
Pull up the Roots? Nein, da wird nix ausgerissen. Im Gegenteil, die Boneshakers ziehen die Roots voll ins Rampenlicht und pflegen so die Wurzeln der Black Music bravourös anhand dieser knackigen Rootsrock-EP. EP? Ja, leider! Von dieser Sorte Sound könnte man durchaus mehr vertragen! The Boneshakers – Randy Jacobs und Jenny Langer plus Mitmusiker & Friends – greifen das Essenzielle auf, welches in Soul, Rock, Blues und artverwandter Musik steckt, und verpassen diesem einen hippen, knusprigen Anstrich. Und alles mit reduzierter Methode.
Der Untertitel der EP verrät uns: «Stripped to the Bone» und «The Hotel Sessions». Will heissen: Da wurde ohne grossen Firlefanz und Studiotechnik aufgenommen, wann immer die Inspiration ans Fenster klopfte. Das Hauptaugenmerk liegt auf Spontaneität, Seele und Geist. Davon profitieren die beiden Eigenkompositionen «Eat A Peach» und «Fly On The Wall» sowie die vier Interpretationen von clever ausgewählten Songs, darunter der Meters-Klassiker «Fire On The Bayou» – hier mit einem indischen Unterton – und das einst von Charlie Singleton für B.B. King geschriebene «Help The Poor» mit seinem Latin Touch.
Alle sechs Nummern sind ein gefundenes Fressen für Jenny Langer’s beachtenswerte Stimmbänder, welche souverän über den praktisch ausschliesslich akustischen Instrumenten thronen. Herrlich anzuhören auch die durchwegs süffigen Gitarrenparts von Randy Jacobs, die klagende Harmonica von Mark Pender im Titelstück (einem Talking Heads-Klassiker), sowie das gefühlvolle Saxophon von Joe Sublett im funky «Your Luck Won’t Last» aus dem Was (Not Was)-Katalog. Great Job, Lads!
Randy Jacobs (ac-g, cigar box, voc), Jenny Langer (voc, vibe), Holly Montgomery (b, voc), Arthur Thompson (perc, voc) plus Joe Sublett (sax), Mark Pender (harm), Jon Gilutin (keys), Oliver Leiber (ac-g)
(CD, Vinyl, DL, www.gulfcoastrecords.net)