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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

US Swiss Blues Night in Basel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
 Ausverkauftes Volkshaus

monstermikewelchbbf2011.jpgphillipfankhauserbbf2011.jpg

Den zweiten Abend des Blues Festivals Basel bestritt zunächst «Monster» Mike Welch. Den inzwischen 32 jährigen Gitarristen aus Boston immer noch als Wunderkind zu bezeichnen scheint etwas unpassend. Der 1979 geborene Musiker hat jedoch bereits mehr als achtzehn Jahre Erfahrung, die er mit Junior Wells, Hubert Sumlin und James Cotton sammeln konnte, die den damals erst vierzehnjährigen auf die Bühne holten.  1995 und 2001 war er Gitarrist bei Sugar Ray and the Bluetones.

Der zweite Teil des Abends  gehörte Philipp Fankhauser. Der Thuner Bluesman enttäuschte die hohen Erwartungen des Publikums im ausverkauften Volkshaus nicht. Seine Band und er legten ein tolles Set hin.

 

 

 

Monster Mike Welch
Begleitet wurde er von Michael «Mudcat» Ward (Bass), einem bewährten Schlachtross sowohl am akustischen Bass, als auch am Telecaster. Auch er spielt bei Sugar Ray and the Bluestones und hat mit Ronnie Earl, Walter Horton und Hubert Sumlin CDs eingespielt. Seit über dreissig Jahren erfolgreich unterwegs, weiss er, wie er seinen Instrumenten Drive entlockt und das tat er auch. Das Schlagzeug bediente Fabrice Bessout, ein Drummer, den ich noch nie vorher erlebt hatte. Sein Spiel ist zurückhaltend und unauffällig - man würde ihn eher einer Swing Combo zuordnen - aber effektiv. Zusammen spielten sie sparsam, nicht mehr, als es braucht, um ein Mikes Soli einzubetten.

Mike Welch spielte Klassiker und mehrheitlich eigene Songs. Er ist nicht gerade eine Ausgeburt an Charisma, fast ein wenig schüchtern steht er auf der Bühne und spielt. Das hingegen hat eine eigene Klasse: die Neigung zum «Noten stapeln», die ihn zu Beginn seiner Karriere zuweilen in Versuchung führte, ist einem sparsameren Umgang mit den Saiten gewichen. Seine Stimme ist reifer geworden. Kaum zu sehen, was er da mit den Händen macht. Gitarre spielen scheint enorm einfach, wenn man ihm zusieht.

Trotzdem wirkte er auf mich streckenweise unkonzentriert. Er beschränkte sein Set auch auf nicht ganz fünfzig Minuten, was allgemein als zu sparsam verstanden wurde. Als  Zugabe gab es «Kind Hearted Woman», das er solo begann, bis seine Rhythmusabteilung dazustiess. Ein gelungener Abschluss. Das Publikum hätte ihn gerne noch länger gehört.

Philip Fankhauser
Was kann man zu Philip Fankhauser schreiben, was nicht schon geschrieben worden ist? Ganz egal, wo man ihn trifft, ob im kleinen Club, ob an einem Festival, immer legt er ein erstklassiges Konzert hin und ist noch einen Tick besser. Da stimmt einfach alles: eine gut eingespielte Band erstklassiger Musiker Marco Jencarelli (Gitarre), Angus Thomas (Bass), Hendrix Ackle Piano, (Hammond), Tosho Yakkatokuo (Schlagzeug) und eine Bläsergruppe aus zwei Saxophonen und Trompete. Ausgeklügelte und interessante Arrangements, spannender Aufbau. Abwechslungsreiche Songs. Dazu der Charme, der Humor und die Glaubwürdigkeit des Berners. Etwas vom wichtigsten im Blues sind Gefühle. Wenn er seine Lieder singt, besonders die sentimentalen, hat jeder immer das Gefühl, der Song sei eigens für sie/ihn geschrieben worden. Erzählt und singt er über den Verlust Johnny Copelands, spürt man seine eigenen Verluste. Wenige können das so gut. Ein grosser Bluesman.

Er startet mit einem beschaulichen «Sunday Morning». Schon nach dem dritten Stück (Jealous Kinda Fella) mit einem atemberaubenden Hammond Solo hatte die Temperatur im Saal die neunzig Grad überschritten. Und es ging weiter. Fankhauser kann mittlerweile auf ein respektables Paket an Songs zurückgreifen. Highlights natürlich Try My Love, I Got a Love, naja, eigentlich alles.

Das Publikum war sichtlich begeistert, wollte ihn gar nicht mehr gehen lassen und er war grosszügig mit Zugaben.

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