Bloogle Musik Rezensionen Konzerte |
| Bluesnight Bachs 2009 |
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| Geschrieben von Rolf Redaktionsleitung | |
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Die ersten zwei Jahre, so Martin Fröhlich, haben jeweils nur Crushice und Martin Baschung & Big B Tonic die Blues Night bestritten. Er hätte deswegen beschlossen, weitere Blueser einzuladen, um die Blues Night attraktiver zu machen. So spielt seit 2007 jeweils eine dritte Band mit. Dieses Jahr die Andy Egert Bluesband . Wer nun aber so etwas wie ein Minifestival erwartet, irrt sich. Die Blues Night knüpft eher an die Tradition der Juke Joints an und es geht im Grunde genommen zu wie in einem Lokal irgendwo im Delta: man sitzt da, isst und trinkt und geniesst Blues. Nur dass drüben grüne Tomaten, Chitlins, Flusskrebse oder Catfish - hüben Geschwellti, Angge und Käse serviert werden. Vor ausverkauftem Saal führte Simon Gerber durch das Programm. Das Jubiläum war kein Thema, es ging gleich zu Sache. Lineup
Martin Baschung (Lead Gitarre, Gesang)
Raphael "Raphi" Gerber (Gitarren,
Blues Harp, Gesang)
Andy Egert (Gitarre, Gesang, Harp) Kurz nach acht begannen Martin Baschung & Big B Tonic ihr Set mit vier akustischen Titeln: T-Bone Shuffle, High Heel Sneakers, Stormy Monday und Help Me. Er wolle die Leute nicht gleich erschrecken, schmunzelte Martin und dann kam eine eindrückliche Demonstration der akustischen Fähigkeiten der Band.
Ihre Stücke sind keine kopierten Cover, sondern eigenständige und interessante Interpretationen, was bei Got My Mojo working besonders deutlich wurde. Der Uralt Klassiker wurde hier mit einer synkopierten New Orleans Version neu und interessant dargeboten. Er wird auch auf der CD sein, die im Moment entsteht. Kaum hatten sie begonnen, war ihr Set auch schon vorbei. Als Zugabe spielten sie Red House und Got My Mojo working. Eine Eröffnung des Abends, welche das Publikum sichtbar in Stimmung brachte.
Crushice existieren seit 2001, im heutigen Lineup seit 2005. Ihr Motto New
Sound From The Past lässt zunächst eine reine Coverband vermuten, was
teilweise richtig ist, aber den Kern der Sache nicht trifft. Richtig ist, dass
ihr sorgfältig austarierter Sound, für den sie sich genug Zeit beim Umbau nahmen,
den Klang der 50er bis 70er Jahre exakt trifft - wenn sie wollen, sie kleben
aber nicht daran, à tout prix eine bestimmte Soundvorstellung zu bedienen, eben
New Sound From The Past. Richtig ist
auch, dass in Dabei überwiegten in ihrem Set die rockigen Töne (Sehr schön: Big Boss Man, Tell The Truth, Further Up On The Road) es gibt aber genügend Raum für sehr schön gespielte Blues und Countryblues Titel (Good Time, Got To Stop Loving You, Fender Guitar). In jedem Fall spielen sie mit viel Energie und Druck und verstehen es, das Publikum zu begeistern, auch mit ihren sparsamen Showeinlagen. Raphael Gerber war sicher und inspiriert an Gitarre und Harp, Marcel Gämperle spielte gut gelaunt und gab dem Sound an der Hammond Tiefe. Als besonders interessante Zugabe gab es zuerst Whole Lotta Shakin‘, das als Shuffle begann, weit entfernt von der Vorstellung, die der Titel auslöst und dann aber auf immer grösser werdenden Flamme zu einem fetzigen Rock gekocht wurde. Den Schluss machten Crushice mit J.J. Cales Cocaine. Andy Egert wurde als Highlight des Abends angekündigt. Eigentlich braucht man Andy nicht vorzustellen. Die Presse ist voller Lob und Anerkennung für den Schweizer Bluesman. Superlative sind immer schnell verteilt, hier zu Recht. Andys Bühnenpräsenz und sein Gespür für den Blues sind packend und mitreissend. Andy spielt mit vielen verschiedenen Musikern zusammen, dieses Mal mit Marc Ray Oxendine, einem Bassisten der Extraklasse und Hani Ali am Schlagzeug. Ideale Voraussetzungen für ein Highlight und das war es dann auch.
Um es kurz zu machen: Es war ein Ohrenschmaus. Andy eröffnete das Set Solo mit einem sehr gefühlvoll gespielten Robert Johnson Titel: Ramblin‘ On My Mind. Stilsicher und mit allen Möglichkeiten der Gitarre packte er dann Songs von Johnny Winter, Freddie King, Robert Johnson, Jimmy Hendrix Canned Heat in sein Set und trug das Ganze in seinem eigenen Stil vor. Andy spielte ebenso sicher und überzeugend sanftes, melodisches Fingerpicking im Deltablues Stil wie groovenden Chicagoblues und einschmeichelnde Slidepartien. Ganz zu schweigen, dass er die Harmonika wunderbar spielt. Kraftvoll und selbstverständlich bewegt er sich zwischen den unterschiedlichen Spielarten des Blues. Kein Wunder, gilt er als einer der besten Bluesgitarristen Europas und ohne Zweifel ist seine Nominierung für den Swiss Blues Award 2010 gerechtfertigt. Wer einen entspannten und musikalisch ansprechenden Abend verbringen möchte, sollte sich den Termin für die nächste Blues Night schon jetzt in die Agenda schreiben: Samstag 06. November 2010. Kommentare (0)
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