Aller guten Dinge sind drei
Die Wege von Musikern kreuzen sich zuweilen, besonders im
Blues. Man hilft sich aus, man hat mehrere Projekte gleichzeitig, oder man hat
verschiedene stilistische Vorlieben und Interessen, die nur in
unterschiedlicher Zusammensetzung zu erfüllen sind. Nicht zuletzt müssen
Bluesmusiker auch sehen, dass der Ofen raucht und sind dabei auf Gigs
angewiesen. Das gilt nicht bloss für ein kleines Land wie die Schweiz, sondern
überall. Manche kennt man kaum, obwohl sie als Sessionmusiker beliebt sind, mit
anderen wiederum kann eine Band sich schmücken. Viele sind auch
freundschaftlich miteinander verbunden, oder harmonieren musikalisch besonders
gut.
Die Wege von Tad
Robinson, Alex Schulz und Dave Specter haben sich
verschiedentlich gekreuzt. Da Dave
Specter nicht singt, arbeitet er mit verschiedenen Sängern zusammen, so
auch mit Tad Robinson in seiner Band
Bluebirds,
was auf 2 CDs zu hören ist (Blueplicity, 1994 und Live in Europe, 1995). Mit Alex Schultz hat Tad ebenfalls verschiedentlich zusammengearbeitet, nicht
zuletzt vor fast genau einem Jahr am gleichen Ort. Zudem spielte Alex mehrere
CDs mit ihm ein. Tad Robinson und Alex Schultz sind eh auf Tour und so
ist es Blues Now! gelungen, die drei
zusammen auf die Bühne zu holen. Eine Europapremiere, wie Patrick Kaiser verkündigte.
So stand also Tad Robinson am 19.
Oktober 2011 erneut im Sudhaus. Es sollte das letzte Konzert an diesem Ort
sein, in Zukunft werden die Blues Now! Konzerte im Volkshaus durchgeführt.
Tad Robinson, der
Mann mit der Stimme, die nach kürzester Zeit die hintersten Winkel unserer
Herzen erreicht, daneben der Mann aus Chicago, Dave Specter, der trotz einer grossen Affinität zum Jazz immer
bluesig und irgendwie erdig bleibt und der stille Alex Schultz, der eher Elemente des coolen Jazz hören lässt. Jeder
von ihnen schon alleine ein herausstechender Musiker, waren die Erwartungen
hoch und man durfte gespannt sein. Begleitet wurden sie von Steve Gomes (Bass), Kevin Anker an den Keys und Robb Stupka (Schlagzeug).
Um es gleich vorweg zu nehmen, sie erfüllten die
Erwartungen. Der erste Song, «What Love Did to Me», enthielt bereits alles, was
man erwarten durfte und das setzte sich durch den Rest des Gigs fort: Virtuoses
Spiel gepaart mit grosser Musikalität, einnehmender Gesang, solider Groove. Die
ausgiebigen Gitarrendialoge waren kein Wettbewerb, sondern scheinbar locker aus
dem Handgelenk gespielte Kabinettstücke, Keine Egotrips, wie überhaupt alle
drei Künstler sich zu jeder Zeit den Songs unterordneten, sich aber gegenseitig
anspornten. Damit entstand eine Spannung irgendwo zwischen eingespieltem Team
und Jam Session. Besonders aufgefallen sind O. V. Wrights schmachtende
Soulballade schlechthin «That's How Strong My Love Is» und ein mehr als neun
Minuten langes «Stick To The Hip».
Das Konzert wurde aufgezeichnet.
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