6. Bluesfestival Baden erneut voller Überraschungen
Vom 16. bis 23. Mai 2009 findet das 6. Bluesfestival Baden statt. Ein attraktives und qualitativ vielversprechendes Programm bietet täglich, ausser am 18. Mai garantiert tolle Blueserlebnisse. An verschiedenen Spielorten finden Gigs statt, die thematisch zusammengefasst wurden. Das Programm ist sehr umfangreich, weshalb wir uns auf die unten stehende Zusammenfassung beschränken. Die einzelnen Anlässe sind mit den entsprechenden Inhalten der Website des Veranstalters verlinkt.
Im Internet sind wir neulich auf eine Website gestossen, die
eine sehr verdienstvolle Arbeit leistet, die aber vor allem auch viel Spass
macht und sehr unterhaltsam und informativ ist. Der Besuch der Website wird
wärmstens empfohlen, denn darauf verbirgt sich viel gute Musik. Es ist eine Website,
auf der die B-Seiten gewürdigt werden. Oder wie Red Kelly schreibt, das Pseudonym des
Betreibers: «This page is dedicated to the poor, neglected «B» sides of all these
45s I have. Let's listen to 'em together...».
Auf der Seite kann man richtig gute Musik hören, tolle
Details entdecken und eine Website bestaunen, die technisch sehr gut gemacht
ist und die informativ und spannend, mit viel Aufwand und Liebe gestaltet
wurde: Den Blog von Red Kelly. [http://redkelly.blogspot.com/]
Der einzigartige Bluesman John Hurt hatte nicht nur eine sehr spezielle, weil zweigeteilte Karriere,
er ist auch die Verkörperung des Anspruchs, dass Blues mehr ist als nur Musik über
Trauer, Verzweiflung und verlassene Liebe. John
Hurt ist sozusagen die «Gute Seele» des Blues, er spielt die Musik, aber er
sieht aus wie ein buddhistischer Erleuchteter, und seine mit grosser
Virtuosität gespielten und gesungenen Lieder sind der Beweis dafür, dass der
Blues fröhlich, verspielt und zärtlich sein kann. Selbst wenn er, etwa in Monday Morning Blues, von einem
Aufenthalt im Gefängnis singt oder von dem Blues, der einen zu Beginn der Woche
überkommen kann, so hat man bei John
Hurts feiner Musik und seiner sanften Stimme stets das Gefühl, dass er
diese Zeiten lange hinter sich hat. Mit seiner eigenen Technik des
Fingerpicking wurde Mississippi John
Hurt zu einem stilbildenden Gitarristen des Blues und Youtube und ähnliche
Plattformen sind voll von Instruktionsvideos, wie man den scheinbar so
einfachen Stil dieses Meisters des Picking kopieren lernen kann.
Unter diesem Motto stand der fünfte Abend
des Bluesfestivals und spannte einen Bogen von einem europäischen Vertreter des
zeitgenössischen Blues zu den Veteranen des Chicago Styles. Mit der Rudy Rotta Band im ersten und Hubert Sumlin, Bob Stroger und Willie „Big
Eyes" Smith im zweiten Set konnte man gespannt sein, was der Abend bringen
würde.
Der vierte Abend des Bluesfestivals bot
zwei Leckerbissen. Mit Big Daddy Wilson
kamen die Freunde des ruhigen, ursprünglichen Blues auf ihre Rechnung und die
Freunde des wilden und lauten Blues sahen ihre Erwartungen mit der Cla Nett & Lazy Poker All Stars Rhythm ‛n‘ Blues Revue erfüllt. Das Angebot der beiden Sets konnte unterschiedlicher nicht sein und demonstrierte eindrücklich, welche Bandbreite dieser Musik doch inne wohnt und beide Sets boten
hohes Niveau und tolle Stimmung.