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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Fossil
Seasick Steve ist anscheinend ein lebendes Fossil. Der siebzigjährige Musiker aus Oakland in Kalifornien ist stets bemüht, seine Authentizität zur Schau zu stellen, und das gelingt ihm so anstrengungslos, dass man zum Schluss kommt, dass der Mann tatsächlich so ist, wie er sich gibt: ein zottelbärtiger Südstaaten-Traktorfarmer-und-Freizeit-Bluesman wie die Blueser der Gründerzeit. Aber Seasick Steve ist auch musikalisch verblüffend nahe dran an den grossen Vorbildern des ungehobelten, rohen Blues: Bukka White, Leadbelly oder Son House. In ihrer Tradition und ausgerüstet mit einer schönen Stimme schafft der Gitarrist mitreissende Roots-Musik. Aber in perfekter Aufnahmequalität und Transparenz ist diese Musik ein grosses Vergnügen.
mehr zum Thema: Seasick Steve Man From Another Time |
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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Louisiana-Bluesman Kenny
Neal ist Künstler mit tollem «Stammbaum»: Sein Vater war Raful Neal (1936-2004), ein Harp-Spieler
erster Güte, von dessen zehn Kindern neun als Bluesmusiker auftreten. Der
bekannteste ist Kenny, der als
Gitarrist, Bandleader, Komponist und Sänger die Tradition Baton Rouges lebendig erhält.
Mittlerweile 54 Jahre alt, hat Kenny Neal
zahlreiche Alben veröffentlicht und er kennt das Geschäft durch und durch.
Diese neueste CD ist ein grossartiges Werk, Er spielt 12 Titel auf diesem
Album, allesamt perfekt gespielt, mit ausgewogener und grosser Band, der Gesang
ist Klasse, Neals Stimme ist
butterweich und zart, perfekt für seine Form des funky Blues. Dieses Album ist
wirklich eine reife Leistung, Blind,
Crippled, or Crazy ist ein Hammersong, das von fetten Hörnern unterstützte VooDoo Mama ist ein witziger Song, der
musikalisch und textlich mit den Klischees des Voodoo spielt und durch tolle
Bläsersoli hervorsticht. Wie sein frühes Vorbild Slim Harpo bleibt seine Variante des Blues fröhlich und
lebensbejahend, auch wenn der Text Missstände beklagt. Die Gitarrensoli Neals sind nach wie vor grossartig,
wenn auch seltener als auf früheren Alben, er lässt den Mitmusikern mehr Raum,
bleibt dabei aber stets hörbar in Kontrolle. Kenny Neal verdient mit seiner Musik viel Anerkennung, und wenn es
an dieser Musik etwas zu kritisieren gäbe dann, dass sie etwas sehr steril
klingt. Der viel zitierte «Dräck», den viele Leute im Blues wollen, fehlt hier.
Dies ist Lounge-Blues, Musik, die akzeptiert hat, dass die meisten Menschen
heute nicht mehr vor die Stereoanlage sitzen und eine CD hören. Somit ist dies
mit all seiner Perfektion und smoothem Feeling Begleitmusik für das Leben,
dabei ist es sicherlich ein Soundtrack für gute Stunden, seien sie im Auto,
beim Joggen oder im Bett.
Die Titel
sind: Hooked On Your Love, Bitter With
The Sweet, Down In The Swamp, Blind, Crippled, or Crazy, If Walls Could Talk, Things
Have Got to Change, New Lease On Life, Ain't Nothing You Can Do, Old Friends, Tell
Me Why, VooDoo Mama, You Don't Love Me
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Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik
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Das jüngste Album von Errol
Dixon ist eine umfassende Kompilation von insgesamt 22 Aufnahmen über seine
gesamte Karriere: die erste Aufnahme stammt von 1961, die jüngste von 2003. Für
langjährige Verehrer des in der Schweiz wohnhaften Künstlers, die vielleicht
noch Vinyl-LPs im Schrank stehen haben und für Freunde des Piano-Blues ist
diese Kompilation sicher interessant. Living with the blues von 1995 ist
sogar mit fünf Titeln vertreten, andere frühere Alben sind mit weniger Titeln
vertreten. Eine Auflistung aller Titel der CD und ihrer Originalaufnahmen findet
sich auf der gediegenen Homepage des Künstlers [http://erroldixon.onnet.ch/?cid=235].
Der Mann beweist eindrücklich, wieso er seit langem Erfolge auf Bühne und in
den Medien feiert. Der Pianist und exzellente Sänger ist ein Meister des
Boogie-Woogie Pianos, und er würzt sein Repertoire mit gelegentlichen
Spirituals und Rock'n‘Roll-Stücken. Nun ist ein Rock'n'Roll am Klavier - etwa
bei Jerry Lee Lewis nun einmal
nichts anderes als ein schneller Boogie. Aber auch Spirituals wie When The Saints Go Marchin‘ In oder Mikel Row the Boat werden in der Dixon'schen Lesart zum Boogie. Das ist
zwar vielleicht wenig innovativ, aber dafür verbreitet Dixon mächtig Stimmung, wie er ja auch jüngst im Mai in «Benissimo»
unter Beweis stellte. Einzig bei Lucky
Old Sun ist die Melodie als Folge Arpeggien gespielt, nicht als Boogie-Shuffle.
Die CD bietet beste Unterhaltung und eine gelungene Mischung von Klassikern und
Eigenkompositionen. Ausserdem singt Dixon
wirklich mit einer grossartigen Soulstimme, die getrieben durch den
unbarmherzig bearbeiteten Flügel den Songs ihren Pep verleihen. Errol Dixon verdient sich zurecht den
Titel «the hardest working man on stage», und er hat Freude an seiner Musik,
die er mit dem Publikum teilt. Vielleicht hört man nicht jedesmal die ganze CD
durch, denn über 65 Minuten läuft auch perfekt ausgeführter der Boogie-Woogie
gerne etwas Gefahr, eintönig zu werden, aber es wird bei jedem einige
Lieblingsstücke geben.
Die Titel
sind: Midnight Train (1961), Sweet Loving Baby (1970), Bonner Strasse Blues (1975), I'm So In Love With You (1975), Vanessa Boogie, When The Saints Go Marching in, Boogie And The Blues (1987), Errols Boogie (1987), Mr. Boogie Woogie (1990), Open The Door (1990), Rock'n'Roll, Mikel Row The Boat (1992), Jack The Ripper, Baby Come Closer, Errols Boogie Woogie (1995), The Way I Feel, Jump For Joy,
The Fly, Up And Down, Lucky Old Sun
(1997), I Still Love You, Dance Mr. Blues
(2003).
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Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung
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Erfrischende Kombination
Seit ihrer Gründung 1939 unter dem Namen The
Happyland Singers hat die Gospelgruppe The Blind Boys Of Alabama
schon viele Leute für die schwarze Musik interessieren und begeistern können. Die
sechs Sänger und Musiker sind: Jimmy
Carter, Billy Bowers, Ben Moore, Eric "Ricky" McKinnie, Joey Williams und Tracy
Pierce. Der 81 jährige Clarence Fountain, neben Jimmy Carter das einzig übrig
gebliebene Gründungsmitglied, tritt nur noch auf, wenn seine Gesundheit es ihm
erlaubt. Ohne Zweifel haben die Blind Boys Of Alabama
Musikgeschichte. Über 70 Platten und CDs wurden eingespielt, die Gruppe trat
vor mehreren Präsidenten auf, war in unzähligen Filmen zu hören und in so gut
wie allen amerikanischen TV Shows zu Gast. Sie gewannen insgesamt 6 Grammies, 4
davon in Folge. 2007 wurden sie in die Gospel
Music Hall of Fame aufgenommen. Nun ist ihre neuste CD erschienen: Take The High Road. Produziert wurde sie
von Jamey Johnson und ist der
Versuch, Gospel und Country zu verschmelzen und es ist die erste CD dieser Art in
der siebzigjährigen Geschichte der Gruppe.
mehr zum Thema: Blind Boys Of Alabama Take The High Road |
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