine Schnulze ist, aber hier ist es einfach zu viel: Diamonds Made From Rain stimmt nicht nur chemisch nicht, auch musikalisch passt das nicht. 

Erneut kommt die New Orleans-Crew zum Einsatz auf When Somebody Thinks You're Wonderful, dem zweiten Titel bekannt durch Fats Waller. Wie der Milkman-Titel oben ist auch diese Aufnahme ein Kleinod (leider nur 2:51). Es ist kein Geheimnis, dass sich Clapton im Blues wohlfühlt, aber hier zeigt er, in welchem Masse dies möglich ist. Ein weiterer Bluestitel ist Hard Times Blues, der Titel eines wenig bekannten Bluesman aus den 1930er Jahren aus der Gegend um St. Louis. Floyd Jones und Eddie Taylor haben eine Version des Titels zu verzeichnen. Clapton spielt ihn hier als akustischen Blues, sehr einfühlsam und mit grosser Liebe zu diesem Stück.

Der vorletzte Titel Run Back To Your Side ist erneut Rockmusik im klassischen Clapton-Stil mit Background-Sängerinnen. Ein deutlich erkennbarer Gitarrenlick, 12 Takte mit Bluesschema und ab geht die Post. Nach diesem Motto wurde dieser Titel eingespielt, das einzige Zusammentreffen von Clapton, Bramhall und Trucks und ein entsprechendes Gitarrengemetzel. Kein schlechter Titel, ohne Zweifel, aber irgendwie passt er nicht richtig auf die CD. Der Titel wäre auf Behind the Sun besser aufgehoben gewesen und erscheint wie eine Konzession an die Fans, um sozusagen einen typischen Clapton-Titel draufzuhaben. 

Als letztes Stück dann Autumn Leaves. Es ist schwer für mich, über diesen Titel zu schreiben, weil dieser definitiv so etwas wie mein Lieblingslied ist, und insofern habe ich mich auf Claptons Version gefreut, sie aber auch gefürchtet. Der Titel ist die englische Übersetzung der Vertonung des Gedichts Les feuilles mortes von Jacques Prévert. Joseph Kosma schrieb die Musik, Yves Montand hat das Chanson bekannt gemacht. Es gibt Versionen von Bing Crosby, Édith Piaf, Roger Williams, Diana Krall, Oscar Peterson, Bobby McFerrin und unzähligen anderen (Ich habe 47 unterschiedliche Fassungen in Itunes).Wirklich grundlegend sind meiner Meinung nach die instrumentale Bepop-Fassung von Miles Davis und Cannonball Adderley (1958 auf Somethin’ Else), und die gesungene Version von Nat «King» Cole

Und jetzt also Eric Clapton. Er fasst den Titel zärtlich an, nimmt es als ein Liebeslied, nicht als schmerzvolles Abschiedslied. Sein Gesang und die Instrumentierung sind nicht sonderlich bemerkenswert. Respektvoll und mit tiefer Verehrung für den Titel singt er die Strophen, hier ist das Stück noch nichts besonderes. Als er für die letzten zwei Minuten dann zum Solo ansetzt, verändert sich alles schlagartig. Dieses Solo von Clapton ist ein aussergewöhnliches Stück Musik, denn es macht deutlich, wie sehr Eric Clapton mit seiner Phrasierung, seiner Wahl der Tonleitern und seinem Verständnis des Gitarrensolos das Modell schlechthin ist für ein Gitarrensolo. Clapton spielt dieses Solo so, wie es logisch scheint, vorgegeben durch die Hörgewohnheiten der Musikindustrie, deren letzte 45 Jahre im Bereich des Gitarrenspiels ganz massgeblich von diesem Herrn aus Sussex beeinflusst worden sind. Und weil Clapton der einflussreichste Gitarrist aller Zeiten ist, klingt dieses Solo genauso, wie man es sich vorstellt. Ein magischer Moment. 

Was gibt es also über Clapton zusammenfassend zu sagen? Die Zeiten, da «Clapton is God» Gültigkeit hatte, sind lange vorbei (wenn diese Tatsache auch in einer Besprechung des Tagesspiegels noch immer beklagt wird). Hier ist der altersweise Herr, der mit Verantwortung und Schaffensfreude ein Album macht, das ihm am Herzen liegt. Als auf dem Live-Album One More Car, One More Rider von 2002 als letzte Zugabe Somewhere Over The Rainbow enthalten war, war dies ein Vorgeschmack. Man darf gespannt sein, wohin die Reise weiterhin geht, denn Clapton entwickelt wich weiter und weiter, und hier verdient er Respekt als ein nach wie vor kreativer Geist, als ein Künstler, der um seine Kunstwerke ringt. Anders als Rod Steward, der sich eine goldene Nase verdient mit Kuschlrock-kompatiblen aber völlig uninspirierten Aufnahmen solcher Klassiker ringt Clapton um seine eigene Fassung des Songs, und das ist nun mal seine Spezialität – seit 45 Jahren.
Eric Clapton Clapton
1. Travelin' Alone                                                   3:56    
2. Rockin' Chair                                                     4:03
3. River Runs Deep                                                5:52
4. Judgement Day                                                  3:11
5. How Deep Is The Ocean                                     5:29
6. My Very Good Friend The Milkman                      3:18
7. Can't Hold Out Much Longer                                4:08
8. That's No Way To Get Along                               6:07
9. Everything Will Be Alright                                    3:49
10. Diamonds Made From Rain                                4:21
11. When Somebody Thinks You're Wonderful         2:51
12. Hard Times Blues                                             3:43
13. Run Back To Your Side                                     5:17
14. Autumn Leaves                                                 5:40
 
Kommentare (2)add comment

Jazzman said:

0
...
Sehr schöne und, wie mein Vorredner bereits erwähnte, unglaublich präzise Rezension.
Ich stehe den täglich auf den Markt kommenden Alben des Great American Songbooks sowieso stets skeptisch gegenüber.
Auch das von Clapton überzeugt meiner Meinung nach nicht...da mache ich doch lieber die alten Miles Davis-Platten rein.
Dezember 09, 2010 | url

R. Koechli said:

0
Was wir von Clapton noch lernen können ...
Es gibt Rezensionen, die sind inspirierender als das Werk, welches sie beschreiben. Ich bin beeindruckt von der grossen Aufmerksamkeit und Detail-Versessenheit, mit welcher Marc Winter immer wieder Musik hier auf diesem Portal beschreibt. Sein Background und seine Kompetenz sind unüberhörbar, und höchst erfreulich ist vor allem die Tatsache, dass Marc spürbar immer mit einer positiven Grundhaltung, mit Respekt und Liebe zur Musik rezensiert. Das ist aus Prinzip schon mal wesentlich ansprechender als manche nach verbitterter und abgelöschter Nörgelei klingenden Texte anderer Journalisten.

Dass ich seine Sicht zum neuesten Clapton-Album nur bedingt teile, sei hier „am Rande“ erwähnt, denn erstens ist diese meine Empfindung eher launenhaft und zweitens weiss ich, dass sie für die eingefleischte Clapton-Fangemeinde in keiner Weise bedeutend sein wird ... (neue Fans wird er sich mit diesem Album ohnehin kaum holen!). Meine „Wertung“ bewegt sich ungefähr in der Mitte zwischen dem Verriss des Tagesspiegels und der Lobes-Hymne eines Marc Winters. Natürlich sind da ein paar intensive bis magische Momente, die es vermutlich immer geben wird, solange uns Clapton gesund erhalten bleibt. Aber insgesamt wirkt die Scheibe doch eher lahm und einschläfernd auf mich. Mir fehlt ein gewisser Biss, ein Mut zum Risiko oder gar ein Aufschrei aus einer existenzieller Not heraus. Solche höchst intensiven Momente gab's in Clapton's Laufbahn öfters, und dafür lieben wir ihn. Einfach nur geschmackvoll und gepflegt im höchst privilegierten Sessel zu musizieren, mit ein paar top-cracks im Rücken (auch dies völlig ohne Risiko!) eine weitere Scheibe auf den Markt zu werfen, das darf man ruhig auch mal in Frage stellen. Eric ist mal wieder unglaublich tuff, wenn er davon überzeugt ist, dass die Musikwelt seine Interpretationen dieser unsterblichen Klassiker tatsächlich braucht. Woher nimmt er dieses Selbstverständnis ? (zumal sein Gesang stellenweise deutlich unter seinem eigentlichen Potential bleibt – ich habe ihn schon wesentlich intensiver singen gehört!). Wie auch immer, es ist typisch Eric: „Hier bin ich, was ich auch immer anfasse an Musik, durch meine Aura wird es zu Gold, und es soll für die Welt ein bedeutendes Geschenk werden!“ Dieser Widerspruch macht mich immer wieder ratlos; ich weiss, dass er gerade deswegen verführerisch ausstrahlt und berührt, andererseits widerspricht sein Wesen meinem Ideal der Bescheidenheit. Soll ich ihn lieben oder nicht ? Im Zweifel ... JA! Ich glaube, die wertvollste Lektion für kleinmütige CH-Musiker unserer Art dürfte in der Tat darin liegen, sich von dieser stolzen Aura ein kleine Scheibe abzuschneiden; sich dem schwierigen inneren Kampf zwischen Grössenwahn und zerfleischendem Selbstzweifel zu stellen. Denn genau hier liegt das Wesen der Kunst, sie kann ohne Grössenwahn kaum existieren. Clapton hat davon genug, wir zuweilen zu wenig. Und zudem lässt sich ja seine Musik nach wie vor geniessen, wenn auch ziemlich unspektakulär und kaum Horizont-erweiternd.
Vielleicht sind die Herren ja auch bloss etwas müde geworden; zu meiner grossen Enttäuschung (!) gilt das beispielsweise auch für Cale (sein aktuelles Album ist für mich DER Flop!) und Knopfler (auch bei ihm scheint viel Biss weggeschmolzen zu sein). Soll uns später mal nicht besser ergehen... - allerdings könnte man in diesem Falle ja auch einfach in den Ruhestand treten, so wie das jeder Handwerker tut. Das wäre dann gewissermassen die vollendete Altersweisheit: „Ich habe alles erreicht was ich wollte, danke der Welt für Ihre Aufmerksamkeit und überlasse das Berufs-Feld meinen jüngeren Kollegen.“ Aber wer garantiert uns, dass wir diese Weisheit je erlangen werden ? Man kriegt wohl nie genug von dieser Droge „Musik“ - ich befürchte, dieses zweifelhafte Gen liegt in uns allen ... :-)

herzlich
Richard Koechli
November 14, 2010 | url

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