Heute soll nach
Lonnie Johnson auf einen weiteren grossen
Künstler der Zwischenkriegszeit und Blues-Pionier eingegangen werden, auf Tampa Red. Der Name ist ein Übername, sein
eigentlicher Name war Hudson Whittaker.
Geboren allerdings wurde er als Hudson Woodbridge, und zwar am 8. Januar 1904
in Smithville, Georgia, aber anscheinend nannte man ihn nicht Woodbridge,
sondern Whittaker. Solche Namensänderungen haben zumeist etwas damit zu tun,
dass die Mutter sich von ihrem Ehemann, in diesem Fall einem Herrn Woodbridge,
getrennt hatte und inzwischen mit Herrn Whittaker lebte. So ist auch der
Nachname „Red" nicht eine Bezeichnung seiner Familie, sondern er weist auf
seine Haarfarbe hin. Dies wiederum heisst aber nicht, dass Tampa irische
Vorfahren hatte.
Nach 5 Jahren Bauzeit wurde in seiner Heimatstadt Indianola das B.B. King Museum eröffnet. Es stellt seine Gitarren, Grammy-Trophäen und zahlreiche persönliche Exponate aus.
Den Mittelpunkt des Museums bildet das restaurierte Backsteingebäude
eines Cotton Gin für die Entkernung und Wäsche von Baumwolle. Dort
arbeitete der junge Riley B. King.
"Mit meinem Cousin Birkett Davis zusammen schafften wir einen Ballen Baumwolle pro Tag. Das war damals 900 Pfund. Und wir waren stolz darauf. Ich bin es immer noch." bemerkte er dazu.
Die Bluessängerin und Gesangslehrerin Evelyne Péquignot versteht ihr Handwerk. Davon konnte man sich an der 3. Basler Vocal Night im Zic Zac gestern Abend überzeugen. Vor ausverkauftem Haus präsentierten über dreissig Ihrer SchülerInnen einem gut gelaunten Publikum ihr erworbenes Können.
Es war für alle Teilnehmenden der erste Auftritt bei einem öffentlichen Konzert. Kein Blueskonzert im eigentlichen Sinn, sondern ein Gang quer durch die Popmusik der letzten 40 Jahre. Deswegen ist dies auch keine Konzertrezension, dafür war das Angebot zu breit und dafür sind die Geschmäcker zu verschieden.
Es würde auch der Idee des Ganzen nicht gerecht, die einzelnen Songs und InterpretInnen zu beurteilen, denn der Gedanke des Wettbewerbs ist gerade nicht das, was Evy mit der Vocal Night beabsichtigt. Im Vordergrund steht die Idee, jugendliche Talente zu motivieren und zu fördern und Ihnen Gelegenheit zu geben, vor einem Publikum aufzutreten. Eigentlich ist es ein Teil des Unterrichts, denn Singen soll ja nicht bloss im Stillen Kämmerchen stattfinden. Es ist diese Idee - und Ihre Umsetzung - die hier betrachtet werden soll.
Seit über 40 Jahren ist Larry Schmuki on the road und in der Schweizer Bluesszene eine unverzichtbare Grösse. Mit seiner Larry's Blues Band ist er live zu erleben, als beliebter Studiomusiker auf vielen CDs zu hören. Er war Gitarrist und Sänger von Trust und Hamp Goes Wild. Er hat mit Deep Purple, Status Quo, Luther Allison, Climax Blues Band, Ten years After und Popa Chubby als Gitarrist gespielt. Wenn jemand den Blues im Blut hat, dann bestimmt Larry. Gibt es eine bessere Referenz für einen Laden und eine Musikschule?
Am
vergangenen Donnerstag, dem 4. September 2008, fand im Winterthurer Musiklokal Albani
der als «Thursday Blues Session»
bekannte Blues-Jam statt.
Organisator
und das Herz der Veranstalter Walter Baumgartner
hat erneut die Bühne geöffnet für alle Interessierten und er war es auch, der am
Abend ad hoc die Musiker zu Improv-Bands kombinierte. Die so
zusammengewürfelten Mitglieder der Bands sprachen dann die Setlist
untereinander ab und legten nach kürzesten Soundchecks los. Jede Formation
blieb für zwei bis drei Songs auf der Bühne, jeweils vom Publikum mit
Aufmerksamkeit und Applaus belohnt.
Es ist kein Honigschlecken, an einem Strassenfest zu spielen. Wenn es auch noch ein Debut ist, so ähnelt es dem Feiern des Geburtstages im Skilager: Nur wenige interessieren sich wirklich dafür. Die Leute flanieren und irgendwo zwischen Kebab und Softeis dringt plötzlich Musik an ihr Ohr und sie bleiben vielleicht stehen und hören einen Moment zu. Man spielt also sozusagen ohne Publikum. Auch die übrigen Umstände sind nicht wirklich berauschend, die Bühne ist improvisiert, das Licht und der Ton bescheiden.
Evelyne Péquignot hat es trotzdem gewagt, am Samstag dem 30. August an der Boulevarderöffnung Gundeli ihre neue Band Evy & the Bluesjacks zum ersten Mal live vorzustellen.
Jean-Martin
Büttner beschreibt in seinem immer wieder unfassbar guten Buch Sänger,
Songs und triebhafte Rede das Konzert als das
Wiederkehren immer gleicher Bestandteile eines festen Rituals: «Zweieinhalb
Stunden, ein Schlagzeugsolo, drei Zugaben und zwanzigtausend flammende
Feuerzeuge später ist der Spuk vorbei. Die Fans sind begeistert, der Moderator
vom Privatradio ist begeistert, das Fernsehen ist schon im Voraus begeistert
gewesen, und die Zeitungen werden die Begeisterung übermorgen nachholen.
»Everybody say yeah«, hat der Sänger gerufen, und siehe: Alle sagen sie ja, ja,
ja.» (Büttner 1997, 379). Ein Konzert ist immer auch ein Aufeinandertreffen von
Erwartungen der Einmaligkeit seitens des Publikums und der Routine seitens der
Musiker, die gestern in Wiesbaden spielten und morgen in Monte Carlo sein
werden. Diese Erwartungen sind nicht immer kompatibel, aber wenn man Fr. 85.-
für einen Stehplatz bezahlen muss, dann erwartet man vielleicht doch einen
engagierten Musiker, der Freude hat, ein Konzert zu spielen.
Abi Wallenstein steht seit über vierzig Jahren auf der Bühne. In dieser Zeit hat er sein Publikum mit seiner markanten Stimme und seinem virtuosen Gitarrenspiel begeistert. Seine musikalische Ausdrucksweise hat sich in seiner Karriere zu einem reifen, unverwechselbaren Stil entwickelt.Wenn auf einen Blueser das Klischee authentisch zutrifft, dann ist es Abi Wallenstein. Sein Auftreten ist unprätentiös, sein Spiel und sein Gesang jedoch schillern auf eine wunderbare Weise. Sie sind von grosser musikalischer Tiefe und lassen uns etwas davon ahnen, wie es gewesen sein muss, seinen grossen Vorbildern zuzuhören.
Abi Wallenstein ist ohne Zweifel einer der ganz grossen, europäischen Bluesmusiker. Er wird als angenehmer, feiner Mensch geschildert. Wer ihn erlebt hat, hat keine Mühe, dies zu glauben. Nicht umsonst hat ihm Publikum und Presse den Titel Vater der Hamburger Blues Szene genannt.
Blues Culture besteht aus dem 1945 in Israel geborenen Abi Wallenstein (Gitarre, Gesang), der seit 1965 in Hamburg lebt; dem gebürtigen Engländer Steve Baker (Bluesharp), der in London aufwuchs, in den 70er Jahren mit der Jugband Have Mercy nach Deutschland kam und heute in der Nähe von Hamburg wohnt und dem 1970 in Hamburg geborenen Martin Röttger (Cajon). Ihr Stil ist schwer einzugrenzen. Es gibt sowohl tiefschwarzen Blues, fetzigen Boogie, als auch sanfte Balladen und rockbetonte Nummern und sie verstehen es, mit ihrer Musik jedes Publikum mitzureissen. Und das ohne Show, einfach durch ihre Art, das fertig zu bekommen, was man als Zuhörer am Blues so sehr mag: die Verbindung mit der Band.
Habt Ihr Euch eigentlich auch schon gefragt,
wieso der Blues nicht Greys oder Greens heisst? Wieso wurde ausgerechnet die
Farbe «blau» zum Symbol des Blues? Dieser Artikel diskutiert die Farbensymbolik
der blauen Farbe, und er hinterfragt die Zuordnung der Trauer, der Melancholie
zur Farbe des Himmels und des Meeres.
Blues Priority ergänzen Ihr Team mit Helmi Zürcher
Blues Priority ist jetzt zu fünft: Helmi Zürcher ist für die Vocals
zuständig, Claude konzentriert sich mehr auf seine Gitarren. Den ersten
Gig hat das Quintett bereits in der Musik Bar 21 in Bubendorf
absolviert und wird voraussichtlich am 6.9.08 wieder dort spielen. Am
29.11.08 spielt BP im Theater Rampe im Borromäum Basel.
Wie die US-Ausgabe des Magazins Rolling Stone
in diesem Artikel seiner Online-Ausgabe ankündigt, wird demnächst eine neue CD von B.B. King
erscheinen namens One Kind Favor. Doch
es soll nicht nur eine weitere CD des «King of the Blues sein», es wird ein ganz
spezielles Studio-Album des am 16. September 82 werdenden Musikers.
CD-Produzent T-Bone Burnett (nicht verwandt
mit Chester Burnett alias The Howlin' Wolf) [Links zu seiner Seite auf
Wikipedia Deutsch,
Englisch,
oder seiner nicht sehr guten Website
hatte die Idee, B.B. King ein Album einspielen zu lassen, dass sich anhören
sollte wie in den Fünfziger Jahren.
Blues Bureau: 5 erfahrene Musiker spielen elektrischen Blues und Boogie in der Tradition der Britisch-Amerikanischen Blues-Explosion der 60er Jahre. Eine neue, ganz bestimmt interessante Band.
Die Band hat sich 2007 formiert. Sie spielen die Titel der 60er Jahre deutlich bluesiger und rockiger als ihre Originale, was den Titeln gut tut, die man sonst vielleicht eher aus historischen als musikalischen Gründen anhört. Vor allem Helmut Wirtz' Harmonikaspiel und die Stimme des Leadsängers Udo Weinert bringen hörbar mehr Groove in die Titel. Das Material ist zur Zeit noch spärlich, macht aber Appetit auf mehr.
BluesRoad das Webradio und Bluesforum ist eine Website, die man nicht verpassen darf. Unter der Bezeichnung Community verbirgt sich mehr, als man zunächst ahnt.
Im Zentrum stehen das Webradio, das nach einem regelmässigen
Sendeplan täglich von 20:00 Uhr bis open end in einer Kombination aus
Live Radio und Chat Blues bietet, das Programm wird jeweils von einem
aus dem Moderatoren/Innen Team zusammengestellt, dazu kann man mit den
Mitgliedern des
Teams chatten, fast wie in der Kneipe, entspannt und unaufgeregt. Es geht familiär zu und man wird herzlich empfangen.
Das Programm ist von hoher Qualität und abwechslungsreich, weil ja viele Leute beteiligt sind,
die ihre Vorlieben einbringen. Dazu kann man auch eine Playliste
einreichen, die dann von einem der Moderatoren begleitet wird. Am Sonntag ab 11:00 gibt es ausserdem einen Blues Frühschoppen. Sehr empfehlenswert!
Die Band um Renate "Blue Mama" Braun formierte sich im Sommer 2000. Sie war ursprünglich eine Sessionband der Hourglass Blues Session. Mit einem Repertoire, das den Bogen vom klassischen bis zum aktuellen Blues spannt, begeistert die Band ihr Publikum immer wieder. Ihre Interpretationen der Klassiker klingen frisch.
Nicht umsonst hat die Band durchgehend gute Noten in der Presse und obwohl sie aus einem Fundus schöpfen, der einige Jahrzehnte einschliesst, sind ihre Interpretationen keine eins zu eins Cover, sondern frisch gebügelte, eigene Werke und Blue Mama scheut sich nicht, die Stücke mit jazzigen Einstreuungen und Latin Elementen zu garnieren.
Wer jenseits der eigenen Musiksammlung Blues hören möchte,
ist auf die spärlichen Bluessendungen im Radio angewiesen, die auch noch
meistens zu Randzeiten gesendet werden, als ob Bluesfreunde grundsätzlich nur
spät in der Nacht Zeit und Lust hätten ihre Musik zu hören, wenn sie nicht
gerade in einem verrauchten Lokal live dabei sind. Seit es aber das Internet
gibt, sind die Möglichkeiten zum Glück enorm gewachsen, Blues aller
Schattierungen jederzeit zu hören. Wie das geht und was möglich ist, wird in
diesem Artikel erklärt. Es geht dabei nicht um Musik, die in einer Website zum
Download oder anhören angeboten wird, sondern um Internet Radio.
In dieser Kolumne berichte ich aus meinem technischen Alltag, soweit es Musikhören betrifft und allem, was damit zusammenhängt. Ich hoffe, der eine oder andere Tipp hilft auch Euch. Heute geht es um MP3 und wie man sie hört..
Natürlich höre ich am liebsten Liveauftritte. Aber wie für die meisten von uns spielen Musikkonserven auch für mich eine grosse Rolle, eigentlich eine grössere als Livemusik. So sitze ich hin und wieder im Sessel und lasse mir von der Musikanlage meine Lieblingsmusik vorspielen. Da ich eine grosse Zeit am Bildschirm verbringe, habe ich meine ganze Sammlung als MP3 Dateien auch auf dem Rechner gespeichert und höre während er Arbeit Musik.
Eddie Turner musste den letzten Auftritt am 19.04.08 in Cauville/F leider wegen einer Kehlkopf- und Bronchialentzündung absagen. Er ist auf anraten des Arztes in Deutschland umgehend zurück in die USA geflogen und hat sich in die Obhut seines Heimatarztes begeben. Als Ersatztermin wurde der 08.11.08 vereinbart, so dass Edddie im Herbst seine Dämon and Mystery-Tour
diesmal in Frankreich beginnt. Wir hoffen das Eddie bald wieder ganz gesund ist und freuen uns schon auf seine Show bei dem Grosch Bluesfestival in Schöppingen am 07.06.08.
Richard Koechli ist Gitarrist und was für einer. Ohne Zweifel zählt sein Slide Spiel zum Besten, das man in Europa hören kann. Daneben ist Richard aber auch Songwriter und Komponist, Studiogitarrist und Buchautor, ausserdem Produzent.
Der 46 jährige Musiker lebt in der Schweiz und in Frankreich. Als Musiker spielte er mit vielen bekannten Schweizer Künstlern wie Jenny White, Hank Shizzoe, Polo Hofer, Max Lässer, Jens Krüger, Yvonne Moore, Gigi Moto Luke Gasser, Andy Martin, Keiser-Twins, Reto Burrell. Daneben hat er diverse CDs herausgegeben. Eine Diskographie findet sich am Ende des Artikels.
Walter Baumgartner ist ein aussergewöhnlicher Bluesmusiker. Er ist nicht nur ein guter Interpret, ein Bandleader und beliebter Sessionmusiker, sondern ein Botschafter des Blues, der sich aktiv dafür einsetzt, dass der Blues weiterlebt und zwar nicht in musealer Repetition des alten Materials, sondern aktiv - da, wo auch die Gesellschaft weiterlebt: bei der Jugend.
Wenn man sich vor Augen führt, dass Walter Betriebsökonom ist und nur etwa die Hälfte seiner Zeit „nebenbei“ der Musik widmen kann, ist es beeindruckend, was er alles auf die Beine gestellt hat und wie aktiv er sich für den Blues engagiert.
Seinen Weg zur Musik entdeckte Walter vergleichsweise spät. Wie auf seiner Website zu lesen ist, verbrachte er die Zeit vor allem mit Sport: Damit ähnelt er seinem berühmten Namensvetter, der Lieder für Stars wie Vico Torriani, Lys Assia und die Geschwister Schmid komponierte und die Filmmusik zu vielen berühmten Schweizer Filmen, wie Polizischt Wäckerli schrieb. Auch jener hatte während der Studienjahre grosses Interesse an Sport und war ein begeisterter Jazzmusiker, ist aber mit Walter nicht verwandt.
In diesem Interview vom 24. März erzählt uns Walter ausserdem, was er so denkt und was er noch vor hat...