Eine Vogelscheuche macht Randale
Scarecrow On Rampage.
Erinnert eher an B-Movie als an eine CD. Wem also der Name der Band nicht schon
als Anhaltspunkt genügt, dürfte spätestens beim Titel ahnen, was ihn erwartet:
auf alle Fälle kein Trendblues. Garageblues
from Hell nennt die Band den Inhalt ihrer CD. Keine Ahnung, was das genau
heisst, aber es trifft bestimmt zu. . .
Der neue Bandname impliziert ja grundsätzlich mehr
stilistischen Spielraum und verpflichtet gleichzeitig fast zu explosiver Musik.
Beide Erwartungen erfüllt Dynamite Daze auf dem Album. Das bedeutet
nun aber nicht etwa eine Aneinanderreihung beinharter, knalliger Bluesrock
Titel.
Die CD enthält elf Songs, welche die Bandbreite des Quartetts
eindrücklich demonstriert. Schon der titelgebende Song Scarecrow On Rampage ist
nicht, wie ich erwartet hätte, ein musikalisches Erdbeben, sondern ein
poetisches, langsames Stück. Die CD beginnt allerdings mit Fat, einem Rock, der mich an Meat
Loaf erinnerte, was vielleicht auch daran liegt, dass der augenzwinkernde
Horror sich an die Rocky Horror Picture
Show anlehnt.
Mit Bertram schliesst
eine Ballade an, der Didi mit seinem
Gesang eine wunderbar düstere Note aufdrückt, die zum Text (Bertram ist ein
Werwolf) passt. Für Monkey zieht er dann die Harp aus der Tasche und - ja - er kann's.
Mit dem Transsilvania Express, liefern
die vier einen Choo Choo Song ab, Dracula bleibt draussen. Funky Turn ist, was man sich vorstellt: ein funkiger Blues mit
einer wahwah Gitarre. Ich finde, Funk klingt ohne Bläser gerne etwas dürftig.
Dieser hier klingt auch ohne Hormsection überzeugend. Buccanish dann ein herrlicher Shuffle. Mit Welcome To The Club, einer Rocknummer, meint er das älter werden. Evil Creek ist psychedelischer
Bluesrock, auch das haben die Jungs drauf. Uppertown
Revenge wieder ein eher düsterer Song und ein etwas nervöses Ende.
Eine empfehlenswerte CD mit Titeln, die man gerne immer
wieder hört. Mit Texten, die weit entfernt sind von der üblichen Bluesprosa und
spielerisch und humorvoll daher kommen, überzeugt aber auch musikalisch. Dazu
der unverkennbare Gesang des Frontmanns. Sauber gespielt und ebenso gut
produziert.
Dynamyte Daze, Scarecrows On Rampage (2011)
1: Fat, 2;36
2: Bertram, 5:09
3: Monkey Fever, 3:23
4: Transsilvanian Express, 3:37
5: Scarecrows On Rampage, 3:35
6: The Coolest, 6:53
7: Funky Turn, 5:06
8: Bucanish; 5:18
9: Welcome To The Club, 3:42
10: Evil Creek, 5:16
11: Uppertown Revenge, 2:35
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