
Offensichtlich vom Superman zum Cowboy gemausert hat sich Jamiah Rogers: Nach seinem Aufsehen erregenden Debutalbum «Blues Superman» von 2017 steht der Gitarrist jetzt mit dem Nachfolger «Chicago Cowboy» in den Startlöchern. Jamiah Rogers, der hierzulande schon eine Kostprobe seines Könnens anno 2019 am Blues To Bop Festival in Lugano aufblitzen liess, verkörpert die aktuelle 21st-Century-Generation der Chicago Guitar Slingers.
Nix mehr mit dem augenzwinkernde Understatement eines Muddy Waters, eines Eddie «Playboy» Taylor oder eines Hubert Sumlin. Auch ein Magic Sam oder ein Otis Rush klangen entspannter als Jamiah. Der Youngster geht um einiges deftiger zur Sache. Als Songwriter, wie auch als Gitarrist steht J.R. mit beiden Beinen im hier und jetzt. Will heissen: Er widerspiegelt das heutige Leben in der Windy City. Treibende Rhythmen, bissige, messerscharfe Gitarrenriffs, rauer, energetischer Gesang. Seine zehn von Funk, Rock und Hip-Hop geprägten Eigenkompositionen ergänzt Rogers mit knallharten Interpretationen von Buddy Guy’s «Leave My Girl Alone» und Ray Charles’ «What’d I Say». Abwechslung in die toughe Sache bringen die hypnotischen Soul-Nummern «I Still Wonder» und «Do It Right» sowie das Reggae-lastige «Let Me Live».
Jamiah Rogers (voc, g), Isaiah Horne (b), Tyvon Rice (dr) plus Larry Williams (b), Amyna Pearson (voc)
(CD, DL, www.delmark.com)