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Ginger Going Though Arlanda PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
GingerGoingThroughArlandaCD.jpg

Auf ihrer ersten Studio-CD aus 2010 zeigen die Schweizer Band Ginger mehr vom für sie typischen 60er-Jahre Bombast-Sound, der irgendwo zwischen psychadelischem Experimentalsound und Hard Rock anzusiedeln ist. Going Though Arlanda ist wie schon die früheren Albem wie Live eine Feier von Retromusik. Die Gitarren von Marc Walser und Micha Bütikofer Gitarre haben das unbedingte Diktat, Bass (Arie Bertogg) und Schlagzeug (Andy Rösch) liefern den soliden Boden und die treibende Energie der Band. In einer früheren Rezension drückte ich schon grosse Bewunderung für die Band aus, und auch auf der ersten Studioarbeit arbeiten sie mit hoher Präzision, spielen die Songs makellos und sauber ein. Der Sound hat sich weiterentwickelt, und bleibt dennoch den Grundwerten treu: auch Going Through Arlanda bietet «psychedelischen Bluesrock», wie die Band ihre Musik zu Recht beschreibt.

mehr zum Thema: Ginger Going Though Arlanda

 
Seasick Steve Man From Another Time PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
Fossil

SeasickSteveCover.jpgSeasick Steve ist anscheinend ein lebendes Fossil. Der siebzigjährige Musiker aus Oakland in Kalifornien ist stets bemüht, seine Authentizität zur Schau zu stellen, und das gelingt ihm so anstrengungslos, dass man zum Schluss kommt, dass der Mann tatsächlich so ist, wie er sich gibt: ein zottelbärtiger Südstaaten-Traktorfarmer-und-Freizeit-Bluesman wie die Blueser der Gründerzeit. Aber Seasick Steve ist auch musikalisch verblüffend nahe dran an den grossen Vorbildern des ungehobelten, rohen Blues: Bukka White, Leadbelly oder Son House. In ihrer Tradition und ausgerüstet mit einer schönen Stimme schafft der Gitarrist mitreissende Roots-Musik. Aber in perfekter Aufnahmequalität und Transparenz ist diese Musik ein grosses Vergnügen.

mehr zum Thema: Seasick Steve Man From Another Time

 
Kenny Neal - Hooked On Your Love PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   
kennynealhookedonyourlovecdcover.jpg

Louisiana-Bluesman Kenny Neal ist Künstler mit tollem «Stammbaum»: Sein Vater war Raful Neal (1936-2004), ein Harp-Spieler erster Güte, von dessen zehn Kindern neun als Bluesmusiker auftreten. Der bekannteste ist Kenny, der als Gitarrist, Bandleader, Komponist und Sänger  die Tradition Baton Rouges lebendig erhält. Mittlerweile 54 Jahre alt, hat Kenny Neal zahlreiche Alben veröffentlicht und er kennt das Geschäft durch und durch. Diese neueste CD ist ein grossartiges Werk, Er spielt 12 Titel auf diesem Album, allesamt perfekt gespielt, mit ausgewogener und grosser Band, der Gesang ist Klasse, Neals Stimme ist butterweich und zart, perfekt für seine Form des funky Blues. Dieses Album ist wirklich eine reife Leistung, Blind, Crippled, or Crazy ist ein Hammersong, das von fetten Hörnern unterstützte VooDoo Mama ist ein witziger Song, der musikalisch und textlich mit den Klischees des Voodoo spielt und durch tolle Bläsersoli hervorsticht. Wie sein frühes Vorbild Slim Harpo bleibt seine Variante des Blues fröhlich und lebensbejahend, auch wenn der Text Missstände beklagt. Die Gitarrensoli Neals sind nach wie vor grossartig, wenn auch seltener als auf früheren Alben, er lässt den Mitmusikern mehr Raum, bleibt dabei aber stets hörbar in Kontrolle. Kenny Neal verdient mit seiner Musik viel Anerkennung, und wenn es an dieser Musik etwas zu kritisieren gäbe dann, dass sie etwas sehr steril klingt. Der viel zitierte «Dräck», den viele Leute im Blues wollen, fehlt hier. Dies ist Lounge-Blues, Musik, die akzeptiert hat, dass die meisten Menschen heute nicht mehr vor die Stereoanlage sitzen und eine CD hören. Somit ist dies mit all seiner Perfektion und smoothem Feeling Begleitmusik für das Leben, dabei ist es sicherlich ein Soundtrack für gute Stunden, seien sie im Auto, beim Joggen oder im Bett.

Die Titel sind: Hooked On Your Love, Bitter With The Sweet, Down In The Swamp, Blind, Crippled, or Crazy, If Walls Could Talk, Things Have Got to Change, New Lease On Life, Ain't Nothing You Can Do, Old Friends, Tell Me Why, VooDoo Mama, You Don't Love Me

 
Errol Dixon - Best Of PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik   

erroldixonbestofcdcover.jpgDas jüngste Album von Errol Dixon ist eine umfassende Kompilation von insgesamt 22 Aufnahmen über seine gesamte Karriere: die erste Aufnahme stammt von 1961, die jüngste von 2003. Für langjährige Verehrer des in der Schweiz wohnhaften Künstlers, die vielleicht noch Vinyl-LPs im Schrank stehen haben und für Freunde des Piano-Blues ist diese Kompilation sicher interessant. Living with the blues von 1995 ist sogar mit fünf Titeln vertreten, andere frühere Alben sind mit weniger Titeln vertreten. Eine Auflistung aller Titel der CD und ihrer Originalaufnahmen findet sich auf der gediegenen Homepage des Künstlers [http://erroldixon.onnet.ch/?cid=235]. Der Mann beweist eindrücklich, wieso er seit langem Erfolge auf Bühne und in den Medien feiert. Der Pianist und exzellente Sänger ist ein Meister des Boogie-Woogie Pianos, und er würzt sein Repertoire mit gelegentlichen Spirituals und Rock'n‘Roll-Stücken. Nun ist ein Rock'n'Roll am Klavier - etwa bei Jerry Lee Lewis nun einmal nichts anderes als ein schneller Boogie. Aber auch Spirituals wie When The Saints Go Marchin‘ In oder Mikel Row the Boat werden in der Dixon'schen Lesart zum Boogie. Das ist zwar vielleicht wenig innovativ, aber dafür verbreitet Dixon mächtig Stimmung, wie er ja auch jüngst im Mai in «Benissimo» unter Beweis stellte. Einzig bei Lucky Old Sun ist die Melodie als Folge Arpeggien gespielt, nicht als Boogie-Shuffle. Die CD bietet beste Unterhaltung und eine gelungene Mischung von Klassikern und Eigenkompositionen. Ausserdem singt Dixon wirklich mit einer grossartigen Soulstimme, die getrieben durch den unbarmherzig bearbeiteten Flügel den Songs ihren Pep verleihen. Errol Dixon verdient sich zurecht den Titel «the hardest working man on stage», und er hat Freude an seiner Musik, die er mit dem Publikum teilt. Vielleicht hört man nicht jedesmal die ganze CD durch, denn über 65 Minuten läuft auch perfekt ausgeführter der Boogie-Woogie gerne etwas Gefahr, eintönig zu werden, aber es wird bei jedem einige Lieblingsstücke geben.

Die Titel sind: Midnight Train (1961), Sweet Loving Baby (1970), Bonner Strasse Blues (1975), I'm So In Love With You (1975), Vanessa Boogie, When The Saints Go Marching in, Boogie And The Blues (1987), Errols Boogie (1987), Mr. Boogie Woogie (1990), Open The Door (1990), Rock'n'Roll, Mikel Row The Boat (1992),  Jack The Ripper, Baby Come Closer, Errols Boogie Woogie (1995), The Way I Feel, Jump For Joy, The Fly, Up And Down, Lucky Old Sun (1997), I Still Love You, Dance Mr. Blues (2003).

 
Blind Boys Of Alabama Take The High Road PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   
Erfrischende Kombination

blindboysofalabamatakethehighroadcdcover.jpgSeit ihrer Gründung 1939 unter dem Namen The Happyland Singers hat die Gospelgruppe The Blind Boys Of Alabama schon viele Leute für die schwarze Musik interessieren und begeistern können. Die sechs Sänger und Musiker sind: Jimmy Carter, Billy Bowers, Ben Moore, Eric "Ricky" McKinnie, Joey Williams und Tracy Pierce. Der 81 jährige Clarence Fountain, neben Jimmy Carter das einzig übrig gebliebene Gründungsmitglied, tritt nur noch auf, wenn seine Gesundheit es ihm erlaubt. Ohne Zweifel haben die Blind Boys Of Alabama Musikgeschichte. Über 70 Platten und CDs wurden eingespielt, die Gruppe trat vor mehreren Präsidenten auf, war in unzähligen Filmen zu hören und in so gut wie allen amerikanischen TV Shows zu Gast. Sie gewannen insgesamt 6 Grammies, 4 davon in Folge. 2007 wurden sie in die Gospel Music Hall of Fame aufgenommen. Nun ist ihre neuste CD erschienen: Take The High Road. Produziert wurde sie von Jamey Johnson und ist der Versuch, Gospel und Country zu verschmelzen und es ist die erste CD dieser Art in der siebzigjährigen Geschichte der Gruppe.

mehr zum Thema: Blind Boys Of Alabama Take The High Road