Bloogle Musik Rezensionen CDs |
| Mick Pini & Jan Hartmann - Moonshine |
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| Geschrieben von Marc Redaktion Musik | |
Die zeitlose Spielfreude des Blues
Jan Hartmann wurde auf den Seiten von Bluesnews schon mehrfach erwähnt, etwa im Musikerporträt oder mit einer Konzertkritik Hier geht es nun um eine CD dieses gut eingespielten Duos Jan Hartmann (Bluesharp) und Mike Pini (Guitars, Vocals). Auf manchen Stücken werden die zwei von Uwe Jesdinsky (Kontrabass) unterstützt, der auch bei Konzerten der beiden dabei ist.
Die CD eröffnet mit Good Morning Love von Luther Allison, wie im Original auf Hand Me Down My Moonshine spielt auch Pini hier mit frisch klingenden Bronzesaiten, mit metallisch-obertonreichem Klang. Diese Aufnahme wird Allisons Original in jeder Hinsicht gerecht. Die Eigenkompositionen Pinis I'm In Love und vor allem She's Fine sind ebenso fröhlich gespielte Bluesstücke im Stil Luther Allisons. Den Titeln entsprechend handelt es sich um Liebeslieder. Mick Pini und Luther Allison schwingen musikalisch auf derselben Wellenlänge, beiden haben trotz der Begeisterung für den elektrischen West-Side-Blues die Liebe zum akustischen Blues beibehalten, und der CD-Titel Moonshine spielt klar auf Allisons akustische Aufnahmen auf Hand Me Down My Moonshine an. Der Titelsong Moonshine ist eine stille Ballade mit sehr wenig Text, in dem ein Trinker nach seinem Moonshine, also dem bei Nacht im Mondenschein illegal gebrannten Schnaps verlangt. Das Lied ist magisch, denn erst gibt es nur Gitarre und den Bass, schön gepickte Arpeggien und das Lied klingt nach einer Hymne an den Mond, als plötzlich (nach 2 Minuten!) Pinis Stimme zweimal aufheult mit einem klagenden «Gimme My Moonshine». Plötzlich erscheint das zärtliche Gitarrenspiel davor als musikalische Trunkenheit, das während der zwei Minuten deutlich hörbare Atemgeräusch Pinis wird von einem scheinbaren Fehler durch diesen Aufschrei «Gimme My Moonshine» plötzlich zum Bestandteil der Musik. Pini hat mit dieser Komposition ein wunderschönes Fragment des Blues geschaffen. Auf der CD hat es neben Eigenkompositionen Pinis auch interessante Covers, die sich perfekt ergänzen. Die Covers sind manchmal freie Interpretationen, manchmal aber auch getreue Interpretationen. Auf Bo Diddles Before You Accuse Me greift Pini zur E-Gitarre, was keinen grossen Unterschied macht, er bleibt clean und spielt traumhaft sicher den Rhythmus als Begleitung. Auch diese Einspielung ist von hoher Qualität, sie entspricht derjenigen Claptons (aus Unplugged), die Begleitung hat diese vorwärts treibende Qualität von Diddley. Sweet Little Angel ist überraschenderweise wieder mit der akustischen Gitarre und dem Bass. Hartmann setzt gegen Ende der ersten Strophe ein. Eine anrührende Version, und es ist zu bewundern, wie Pini selbst diesem abgedroschenen Text immer wieder Authentizität und Leben einhaucht. Sein Gitarrensolo ist frei und fliessend, ohne in irgendeiner Form an B.B. King anklingen zu müssen. Anders der folgende Klassiker Steady Rolling Man von Robert Johnson. Dieses spielt Pini fast werksgetreu nach dem Original, mit dem stark betonten Shuffle im Stile Johnsons, bei dem der erste Schlag nur unwesentlich länger ist als der zweite. Der Shuffle kommt spitz oder scharf daher, und die Version kann wirklich bestehen. Schliesslich wird Crossroads erneut völlig gegen den Strich gebürstet. Die ganze CD ist ein gelungenes Werk, abwechslungsreich und kurzweilig, die Klassiker haben ebenso ihren Platz wie eigene Stücke, Instrumental (oder beinahe-instrumental) und stimmungsvoller Gesang gehen zusammen. Jan Hartmann ist eine tolle Ergänzung zu Pinis Spiel, das den grössten Teil der Stücke trägt. Harftmann setzt seine Harmonika wie eine Glasur auf die solide Musik des Engländers, der mit seinem akzentfreien Gesang den Stücken viel Originalität gibt. Live gibt es Pini, Hartmann und Kontrabassist Urs Jesdinsky das nächste Mal am Freitag, den 29. Januar 2010 zu erleben, im wunderbar-plüschigen schwimmenden Theater «Herzbaracke», Beginn ist um 20:30 Uhr. Das Konzert wird garantiert ein Hit. Dafür spricht das letzte Konzert dort, aber auch diese CD, die es über die Myspace-Seite des Duos zu erwerben gibt, aber sicher auch live Ende Monat. Für Reservationen und Kontakt: http://www.theater.ch/mobile/f/herzbaracke
Weblinks:
Mick Pini & Jan Hartmann Moonshine (2007)
1. Good Morning Love - L. Allison Kommentare (0)
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Der Schweizer Bluesharp-Spieler Jan Hartmann und der britische Gitarrist und Sänger Mick Pini haben 2007 eine wunderbare CD
eingespielt, die man immer und immer wieder gerne hört. Das Duo spielt schönen
und fein gespielten Blues, mit einem Dialog zwischen Harp, Stimme und Gitarre,
der zeigt, dass sie sich verstehen. Die CD ist eine Fundgrube für kleine
musikalische Juwelen, und das Format akustische Gitarre und Bluesharp ist mit
Duos wie Sonny Terry & Brownie
McGhee, Junior Wells & Buddy Guy oder Cephas & Wiggins gut bestückt, und dieses schweizerisch-englische
Duo braucht sich nicht vor den grossen Vorbildern zu verstecken.
Die Formation spielt akustischen Blues vom Allerfeinsten. Hartmann weiss mit der Harp unglaubliche
Dinge anzustellen, sein Spiel ist abwechslungsreich, wenn auch einfach
konservatives Harp-Spiel. Befremdliche Keuchtöne, wie sie Junior Wells seinem Instrument zu entlocken pflegte, sind weniger Hartmanns Sache. Mick Pini kann man mit grösster Bewunderung als Veteranen des Blues
betrachten, seit 1960 spielt er Gitarre und den Blues, er kennt alle Kniffe der
akustischen wie elektrischen Bluesgitarre und sein Gesang ist perfekt geeignet
für die Musik. In der Konzertkritik habe ich ihn schon mit Willie De Ville verglichen, und auch auf der CD bestätigt sich
dieser Eindruck. Mick Pini ist ein
Meer des Wissens im Blues, eine wandelnde Bibliothek, und hier zeigt er wie
auch fast zwei Duzend anderen CDs, was er kann: Den Blues in seiner zeitlosen
Form präsentieren.
