Bloogle Musik Rezensionen Konzerte |
| JW Jones Band |
|
|
|
| Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung | |
Kanadas Top-Bluestalent am 5. Geneva Blues Summit
Mit der JW Jones Band bewies Laurent Gilliéron sein Gespür dafür, wo die Trends im aktuellen Blues liegen. Unter den jungen, neuen Bluesgitarristen gehört JW. Jones zweifellos zu den herausragenden jungen Talenten. Nicht umsonst wurde er für zwei Maple Blues Awards nominiert, ein Preis, der etwa dem Grammy entspricht. Seine stupenden Soli sind ein Feuerwerk an Spielarten und Einfällen, die er mit lässiger Selbstverständlichkeit aus dem Ärmel schüttelt. Dabei zitiert er augenzwinkernd andere Gitarristen und Stile, die er in sein Spiel ein streut. T-Bone Walker, SRV, Jimmie Vaughan, BB King, Buddy Guy, Robert Cray, oder auch Duke Robillard klingen an, ohne dass deren Stile zum Klischee werden. Sein handwerkliches Können und sein Spielwitz sind beeindruckend. Er ist allerdings in erster Linie Gitarrist und nicht Sänger, versucht aber gar nicht erst, mit einer «Bluesstimme» zu singen. Seine Stimme ist aber durchaus sympathisch und seine Texte frisch und modern. Der 1980 geborene JW Jones hat nach ersten Demos 1998 und 99 seit 2000 6 CDs veröffentlicht. Bereits sein Debutalbum Defibrillatin' wurde zu Recht allgemein mit Aufmerksamkeit und Wohlwollen aufgenommen. Das letzte, erschienene Album wurde im Studio von Sun Records in Memphis eingespielt und wird dabei von Hubert Sumlin und Charlie Musselwhite unterstützt. Die meisten Songs in allen Veröffentlichungen stammen aus seiner Feder. JW Jones gibt auch Gitarrenstunden und entpuppte sich in einem zweistündigen Workshop als geduldiger und aufmerksamer Lehrer, der den Teilnehmern sein Credo nahe brachte und demonstrierte: «Klang und Effekte entstehen am Instrument und nicht in der Elektronik». Er selbst hält sich an diese Erkenntnis und spielt auch ganz ohne Effektgeräte und verwendete während des ganzen Sets die gleiche Les Paul. Seine beiden Begleiter stehen ihm in punkto Können in nichts nach. Jeff Asselin ist ein bekannter Schlagzeuger in der Jazzszene Ottawas und tritt dort mit seinem Bruder Brian James Asselin auf, der auch auf 2 der CDs der JW Jones Band mitgespielt hat. Er ist ein sichtbar leidenschaftlicher Schlagzeuger, dessen Stil sich durch enorme Kraft und Präzision auszeichnet. Seine staubtrockene Spielweise und seine physische Präsenz sind beeindruckend. Wie Pistolenschüsse treffen seine Schläge den Takt punktgenau. Clooney nennt die Band gerne Martin Régimbald, und in der Tat erinnert der Bassist äusserlich an den charmanten Superstar. Er spielt auch passabel Gitarre, wie man sich in einer amüsanten Showeinlage überzeugen konnte, bei der während des Songs erst JW. Jones seine Gitarre hinstellt und mit dem Schlagzeuger zunächst vierhändig spielt, um ihn schliesslich fliegend zu ersetzen. Asselin spielt das gleiche Spiel mit dem Bassisten, während dieser nun den Part des Gitarristen übernimmt. Das Ganze - ohne hörbaren Unterbruch - geht dann auch wieder zurück. Seit 2006 touren sie vermehrt durch Europa und schätzen dabei vor allem, wie sie uns im Gespräch verrieten, dass hier Bluesgigs eher konzertant aufgeführt werden, während sie in ihrer Heimat oft im Rahmen von Amusement sozusagen nebenbei spielen. Man könne sich doch so besser auf die Musik konzentrieren und kriege dadurch auch viel mehr an musikalischen Finessen mit. Das Trio überzeugte von der ersten bis zur letzten Minute mit Vielseitigkeit. Swingender Jump Blues Im Chicago Stil, Einflüsse von Westcoast Blues und Texasblues waren zu hören, im Gegensatz zu den CDs gab es weniger rockige Songs à la Brian Setzer. Allerdings ist die Musik schwer einzuordnen, so abwechslungsreich sind die Stile miteinander verwoben, deren sich die Band bedient. Sie bedienten sich aus dem Fundus des vergangenen und inszenieren das Ganze mit einer erfrischenden Lockerheit. Auf den CDs ist die Band oft durch Bläser verstärkt, auch Jesse Whiteley spielt dabei an der Orgel mit. Natürlich steht bei dieser kleineren Trioformation der Gitarrist im Vordergrund und so gab es ausgedehnte Soli. Titel, die auf der CD drei Minuten dauern, wurden so locker auf mehr als die doppelte Länge ausgedehnt. Trotzdem war es zu keinem Zeitpunkt eine nach innen gerichtete Gitarrenschlacht, zu gross ist dazu JW Jones Repertoire an Möglichkeiten und auch seine Absicht, mit der Musik auch zu unterhalten verbietet diese Art von Egotrips. Das Set wurde mit Howlin‘ with Hubert eröffnet, das auch ohne Hubert Sumlin gut klang. Love Grows Cold kam dann etwas rockiger daher. Mit Slim Harpos My Home is A Prison spielte er einen elfminütigen Low Down Blues mit fein ziselierter, schmutziger Gitarre. Ein Höhepunkt des Sets, der unter die Haut ging. Games gab schliesslich Gelegenheit, Martin Régimbald und Jeff Asselin mit ausgedehnten Soli zu hören. Website: http://www.jw-jones.com/ Kommentare (0)
![]() Kommentar schreiben
|
| < Zurück | Weiter > |
|---|







