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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

Mighty Mo Rodgers im Galery PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
exBluesive präsentiert einen Leckerbissen

mightymorogers2.jpgAm Samstag, den 12. Februar 2011 trat im Galery Pratteln auf. Es war das zweite Konzert in diesem Jahr, das durch den Veranstalter exBluesive organisiert worden ist, Mighty Mo Rodgers ist ein bemerkenswerter Bluesmusiker. Er ist Sänger, spielt Keys, und schreibt Songs. Der 1942 in East Chicago, IN als Maurice Rodgers geborene Musiker wuchs in einem bürgerlichen Umfeld auf und lernte früh das klassische Klavierspiel. Seine Fähigkeiten als Ringer brachten ihm ein Stipendium ein und er schrieb sich für Philosophie an der Indiana State University ein. In dieser Zeit begann er sich mit den Inhalten der Songs zu befassen, betätigte sich in erster Linie als Komponist und Produzent und spielte daneben in verschiedenen Produktionen mit. Erst 1999 veröffentlichte er sein erstes Album Blues Is My Wailin' Wall unter seinem Namen. Das Album fand grosse Aufmerksamkeit und wurde dafür mit einer Nominierung für den W.C. Handy Award belohnt.

Ein gut aussehender, warmherzig wirkender und gut gelaunter Mann mit grauem Bart steht da auf der Bühne hinter seinem Keyboard und erzählt darüber, dass der Blues in uns allen ist, dass wir alle den Blues kennen. Nicht schon wieder, ist der erste Gedanke, hundert Mal hat man das schon gehört. Rasch wird aber klar: hier werden keine Klischees im Stil von «Do You Feel The Blues?» zelebriert, sondern hier verknüpft jemand die Geschichte des Blues mit seinem eigenen Leben, seinen Erfahrungen und den Erkenntnissen, die er im Laufe seines Lebens gesammelt hat. Er vergisst nicht, darauf hinzuweisen, dass die zeitgenössische amerikanische und damit die allgegenwärtige westliche Musik letzten Endes aus der Sklaverei entstand, ohne dass er das moralisch bewertet, er legt aber Wert darauf, dass der Blues den Geist, das Erbe und die Sprache der schwarzen Bevölkerung Amerikas war und ist..

Wer nun annimmt, das Ganze sei irgendwo zwischen Predigt und Vortrag anzusiedeln, täuscht sich. Auch der Titel seiner ersten CD führt auf die falsche Fährte. Da ist kein Klagen, da ist in jedem Moment eine lebenbejahende Fröhlichkeit zu spüren, ein tiefes Gefühl für den Blues.  Er trägt es in der Tradition des Gospel vor und unterlegt es mit kleinen Geschichten und Aphorismen und bringt zuweilen einen fast missionarischen Eifer auf, sein Publikum dazu zu animieren, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, sich für die Musik zu öffnen. Das alles in einer lockeren und fröhlichen Dazu entwickelt sich der Groove seiner Musik fast selbstverständlich, bis der Funke tatsächlich auf das Publikum überspringt. Das ganze kommt unterhaltend und musikalisch abwechslungsreich daher und er nimmt seine Zuhörer nach kurzer Zeit in seinen Bann, indem er glaubhaft wirkt. Das Konzert bestand aus einem zweieinhalbstündigen Set mit mehr als einer halben Stunde Zugabe und endete mit einer Jam Session der Vorgruppe Bluefonik, die zurecht ein begeistertes Publikum hinterliess. Wer Gelegenheit hat, Mighty Mo Rodgers zu erleben, sollte es sich nicht entgehen lassen.

Kommentare (1)add comment

Klaus Deuss said:

0
...
Mit deiner Wertung liegst du völlig richtig, lieber Rolf!
Ein grandioses Konzert. Vor allem der Jam gehörte zum besten was ich je gehört habe
Februar 21, 2011

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