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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

Taj Mahal im Kaufleuten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
 Blues und Weltmusik

TajMahalKonzert.jpg

Am Montagabend, dem 21.11. ist Taj Mahal mit dem Trio im Zürcher «Kaufleuten» aufgetreten und hat ein zweistündiges Konzert gegeben, das für jeden Geschmack was dabei hatte. Ausgehend von der soliden Basis des Blues spielte sich das Trio sozusagen quer durch die Karibik und sogar bis nach Afrika. Insgesamt war es ein stimmungsvoller Auftritt, bei dem Taj Mahal zeigte, dass er genau weiss, was einen grossen Bluesman ausmacht: das Herz.

Taj Mahal ist ein gesetzter Herr von 69 Jahren, er trägt einen grauen Schnurrbart mit apricotfarbenem Hemd und schwarzen Arbeitshosen mit Metertaschen. Überraschenderweise sieht er dennoch sehr distinguiert aus, als er pünktlich die Bühne betritt, flankiert von seinen langjährigen Mitstreitern im Trio, Kester Smith, am Schlagzeug und Bill Rich am Bass. Taj Mahal (eigentlich Henry St. Clair Fredericks) selbst spielt Gitarre, Keyboard und das fünfsaitige Banjo. Das Konzert startet mit einer krachenden Blues-Runde, Annie Mae als bekanntester Titel, worauf er ein erstes Mal die Gitarre wechselt für Fishin Blues und weitere Stücke mit kreolisch-bluesigem Charakter. Für zwei Titel setzt er sich ans Keyboard, wobei Blues With a Feeling textlich verschmolzen wurde mit Mean Old World, was wunderbar klappte.

Die musikalische Reise geht dann in die Karibik, Reggae No 1. war ein spezieller Moment des Konzerts, indem sich Taj Mahal der Band zuwandte und alle drei gemeinsam den Groove suchten. Vollends afrikanisch wurde es bei Zanzibar, einem jüngeren Titel aus Maestro von 2008. Während dieser auf jener Aufnahme aber mit dem Mädchenchor und der üppigen Orchestrierung sofort als afrikanisch zu erkennen ist, vermittelte die Spärlichkeit der Trios einen neuen Zugang: Der Titel musste seine afrikanischen Wurzeln erst wieder finden. Auch wenn das Publikum etwas unruhig wurde ob der fast meditativen Anfangssequenz, so war der Titel faszinierend und fesselnd wie alles, was der Mann tut. Auch die Nylonsaiten-Gitarre und das Banjo werden eingesetzt, stets in derselben stimmigen und fröhlich vorgetragenen Art.

Taj Mahal hat eine überwältigende Bühnenpräsenz. Der füllt den Saal von der ersten Note an, hat auch das Publikum im Griff und jede Frau im «Kaufleuten» konnte den Eindruck haben, er sänge nur für sie. Nicht nur ist er nach einem halben Jahrhundert ein erfahrener Bühnen-Veteran, er hat scheinbar noch immer viel Spass damit. Taj Mahal ist musikalisch nicht sonderlich virtuos. Sein Fingerpicking ist gut, aber nicht sehr sauber. Damit aber hat es gerade genug «Dräck» um viel Soul zum Ausdruck zu bringen. Sein Pianospiel ist ebenfalls limitiert, aber das spielt keine Rolle, denn Taj Mahal ist ein Bluesman, der sich auf sein Herz verlässt, damit bindet er sein Publikum mehr als mit seiner Virtuosität. Das macht seine Musik so mitreissend, zudem werden alle seine Songs perfekt getragen von der Band. Was Kester Smith und Bill Rich leisten, ist kaum zu überschätzen. Die perfekte 2-Mann-Rhythm Section. Richs Bassspiel ist variantenreich und subtil zugleich und Smith kann es kesseln lassen oder auch sanft schleichen, je nachdem wie es sein muss und, aber er behält stets einen groovigen Beat.

So gleitet das Konzert von Blues zu anverwandten Musikrichtungen, aber immer wieder zurück zum Blues. Mit Ausnahme seines Work-Song Repertoires zeigte das Trio einen Querschnitt durch Taj Mahals Schaffen, insgesamt bot das Trio einen bunten Strauss von Musik, die Spass und gute Stimmung machte. Da traten nachher alle mit etwas Karibik im Herzen in die graue Zürcher Nacht, und Taj Mahal hatte einen Saal von Menschen glücklich gemacht.

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