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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

John Mayall im Kofmehl Solothurn PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
Erfüllte Erwartungen

johnmayallkofmehl2011.jpg

Es sei mir erspart, zum x-ten Mal zu wiederholen, welche Topstars der britischen und internationalen Blues- und Rockszene John Mayall entdeckt und gefördert hat. Kaum beschäftigt man sich etwas näher mit Blues, erfährt man alles über seine enormen Verdienste im so genannten weissen Blues. Die zahlreichen Superlative sprechen für sich: Godfather Of The British Blues, Vater des weissen Blues und natürlich: Legende. Dabei ist er eine zurückhaltende und bescheidene Person. Tatsächlich besuche ich seine Gigs immer mit einem respektvollen Gefühl vor seinem Werk und der sicheren Erwartung, nun einen Abend mit gutem Blues zu erleben. Auch am Samstag, 25. Juni 2011 erfüllte dieses Konzert im gut besuchten Kofmehl in Solothurn die Erwartung. Pünktlich um 20 Uhr legte die Band los.

An seiner Seite seit geraumer Zeit mit mintgrüner Gitarre Rocky Athas, der ein wenig an Gérard Dépardieux erinnert. Der inzwischen 55 jährige Texaner, der mit 23 zu den zehn besten Gitarristen Texas‘ gewählt wurde, demonstriert Mayalls Fingerspitzengefühl für Talent ebenso, wie der Bassist mit dem Namen, der jeden Radiosprecher verzweifeln lässt: Greg Rzab. Dieser spielte mit Otis Rush, Hubert Sumlin, John Lee Hooker, Albert Collins, Willie Dixon und nicht zuletzt 12 Jahre mit Buddy Guy. Greg ist einer der besten Bassisten in der Szene, der jede beliebige Stilart souverän beherrscht und jederzeit ein Solo hinlegt, das das gängige dum-dum-dum Schema der meisten Bassisten ziemlich alt aussehen lässt.  Mit Jay Davenport am Schlagzeug ist die Band auch rhythmisch gut bedient. Schliesslich der Meister selbst, voller Vitalität und Spielfreude, von seinen 78 Jahren ist nichts zu spüren, ausser dass das Konzert mit rund fünf Viertelstunden etwas kurz geriet.

Gut gelaunt und vom Legendenstatus weitgehend unbeeindruckt, legte er ein Set hin, das dem Publikum ausnahmslos und zu Recht gefiel. Er selbst ist ein Multi Instrumentalist, spielte an diesem Abend keine Gitarre,  sondern beschränkte sich auf das Keyboard, die Harp und natürlich seine unverkennbare Stimme. Beide Instrumente spielt er gekonnt, ist aber kein Virtuose – war er auch nie. Das spielt aber keine Rolle, denn seine Stärke liegt in seiner Musikalität und der Fähigkeit, seine Musiker zu motivieren.

Die ersten vier Titel  legte er etwas jazzig an, darunter ein erster Höhepunkt mit dem mehr als zehnminütigen und mitreissenden California. Danach ging es tief im Blues weiter mit Tough Times ahead, einem zeitkritischen Song über die Zukunft. Es folgte ein bunter Mix durch die respektable Diskographie, die immerhin rund 60 Alben umfasst. Darunter Help Me Baby, Early In The Morning und natürlich gab es Hideaway.

Das schöne bei Mayall ist, dass er aus einem gewaltigen Oeuvre schöpfen kann, was seine Konzerte abwechslungsreich macht. Er scheut nie davor zurück, Musiker mit deutlicher Handschrift neben sich zu haben. Zusammen mit seiner Experimentierfreude  führt das dazu, dass seine Konzerte immer frisch und spontan wirken. Leider war nach guten Fünfviertelstunden Schluss. Aber wenn man «leider» denkt, war es ein guter Gig.

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