Bloogle Musik Rezensionen CDs |
| What a Scene! Charlie Morris Band |
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| Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik | |
Die neue CD der Charlie Morris Band
Die Band zeigt drei
verschiedene Arten des Blues, alle Nummern haben neben dem Gitarrensolo auch noch
ein Solo des Pianisten, der Keyboard und Piano zu spielen scheint (wenn das ein
elektronisches Piano ist, hört man den Unterschied auf jeden Fall nicht). Ihre
drei Varianten des Blues sind der Shuffle, als der etwa das Eröffnungsstück „Can't
Do Nothing" und das achte Stück „Don't Mess With My Money" daherkommen. Die Shuffles
sind solide, wenn auch nicht Extraklasse. Wirklich toll wird es, wenn die Band
entweder einen Chicago-Blues anstimmt, was bei Stück Nr. 6 „May Not Be The
First One" der Fall ist oder beim Closer, Muddy Waters' „Champagne & Reefer".
Eine weitere Spezialität sind Stücke, die nach Catfish riechen oder nach Mississippi-Schlick. Vertreter dieser Sparte sind „Ramblin Blues", den es als Hörprobe gibt, ein lazy Blues mit schönem Slide-Intro. Man kann die Backporch förmlich vor sich sehen und unwillkürlich stellt sich die Frage, wieso Morris nicht mehr Slide spielt. Ebenfalls in diese Kategorie gehört „Too many bad habits", ein stark synkopierter Blues, der deutlich nach New Orleans klingt. Markus Baumer bearbeitet hier erneut wunderbar das Elfenbein. Wer immer es sei, der Mann hat's drauf, das Stück ist wunderbar. Als es darum geht, welche schlechten Angewohnheiten er aufgeben soll entspinnt sich eine nette Konversation mit dem Publikum, die damit endet, dass Morris wohl am besten aufgibt, mit dem Publikum zu sprechen. Stattdessen spielt er eben seine Gitarre, was in diesem Fall bedeutet, er liefert ein weiteres seiner sauberen, makellosen Soli ab, die stark nach Clapton klingen, aber mit einem kernigen Ton und abwechslungsreicher Phrasierung begeistern. In diesem Solo bietet er viel Glissando. Mit Ausnahme von Too Many Bad Habits (John Nicholas) und Champagne & Reefer (Muddy Waters) sind alle Stücke selbst getextet und komponiert, wobei Morris gerne mit den Texten spielt. Manche Texte mögen etwas bemüht wirken, lustig scheint mir vor allem das Stück, das er mit der Ankündigung einleitet, etwa "Braggin' about our exploits with the Ladies" betreiben zu wollen. Das folgende "Mr. Miracle" ist dann tatsächlich eine geistreiche Angeberei der sexuellen Fähigkeiten zu einem verhaltenen, aber fetzigen Rhythmus. Ebenfalls gibt es hier ein astreines Gitarren- und später ebensolches Keyboardsolo.
Wer auf Blues mit Gitarre
und Piano, manchmal Keyboard steht, der kommt hier auf seine Kosten, eine
Mundharmonika war nicht zu vernehmen, und die Rhythmussektion bietet den
Solisten genügend Sicherheit, um ausgedehnte Erkundigungen in die Tiefen der
Stücke vorzunehmen. Das Schlagzeug tritt etwas aus dem Schatten im mit 7:13 längsten
Stück der CD, „Cain' Hep M'sef" (Sprich: „Can't Help Myself"), wo Marco
Jeanrenaud mehr Freiraum geniesst, und in dem das Piano zugunsten des Keyboard zurücktritt
und der Rhythmus von den Gitarre gehalten wird, die hier an Matt „Guitar"
Murphy, den „Mann" von Aretha Franklin bei den Blues Brothers und in Booker
T. and The MGs erinnert.
What A Scene! The Charlie Morris Band live in Switzerland, 2008 BluesPages Records 70013
Charlie Morris (Gitarre,
Gesang)
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