Honeyboy Edwards (1915 - 2011)

The World Don't Owe Me Nothing

honeyboyedwards.jpgDavid Honeyboy Edwards hiess der wohl letzte grosse Vertreter der Mississippi Delta Bluesmen. Geboren wurde er am 28. Juni 1915 in Shaw, MS. Sein Leben entsprach stückweise dem klassischen Muster früher Bluesmen aus dem Süden: Arbeit auf den Baumwollfeldern, früher Broterwerb als Musiker, später Umzug nach Chicago. Nach einer Kindheit in Armut verliess er mit vierzehn Jahren das Elternhaus, um mit Big Joe Williams als Wandermusiker zu reisen. Er kannte so gut wie alle frühen Musiker im Delta: Charley Patton, Tommy Johnson, Alex Rice Miller (Sonny Boy Williamson II), Howlin' Wolf, Sunnyland Slim, Lightnin' Hopkins, Big Walter, Little Walter, Magic Sam, Muddy Waters, Peetie Wheatstraw und natürlich Robert Johnson. Letzterer war auch sein Freund und seine Version der Nacht, in der Johnson starb, gilt bis heute als die sozusagen offizielle Version der Ereignisse. Er schildert sie auch im Film The Search for Robert Johnson (1991) Erst 1997 erschien seine Biographie unter dem Titel: The world don't owe me nothing.

Er gehörte zu den Musikern, die Alan Lomax 1942 in Clarksdale für seine Sammlung volkstümlicher Musik für die Library of Congress interviewt und aufgenommen hatte. Natürlich hat er jede Menge Preise nach Hause getragen: Grammy Awards 2008 und 2010, W.C. Handy Blues Award (2005), um nur die wichtigsten zu nennen. 1996 wurde er in die Blues Hall Of Fame aufgenommen. Erst 2010 entstand der sehenswerte Film «Honeyboy and the History of the Blues», der sein Leben erzählt und darüber hinaus ein Dokument jener Zeit darstellt. In diesem Film kommentieren unter anderem B.B. King, Lucinda Williams, Robert Cray, Joe Perry und Keith Richards.

Bis zum späten April dieses Jahres waren verschiedene Gigs in Chicago, dem Rest der USA und Europa geplant, als sich seine Gesundheit verschlechterte. Er starb in Chicago am Montag, 29. August 2011 in den frühen Morgenstunden.