Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: die gesamte zeitgenössische, westliche Musik ist aus dem Blues hervor gegangen. Die Geschichte des Blues ist also auch die Geschichte der modernen musikalischen Kultur und damit kein abgeschlossenes Kapitel, sondern lebendige Gegenwart. Nach wie vor wird aber Blues in weiten Kreisen nicht als eigenständige Form der musikalischen Kultur betrachtet, sondern irgendwo im Rotlichtmilieu verortet, oder bestenfalls als Klagegesang der ehemals unterdrückten Afroamerikaner angesehen. Es gibt auch kaum einen Musikunterricht, in der die Geschichte des Blues behandelt wird, es sei denn, der Musiklehrer ist zufällig Bluesfan. Selbst in den USA, dem Herkunftsland des Blues ist es mit dem Wissen darum nicht weit her. Das Bluesfestival Baden hat sich von Anfang an der Aufgabe gewidmet, diese Defizite zu beseitigen. Workshops im Vorfeld des Festivals gehören ebenso dazu wie die Initiative «Blues Kidz»
Die Volkshochschule Wettingen hat in Zusammenarbeit mit dem Verein Bluesfestival Baden auch in diesem Jahr einen Workshop auf die Beine gestellt, der an drei Abenden die Geschichte des Blues musikalisch erarbeitet. Für den Workshop konnten wieder die zwei renommierten Vertreter der Schweizer Bluesszene als Kursleiter gewonnen werden, die den Workshop bereits im vorigen Jahr erfolgreich durchgeführt hatten: Walter Baumgartner und Patrik Schneider.
Seit der erste Musiker jemals die Mundharmonika im Blues eingesetzt hat, gehört sie zu den Standardinstrumenten in dieser Musik. Klein, leicht und preisgünstig und dabei unerhört vielseitig, konnte jedermann sie sich leisten. Sie erfreut sich deshalb grosser Popularität auch bei Bluesfreunden, die gerne mit musizieren möchten und kein anderes Instrument spielen. Doch vor das Vergnügen haben die Götter bekanntlich den Schweiss gesetzt. Es gilt also zu lernen und zu üben in einer Harpschule. Das Angebot an Harpunterricht ist gross, alle uns bekannten Kurse in der Schweiz werden von erstklassigen Bluesharpern durchgeführt. Wir wollten wissen, wie es in so einem Kurs zu geht und wie einfach es wirklich ist, eine Mundharmonika zu spielen und haben einen Schnupperkurs besucht, den Jan Hartmannanbietet. Hier ist unser Bericht.
Dieser Kurs richtet sich an alle, die sich für akustischen Blues und den Jazz der 20er- und 30er-Jahre interessieren.
Rainer unterrichtet Fingerpicking, Slidegitarre in Open und Standard Tunings, Delta Grooves und Ragtimes mit erweiterten Harmonien auf der akustischen Gitarre und zeigt, wie Mandoline und Ukulele im Blues eingesetzt werden können. Tanja unterrichtet Gesang, Liedbegleitung, Swing-Gitarre und ebenfalls Ukulele.
Der Kurs richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene; das Programm wird flexibel an die Wünsche und den Kenntnisstand der Teilnehmenden angepasst. Die Teilnahme ist sowohl mit Instrument (Gitarre, Mandoline, Ukulele) als auch ohne (nur Gesang) möglich. Ein wichtiger Teil des Kurses sind die Jam Sessions am Abend, an denen gemeinsam musiziert wird und das Erlernte gleich ausprobiert werden kann.
Kosi Musik organisiert auch im 2011 den einwöchigen Gitarren und Harp Workshop im Ambiente der Bündner Berge. Der Unterricht wird durch zwei Berufsmusiker gestaltet: Ziggy The Raindog (Gitarre und Gesang) sowie Yanni Senior (Harmonika). Der Workshop geht über den Musikunterricht hinaus und steht unter dem Titel Natur und Musik. Jeder Tag des Aufenthaltes ist mit einem bestimmten Element verknüpft. Als Beispiel beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Holz, aus dem Instrumente gebaut werden und verfolgen dessen Werdegang vom Förster bis zum Instrumentenbauer und schliesslich zum fertigen Instrument. Eine interessante Kombination aus Unterricht und Ferien in Praden.
Der Kurs findet vom 15. bis 22. Mai 2011 in Praden statt und wird organisiert durch Simona Kolozeti. Ausführliches dazu auf der Website des Veranstalters: www.kosi-musik.ch
Ein Schneidergeschäft, das es zu einem Eintrag in der Wikipedia bringt? Das muss wohl etwas besonderes sein. Tatsächlich ist das Geschäft der Lansky Brothers in Memphis, Tennessee ein einzigartiges Geschäft, und Blues-Reisende, die ins Delta fahren, sollten sich unbedingt eine Stunde Zeit nehmen, um sich das Geschäft im Erdgeschoss des prestigeträchtigen Peabody-Hotels anzusehen. Denn hier kauften die Grössten ein: Isaac Hayes, Lerry Lee Lewis, Rufus Thomas haben sich hier einkleiden lassen. Der Besitzer nennt sich «Clothier to the King», also «Einkleider des Königs», denn hier kaufte nicht nur ein König ein, sondern gleich zwei: Der König des Rock’n’Roll Elvis Presley und der King of the Blues: B.B. King.