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Der amerikanische Süden reicht offensichtlich hinauf bis nach Toronto. Das kanadische Septett Bywater Call, welches nach Georgia Southern Rock, nach Memphis Soul, nach New Orleans Rhythm’n’Funk, nach Texas Roadhouse Blues, gar nach Tennessee Whiskey klingt und sich zu einem der aufregendsten Live-Acts der Szene gemausert hat, liefert mit «Broken Souvenirs» ein schlicht brillantes Studioalbum ab.

Die stilistische Vielfalt und Offenheit von Bywater Call ähnelt jener der Tedeschi Trucks Band, auch die Bandstruktur geht in die gleiche Richtung: Im Zentrum stehen sich mit Meghan Parnell und Dave Barnes ein Vokal-Kraftpaket und ein Gitarrist gegenüber, welche die Truppe musikalisch und optisch anführen, ihren Mitmusikern jedoch Raum zur Entfaltung gewähren – so auch ihrem fix integrierten Bläsersatz, der an die grossen Zeiten der Bands Chicago oder Blood, Sweat & Tears erinnert.   

Die Kompositionen des Duos Parnell/Barnes bewegen sich in der Tradition gewiefter Songwriter wie etwa Leon Russell, Robbie Robertson oder Lowell George. Die Arrangements sind griffig, nie überladen oder ausufernd – ja, der eine oder andere Song dürfte durchaus auch länger sein – die Grooves rollen süffig, die Soli sind geschmackvoll, und die Chorgesänge besitzen Gospel-Qualität.

2025 wurden Bywater Call für einen UK Blues Award als Best International Artist Of The Year vorgeschlagen, auch im Rockpalast des WDR sind sie schon aufgetreten. Und nimmt man dieses Album zum Massstab, dürfte die Reise nach ganz oben rasant weitergehen. Von Bywater Call wird man mit Sicherheit noch einiges hören!

Meghan Parnell (voc), Dave Barnes (g), Stephen Dyte (tp, tb), Bruce McCarthy (dr, perc), Mike Meusel (b), Julian Nalli (sax), Andrew Moljgun (keys), John Kervin (keys, bjo) plus Jeff Heisholt (keys) plus backing voc, horns & strings

(CD, Vinyl, DL, www.bywatercall.com