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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

Jubilee Blues Selection PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
BluesFestivalBaselLogo5.jpg

Unter diesem Motto stand der fünfte Abend des Bluesfestivals und spannte einen Bogen von einem europäischen Vertreter des zeitgenössischen Blues zu den Veteranen des Chicago Styles. Mit der Rudy Rotta Band im ersten und Hubert Sumlin, Bob Stroger und Willie „Big Eyes" Smith im zweiten Set konnte man gespannt sein, was der Abend bringen würde.

Rudy Rotta Band

RudyRottaBBF2009.jpgRudy Rotta, italienischer Bluesman schlechthin, der in den sechziger Jahren mit seiner Familie einige Jahre in Luzern gelebt hatte und inzwischen in Verona wohnt, ist ein vielseitiger und längst nicht auf den Blues beschränkter Vollblutmusiker, dessen Performance allgemein überschwänglich gelobt wird und das zu Recht. Seinen Auftritt begann er an einem kleinen Percussion Set, das er in der Folge bis zur Zugabe dann nicht mehr anrührte und es sah fast so aus, als wolle er sich rhythmisch auf das Konzert einstimmen. Dann griff er zur Gitarre und spielte los. Das Adjektiv Killergitarre, das gerne in den Qualifikationen verwendet wird, führt leicht in die Irre. Was Rottas Spiel auszeichnet, ist Originalität, Musikalität und eine fantastische Transparenz. Jeder Ton sitzt präzise, die Griffe sind entschieden und kraftvoll, seine Gitarre ist in jedem Moment klar zu vernehmen. Er beherrscht die feinen Nuancen ebenso, wie das brachiale Spiel à la Hendrix oder SRV (So di Blues). Sein Repertoire ist gross und er ist ohne Zweifel auch ein begabter Komponist, wobei er Rock-, Soul- und Funkelemente in seine Songs mit Blues geschickt verwebt. Das Resultat sind Stücke, die auffalen und Eindruck hinterlassen.RudyRottaAvilasBBF2009.jpg

Grossartig auch sein Keyboarder Fabio Russo, mit dem er im zweitletzten Stück einen aufregenden Dialog aufnimmt, wobei er mit der Gitarre sozusagen ein Percussions solo hinlegt, ein echtes Kabinettstückchen.

Im sechsten Song kommt Liela Avila dazu, die hervorragend ins Set passte. Liela stammt aus einer Musikerfamilie, ihr Vater, John Avila, konnte auch gleich seine Qualitäten als Bassist bei einem Gastauftritt unter Beweis stellen.

Alles in allem ein wunderbarer Gig,  der alle Vorschusslorbeeren, die Rotta vorauseilen bekräftigt und ihn als stilsicheren, wandelbaren Bluesmusiker bestätigen.

Tribute To Howlin‘ Wolf

SamBurckhardtBBF2009.jpgWann wird ein Musiker zur Legende? Wie auch der Begriff „Kult" wird der Ausdruck inflationär verwendet. Ohne Zweifel aber ist HubertSumlinBBF2009.jpgHowlin‘ Wolf, der nächstes Jahr hundert Jahre alt geworden wäre, eine Legende. Zudem steht er zusammen mit Muddy Waters, für eine ganze Generation von Bluesmusikern, wovon einige die noch aktiv sind für das Festival gewonnen werden konnten. Beigetragen dazu hat Sam Burckhardt, der Basler Tenorsaxophonist, der in Chicago lebt und seine guten Verbindungen verwenden konnte. So traten also Hubert Sumlin, Willie „Big Eye" Smith, Bob Stroger, Bob Margolin und Barrelhouse Chuck an diesem Tribute Konzert zusammen auf. Letzterer gehört zwar nicht mehr zu der gleichen Generation, hat aber immerhin mit Sunnyland Slim, Pinetop Perkins, Blind John Davis, Detroit Junior und Little Brother Montgomery gespielt.

Wir waren also gespannt auf soviel geballte Chicago Bluespower und fanden gut gelaunte und spielfreudige Musiker vor.  Es war wie eine Zeitreise, die etwas vom Glanz der besten Jahre des Chicagostils vermittelte.BarrelhoueseChuckBBF2009.jpg

BobMargolinBBF2009.jpgBob Margolin agierte als Frontman, Kenny Smith war grossartig am Schlagzeug, Barrelhouse Chuck zelebrierte besten Blues, Boogie-Woogie und Barrelhouse Stil und Sam Burckhardt spielte ein begeisternd zurückhaltendes Saxophon. Die Stücke waren eine Reise quer durch Hitparade des Chicago Blues.

 

 

Bob Stroger trug eine wunderbar getragene Version von Key To The Highway vor, wenn auch seine Stimme schon kräftigere Tage gesehen hat, sein Basspiel ist immer noch begeisternd.

 BobStrogerBBF2009.jpg

WillieSmithBBF2009.jpgWillie „Big Eye" Smith nach dem neunten Titel hinzu und zum elften Titel (Sittin‘ On Top Of The World) trat Hubert Sumnlin auf, elegant im Anzug und mit Hut, der sich beim überziehen des Gitarrengurts verschob, was aus der Legende sofort einen Bluesmusiker machte.

Mit Willie Dixons Built for Comfort spielten dann alle sieben Musiker zusammen, es wurde laut und dann folgte als letztes Stück vor der Zugabe Got My Mojo Working.

Danach wusste jeder, wieso Musiker zur Legende werden. Chicago Blues vom allerfeinsten, den die älteren Herren vorgetragen hatten und ein Zusammentreffen, das in dieser Form wohl nicht mehr oft zu sehen und hören sein wird.

 

 

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