Am Freitag Abend, 14. August 2009 ging dias Openair Festival zum 26. Mal über die Bühne(n), man kann also getrost von einem traditionellen Anlass sprechen. Auf 30 Bühnen spielten 70 Formationen alle Spielarten des Jazz, Blues, Funk, Soul - das Alles zwischen etwa 18.00 Uhr und Mitternacht. Völlig unmöglich, darüber eine auch nur annähernd vollständige Rezension zu schreiben, selbst auf den Blues beschränkt. Wir beschränken uns deshalb darauf, etwas von der Stimmung an einem der Spielorte zu berichten.
Ausgerüstet mit der sehr gediegenen und vollständigen Programmzeitung legten wir uns einen raffinierten Plan zurecht, wie wir, wenn schon nicht über das ganze Festival, wenigstens über die Blues Gigs etwas berichten könnten. Im Rosshof, einem Innenhof waren Mr. Blue & The Tight Groove, Groovepack und Evy & The Bluesjacks angekündigt, im Restaurant Ramazzotti spielte Blues Nettwork, im Nelson Pub war die Cantbeat Bluesband angekündigt, im Hof des Stadthauses Caesar's Blues Connection.
Wir hatten uns für den Rosshof entschieden, mit der Option, die anderen Spielorte zwischendurch zu besuchen, denn alle spielen ja mehr oder weniger gleichzeitig.
Es blieb aber beim Vorsatz, den es geschah genau das, was man sich eigentlich an einem Bluesabend wünscht. Ein herrlicher, warmer Abend, in gemischtes Publikum, KInder, Bratwürste, jedes Alter . Man traf Freunde, der Platz füllte sich zusehends, es war fast wie irgendwo im Süden zwischen Memphis und New Orleans. Und wir blieben einfach da und liessen uns von den Bands verwöhnen, plauderten mit den Tischnachbarn, es wurde getanzt und man liess sich vom Blues treiben.
Mr. Blue & The Tight Groove eröffnete den Abend, gewohnt souverän und begeisterte das Publikum während zwei Stunden, die Simmung war grossartig. Es folgten Groovepack mit einem fast ebenso langen Set, funkig, mitreissend und voller Spiellaune. Da Beat Riggenbach (s, mha) sowohl bei Mr. Blue als auch bei Groovepack mitspielt, hatte er mit den zwei Sets etwa vier Stunden gespielt, ohne dass ihm irgendeine Müdigkeit anzumerken gewesen wäre, im Gegenteil. Gegen Ende des Sets legte Stephan Felber ein fulminantes Schlagzeugsolo hin und demonstrierte eindrücklich, wie man mit dem Schlagzeug nicht nur die Band antreiben, sondern auch Musik machen kann. Inzwischen waren die Leute völlig aufgetaut, die Stimmung steigerte sich nochmal und nun kam es zum dritten Set mit Evy & The Bluesjacks. Irgendwie war der Sound plötzlich nicht mehr klar, vielleicht war auch das Geplauder zu laut geworden, jedenfalls kam Evys wunderbare Stimme nicht mehr so richtig zur Geltung und die Band hatte Mühe, die Leute zu erreichen, deren Applaus auch spärlicher wurde, unverdient, wie wir fanden.
Wir nehmen an,dass die anderen Bands wohl ebenso viel gute Laune ausgelöst haben, wir beschlossen den Abend im Rosshof und konnten einmal mehr feststellen, wie gross die integrative Wirkung des Blues ist und wie sehr er die Menschen in seinen Bann ziehen kann. Em Bebbi sy Jazz, ein immer wieder schönes Festival, in seiner Art einzigartig und unbedingt empfehlenswert.
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