| 3. Winterthurer Blues Night |
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| Geschrieben von Rolf Redaktionsleitung | |
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Walter Baumgartner überliess es Reto Nägelin, dem aufgestellten Bluesdiakon aus Rüschlikon, durch das Programm zu führen. Dieser eröffnete den Abend mit ein paar Gedanken zum Wesen des Blues und seiner Wirkung auf uns, um dann gleich den ersten Gig anzukündigen.
Das Setup ist einfach: elektrische Gitarre, Piano und Schlagzeug. Kein WahWah, keine technischen Spielereien - nichts. Es erscheint schon fast fremd, dass Charlie Hloch an einem elektrischen Keyboard sitzt und nicht an einem Barpiano. Er spielt locker, mal im Unterhaltungsstil der Barrelhouse Pianisten, mal nachdenklich bluesig, dann wieder rockig und wechselt gekonnt zwischen den Stilarten. Im Hintergrund Harry Hudson als Rhythmusmaschine, entspannt und präzise. Schliesslich Al Cook mit seiner Gitarre, ich schätze eine Gibson ES 175. Dann ging es los, es war wie eine Zeitreise. Mal erinnerte es an Charlie Patton, mal an Sun House, mal klang es rockig nach Elmore James, dann wieder wie Roosevelt Sykes oder Big Maceo, sowie die frühen Texasblues Songs von Lightning Hopkins. Es gelingt ihm, den Sound, den man in eingeschränkter Tonqualität von alten Aufnahmen kennt, in einer Frische und Lebendigkeit auf die Bühne zu zaubern, die erstaunt. Im Washboard Boogie tauschte Harry Hudson das Schlagzeug mit dem Waschbrett und zeigte eindrücklich, was in diesem simplen Instrument steckt. Al Cook legte ein Bassolo auf der Gitarre hin und wies mit dem Duckwalk und gekonnter Tanzeinlage augenzwinkernd auf seine Anfänge als Rock ‚n‘ Roll Musiker und Elvis Covermusiker hin. Auf den Punkt gebracht: wer erleben möchte, wie sich Blues vor und an der Schwelle zum Rock ‚n‘ Roll und all den anderen Blues Derivaten angehört hat und zwar nicht als Konserve in einem historischen Sinn, sondern live und lebendig, sollte sich Al Cook unbedingt anhören. Das dritte Set bestritt Walt's Blues Box . Die Formation mit Walter Baumgartner, (Gesang, Harmonicas); Jonas Wolf, (Gitarren, Gesang); Markus Schelling, (Bass); Felix Widmer, (Hammond B3, Keyboards, Gesang) und Marco Besomi, (Schlagzeug) Hatte Walter zu Beginn noch ironisch orakelt, sie spielten zum Schluss, wenn die Leute nach Hause gingen, so demonstrierte der volle Saal das Gegenteil. Aufgeräumt legte der Gastgeber mit Who Do You Think You Are aus der letzten CD Walk Down The Road los und spielte sich durch ihr Repertoire. Bluesig, funky und voller Spielfreude spielten sie und das Publikum konnte nicht mehr still stehen. Es ist immer wieder begeisternd, wie Walter Baumgartner durch seine Bühnenpräsenz die Leute mitreisst und die Blues Box es versteht, gute Laune mit tollem, modernem Blues zu verschmelzen. Ein würdiger Abschluss eines musikalisch und stimmungsmässig tollen Abends. Die Auswahl der drei Bands harmonierte wunderbar, bot Bekanntes und Überraschendes. Ich hoffe sehr auf eine nächste Ausgabe der Winterthurer Bluesnight und empfehle jedem, Zeit zwischen Weihnacht und Neujahr 2010 mal im Kalender frei zu halten. Der genaue Termin steht noch nicht fest. bluesnews wird rechtzeitig informieren. Kommentare (0)
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