J.J. Cale (1938 - 2013)

Meister der Sparsamkeit

Laid Back, das war sein Markenzeichen und galt sowohl für seinen Lebensstil, als auch für seine Musik. Kaum jemand sonst war so zurückhaltend in diesem lauten, oft schrillen Gewerbe. Weder gab er Liveauftritte, es sei denn, sie waren wirklich nicht zu vermeiden, noch war er ein Freund von Interviews. Lange Zeit lebte er ein einfaches Leben im Wohnmobil, ohne Telefon und wurde erst in den zwei letzten Dekaden seines Lebens sesshaft. Seine Songs waren geprägt von der Konzentration auf das Wesentliche: sparsame Texte verbinden sich mit einer Mischung aus Blues, Country, Rockabilly und jazzigen Elementen zum unverkennbaren Klang, der als Tulsa Stil bekannt geworden ist. Er kam am 5. Dezember 1938 als John Weldon Cale in Oklahoma City zur Welt. Auch wenn es noch so oft kolportiert wird, J.J. steht nicht für Jean Jacques. Nun ist J.J. Cale am 26. Juli 2013 im Alter von 74 Jahren in San Diego gestorben.

 

Seit 1959 lebte er auf die eine oder andere Art von der Musik, zeitweise in Nashville, auch in Los Angeles, wo er als Toningenieur arbeitete. Er kehrte allerdings bald nach Tulsa zurück, war zeitlebens nach eigenem Bekunden ein «Okie», was er mit seinem 1974 erschienenen Album gleichen Namens auch dokumentierte. Dort begann er auch, seine eigenen Stücke zu schreiben. Sehr früh erkannte er das Potential der neuen Technik. So waren die meisten seiner Alben Gesamtkunstwerke: er schrieb die Songs, spielte meistens alle Instrumente und war der Techniker in seinem eigenen Studio. «Naturally» hiess sein erstes Album, das 1971 erschien. Danach kamen weitere rund 20 Alben. So richtig populär wurde er jedoch ausserhalb interessierter Kreise nicht wirklich, ein Resultat seiner Zurückhaltung. Einige seiner Songs wurden in Coverversionen einem breiten Publikum bekannt, die wohl sonst von ihm kaum etwas wussten. «Cocaine» gehört zu den bekanntesten dieser Songs. Er erschien auf dem 1976 erschienenen Album «Troubadour» und wurde ein Jahr später von Eric Clapton zu einem Megahit. Clapton gehört zu den frühesten Bewunderern Cales und wollte nach eigenem Bekunden immer «. . .ein Album mit ihm machen, bevor ich unter der Erde liege. . .». Dies haben die beiden schliesslich 2006 mit «Road To Escondido» getan und damit einen Grammy abgeholt. Auch auf Claptons letztem Album «Old Sock» spielte er mit. Sowieso habe er (Clapton) von Cale gelernt, was ein gutes Gitarrensolo sei. «After Midnight», ebenso erfolgreich erfolgreich von Clapton bekannt gemacht, gehört inzwischen zum Kanon der Bluestitel.

Aber auch andere Künstler coverten erfolgreich seine Songs und/oder liessen sich von ihm inspirieren: Bob Dylan, Mark Knopfler, Bryan Ferry, Santana, Johnny Cash, Ronnie van Zant (Lynyrd Skynyrd)
Er hatte früh seinen Stil gefunden und behielt ihn zeitlebens hartnäckig bei, was ihm von einigen Kritikern den Ruf als Langeweiler einbrachte. Er war es nicht – Er war stilbildend. Das Echo seiner Musik wird noch lange zu hören sein.