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Eröffnungsabend des 10. Basler Bluesfestivals
Geschrieben von Rolf Redaktionsleitung
Erster Konzertabend des Festivals
Blues und Rock. So wurde der Eröffnungsabend des 10. Basler
Bluesfestival im Grand Casino Basel angekündigt. Louis van der Haegen und Caesar Perrig kündigten die beiden ersten Bands an. Der Eventsaal des Casinos war ausverkauft, das Publikum gespann. Immerhin ist das Festival 10 Jahre alt und hat sich von einer Aussenseiterveranstaltung zu einem der grossen und bedeutenden Festival in der Schweiz genausert. Bereits im Vorfeld wurde die Veranstaltung als das bisher bluesigste und hochkarätigste angekündigt. und die Veranstalter konnten stolz darauf hinweisen, dass es in die Weltorganisation der Blues Foundation, Memphis, TN aufgenommen worden ist. Wir waren also gespannt auf das Eröffnungskonzert. Um es gleich vorweg zu nehmen: wir wurden nicht enttäuscht.
Lisa Doby & Band
Dann hatten Lisa Doby und ihre Band (Yannick
Eichert, g & voc; Franck Bedez, b; Jerome Spieldenner, dr)die schwierige Aufgabe, das Festival musikalisch zu
eröffnen. Lisa hat das Talent, allein durch ihre Erscheinung ein Publikum in
ihren Bann zu ziehen. Dabei wirkt sie erfrischend natürlich. Ihre Stimme ist
fantastisch; transparent, sicher und berührend.
Die Rhytmusgruppe gab
ein solides Fundament, auf dem Lisa ihre Mischung aus so
ziemlich allen Stilarten, die je aus dem Blues hervorgegangen sind, vortragen
konnte. Yannick Eichert spielt seine akustische
Gitarre virtuos. Trotzdem war die Reaktion des Publikums bei den ersten 2
Stücken (Where R U und Anything) eher verhalten und auch bei
Lisa hatten wir den Eindruck, sie würde mit etwas angezogenen Bremsen fahren.
Mit Glad zeigte sie dann aber, was in
ihr steckt und Publikum und die Band tauten auf. Nun ging es Schlag auf Schlag
und steigerte sich von Song zu Song. Herausragend: Time, ein vom Text und der
Musik her wunderbar poetisches Stück, sowie eigenwillige, interessante
Interpretationen von Proud Mary (Irgendwo zwischen Reggae und Hard Rock) und gleich
anschliessend einem gegen den Strich gebürsteten Beatles Titel: Eleanor Rigby konnte sich niemand mehr
zurückhalten, aber da war auch schon das Ende des Konzerts erreicht. Unconditional
(love) hiess der letzte Song und inzwischen hatte sie alle in ihren Bann
gezogen. Es folgten zwei Zugaben, unter anderem mit Dr. Feelgood von Aretha
Franklin,das auch Aretha begeoistert hätte und bei dem Lisa ihre a capella
Qualitäten zeigen konnte.
Ein stimmiger und
schwungvoller Auftakt des Festivals, wenn auch eher rockig als bluesig.
Ian Parker & Band
Ian Parker ist ein
Vertreter der britischen Bluesrocker. Eric
Clapton, Jeff Beck, John Mayall, Peter Green; der Einfluss seiner Vorbilder ist
immer präsent, obwohl Ian und seine Band (Morg‘
Morgan, p, org, g und voc; Steve Amadeo, b; Wayne Proctor, dr) einen
unverwechselbaren Stil entwickelt haben. Ian gehört zu den neuen Gitarristen
und er beherrscht seine Instrumente virtuos. Er hat etwas von Joe Bonamassa
oder Johnny Lang. Sein Sinn für Dramaturgie in den einzelnen Stücken, als auch über den gesamten Auftritt machte das Konzert zu jeder Zeit spannend und attraktiv. Seine Soli sind nie heruntergenudelte Läufe, sondern fein
ziselierte Melodien und nutzen die ganze Bandbreite der Möglichkeiten aus,
sowohl vom Instrument her, als auch von den Effekten. Mal leise, zärtlich, mal
kraftvoll undrockig, immer aber
einfallsreich. Dazu kommt ein gefühlvoller, emotionsgeladener Gesang, der gut
zu den meist eher schwermütigen Songs passt und er meinte auch augenzwinkernd,
dass ihm das Schreiben eines fröhlichen Songs nie so recht gelingen wolle. So
handeln die meisten Songs von Beziehungsproblemen, oder vom älter werden. Neben
seinen eigenen Liedern (darunter seinen allerersten, von ihm geschriebenen Song: In The Morning) spielte er zwei Songs von Blind Willie Johnson (The
Soul Of A Man und Motherless Children)
Grossartig der Titel Don't Hold Back,
das er als Delta Blues Song für eine BBC Serie geschrieben hatte, das aber nie
dazu verwendet wurde. Dies waren auch die bluesigsten Stücke, alles andere war
näher beim Rock oder Bluesrock.
Seine Band sorgte zuverlässig dafür, dass
er seine Qualitäten ausspielen konnte. Der umtriebige Morg‘ Morgan agierte auch
als Akustik Gitarrist und wir hätten ihn gerne ausser in Motherless Children in einem weiteren Solo
gehört. Vierzehn Titel und ein Jimmy Hendrix Titel als Zugabe vergingen wie im
Flug und liessen ein begeistertes Publikum zurück.
Wir empfanden den Abend als gelungenen Auftakt des Festivals und erwarten die kommenden Konzerte mit grosser Neugierde und Erwartungen.