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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Es gibt Bands, die Blues-Titel covern, bei denen aber in Wirklichkeit kein Titel nach Blues klingt. Das Britisch-Irische Duo bestehend aus Gitarrist Dick Farrelly und Harp-Virtuose Mat Walklate zählt zum Gegenteil. Bei diesen zwei Musikern klingen selbst Jazztitel wie Duke Ellingtons C Jam Blues oder Milt Jacksons Bags Groove noch nach Deltablues. Das liegt hauptsächlich an der Instrumentierung aus akustischen Gitarre und Blues-Harp, doch hier sind nicht musikalische Wiedergänger von Sonny Terry und Brownie McGhee zu hören. Ferelly und Walklate interpretieren dieses zeitlose Duett aus Harp und Gitarre neu und aufregend. Ihr aktuelles Album Keep It Clean bietet grossartige Musik, voller Leidenschaft, Spielfreude und Witz. Und alles mit bemerkenswerter Virtuosität eingespielt.
Vergangenen Juli, also im Sommer 2012 traf der Engländer Dick Farelly den Irischen Bluessänger und Harp-Spieler Mat Walklate in einer Bar in Amsterdam, worauf sie zusammen jammten und so eine Zusammenarbeit begannen, aus der nun dieses Album mit dem Titel Keep it Clean und einem leider etwas lieblosen Cover hervorkam. Das Album wurde schnell eingespielt, in nur einem Tag, und die CD ist Zeuge einer wirklich beseelten Session. Auf den Bluestiteln spielt die Gitarre solide und vornehm zurückhaltend, auf den jazzigeren bietet Farelly stilsicheres «Chomping» der Gitarre in bester Tradition einer Big-Band-Gitarre à la Freddie Green. Die Harp is flamboyant, und das Duo passt perfekt zusammen, sie feuern sich an, wie Buddy Guy und Junior Wells das taten, wirklich eine Freude, das zu hören.
mehr zum Thema: Dick Farrelly and Mat Walklate- Keep It Clean |
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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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«Ain’t Nothing but the Real Thing, Babe»
Richard Koechli zeigt auf seiner neuesten Veröffentlichung, der Live-Kompilation Still Howlin‘, wieso er vollkommen zu Recht der aktuelle Preisträger des «Swiss Blues Award» ist. Die aktuelle CD-Veröffentlichung ist dicht gepackt mit 79 Minuten wunderbarer Musik der entspannten und dabei bewundernswert kompetenten Machart Richard Koechlis und seiner Begleitmusiker. Blues sind das Alpha und Omega seiner Musik, aber sie ist nicht begrenzt dadurch. Country- und Ragtime-Titel sind ebenso teil des Repertoires wie der elektrische Blues. Koechli selbst nennt es «Roots Music». Die Aufnahmen sind raue Live-Mitschnitte von vier Konzerten und dabei nicht die höchste Entwicklung von originalgetreuer Aufnahme. Das mag man bejammern, es macht aber nichts aus, denn wie ältere Chicago-Mitschnitte ist auch dies ein Tonzeugnis eines grossen Künstlers auf der Höhe seiner Kunst, live vor Publikum. Dabei erstarrt man nicht in Ehrfurcht, sondern erfreut zusehends sich an dieser perfekt gespielten Musik. Darauf deutet auch die hier gewählte Titelzeile hin: Koechli ist «the Real Thing». mehr zum Thema: Richard Koechli Still Howlin |
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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Older than my Old Man Now

Die aktuelle Veröffentlichung des englischen Songwriters und Sänger Loudon Wainwright III umfasst 15 Titel, und dominant ist dabei die klare und helle Stimme des Headliners, die irgendwo zwischen Paul Simon und James Taylor liegt, wenn Wainwright auch Engländer ist. Diese Stimme ist der Star aller Songs, wie sie auch daherkommen, und das ist äusserst vielseitig.
Was nämlich sofort auffällt, ist der umfassende musikalische Anspruch, er will von allem etwas: ein bisschen Songwriter à la Elton John, ein bisschen Folkeinschlag, Ragtime-Piano das klingt wie der Österreichische Kabarretist Georg Kreisler oder dessen amerikanischer Counterpart Tom Lehrer. Aber alles bleibt ein stilistische Tour de Force ohne echten Schwerpunkt. Auf The Here & the Now ist eine klar B.B.King nachempfundene Leadgitarre zu hören (nur Fill-Ins, keine Soli). Auf In C spielt er Solo-Klavier und singt einen anspruchsvollen Text dazu. Der Titelsong der CD ist dann als Country-Blues angelegt mit einer Jack-Bruce-gleichen Harp im Hintergrund, dazu Sprechgesang. Double-Lifetime ist ein Country-Song, der gut auf den Soundtrack von Oh Brother Where Art Thou gepasst hätte. I Remember Sex orientiert sich an den Amerikanischen Musicals.
mehr zum Thema: Loudon Wainwright III |
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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Blues All Over
Die CD Blues All Over der Britischen Formation Big Mama & The Crazy Blues Band beginnt ihre Studio-CD mit einem Umfang von 12 Titeln und 52 Minuten mit einem Stimmungsknaller: Let’s Start Again ist ein fetziger Chicago-Blues, bei dem alles dabei ist, was zu einem Blues gehört. Das könnte auch das Motto dieser CD sein: alles, was dazu gehört, die Band ist vielseitig aber dabei immer auf der Höhe der musikalischen Ansprüche, zusammengehalten wird alles von der tollen Jazz-Stimme. Alle Register werden gezogen: ein Jazziger Blues mit dem Titelsong Blues All Over, Klassiker (Sweet Georgia Brown, Reconsider Baby), Eigeninterpretationen wie Albert Kings Crosscut Saw. Der Slow Blues You Don’t Miss You Water geht ans Herz, andere Titel in die Füsse oder Hände.
Big Mama singt wunderbar, mehr in der Tradition von Jazz-Sängerinnen wie Ella Fitzgerald und Dee Dee Bridgewater als in jener der Bluesröhren Bessie Smith oder auch ihren Namenspatronin Big Mama Thornton. Aber sie kann wunderbar singen, hat dieses sexy Timbre in der Stimme und trifft jede Note perfekt. Bemerkenswert ist das mit den Lippen nachgespielte Trompetensolo in Sweet Georgia Brown, einer dieser augenzwinkernden Augenblicke, die zeigen, dass die Band Freude hat an der Musik und diese überträgt sich aufs Publikum.
mehr zum Thema: Big Mama And The Crazy Blues Band |
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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Clever-Blues
Das australische Trio Dukesy & The Hazards spielt mit der Geschichte der Popkultur. Ihr Auftritt ist ein Verwirrspiel mit Versatzstücken der Vergangenheit, aber im Kern steht stets das Bedürfnis, frischen und aufregenden Sound zu machen. Nach einer ersten EP liegt nun die erste CD mit neun Eigenkompositionen vor. Für Liebhaber der funky Version des Blues wird dies ein Evangelium sein, für alle anderen ein fröhliches und abwechlsungsreiches Album mit vielen schlauen Ideen. Cleverer Blues eben, gespielt von drei Aussies und einem befreundeten Pianisten, der auf manchen der Track aushilft. Ihr Sound ist getrieben von der Tradition, aber er versucht auf dieser Bais neue Klänge zu finden, neue Rhythmen für das immer gleiche alte Gefühl: den Groove. mehr zum Thema: Dukesy and The Hazards Aint Coming Back to You |
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