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11. Bluesfestival Basel - Swiss Blues Award & Harp Night

Feuerwerk

Das 11. Bluesfestival Basel war sehr erfolgreich. So passte gut dazu, dass der letzte Abend im Volkshaus mit einem Knalleffekt das Festival beendete  Dafür waren zwei Sets vorgesehen: Die Andy Egert Blues Band und Charlie Musselwhite. Ausserdem sollte in der Pause der Swiss Blues Award 2010 verliehen werden, für den unter anderem auch Andy Egert nominiert war. Man konnte also davon ausgehen, dass es ein interessanter letzter Abend sein würde. Ein Feuerwerk wurde es dann auch.


Andy Egert Band

Der Musiker aus Mels ist einer der  fleissigsten Blueser der Schweiz und das seit zwanzig Jahren. Wenn er nicht gerade einen Workshop leitet, tourt er. In seiner Agenda sind die Hälfte der Tage als Auftritt eingetragen. Das bedeutet zweierlei: Er ist beliebt und er versteht sein Handwerk. Wer ihn erlebt hat weiss, dass er leidenschaftlich und mit viel Gefühl spielt und sein Publikum damit begeistern kann. Somit war seine Wahl als Preisträger des Blues Award 2010 eine logische und richtige Entscheidung für einen Musiker, der mit jeder Pore den Blues lebt, spielt und atmet.

Das bewies er erneut an diesem Schlussabend. Sein Repertoire besteht zum grossen Teil aus Covers, denen er immer seinen eigenen Stempel aufzudrücken vermag. Sein Red House Blues gehört für mich zu den besten Covers dieses Songs, sofern nicht eine Jimi Hendrix Kopie angestrebt wird.  Er hat aber auch eigene Stücke im Repertoire, zum Beispiel I‘ m a Bluesman.

Andy ist mit vielen Musikern unterwegs. Dieses Mal mit Marc Ray Oxendine (Bass) und Hani Ali (Schlagzeug), die ihn nun schon eine Weile begleiten und seine Art zu spielen wunderbar ergänzen und unterstützen.

Oft beginnt er seine Gigs mit einem akustischen Stück, an diesem Abend hatte er sich für den Mojo Boogie entschieden. Andy gehört zu den Gitarristen, die gerne  ausgedehnte Soli spielen, was ab dem zweiten Song zu erleben war. Er entlockt seiner Gibson ES-335 wunderschöne Klänge, glänzt mit einfallsreichen Licks und sauberen Übergängen. Auch wenn er ein Powerstück spielt, wird daraus nie ein Brachialsolo, sondern er versteht es, subtil und abwechslungsreich, dabei aber doch kraftvoll zu spielen (Tore Down, Johnny Guitar) Er ist aber auch in langsamen Stücken zu Hause.

Natürlich erinnerte er mit On The Road Again an seinen im November 2008 verstorbenen Canned Heat Sänger Robert Lucas, der sein Freund und Partner war. Damit zeigte er auch seine Qualitäten als Harpspieler, was er auch gegen Ende des Sets in einem reinen Harpsong ohne Band wunderbar demonstrierte.

Einmal mehr wurde klar, dass Andy Egert zu den Besten der Schweizer Bluesszene gehört und den Swiss Blues Award 2010 verdient hat.

Charlie Musselwhite

Charlie Musselwhite muss nicht vorgestellt werden. Der Mann aus Kosciusko, ein Name der nicht sehr nach Bluesdelta klingt,  wird seit langem mit Superlativen beschrieben. Tatsächlich ist ein Konzert mit ihm garantiert ein unvergessliches Erlebnis und so war es auch an diesem Abend. It’s about feeling. Dieser Satz wird immer wieder von Bluesmusikern zitiert, so auch von ihm. Die Band mit Matthew Stubbs (Gitarre) Mike Phillips (Bass) und June Core (Schlagzeug) demonstrierten eindrücklich, was damit eigentlich gemeint ist.

Er verkörpert auf eine einmalige Weise den Blues wie kein anderer weisser Musiker seiner Generation. Er kam zum Blues über den Rock n Roll. Er wuchs im Zentrum des Deltas auf. Das alles drückt sich in seiner Musik aus. Er ist weit mehr als ein grandioser Harmonikaspieler, der es mit seiner herausstehenden Technik versteht, mit ein paar Tönen Kaskaden von Bildern in einem hervor zu zaubern. Dabei ist sein Spiel von atemberaubender Dynamik, rockt und swingt zugleich. Seine Songs sind diese Blues Lebensweisheiten in der klassischen Form, dabei wirkt er authentisch, er ist es wohl. Dargeboten in ebenso klassischer Form, bestimmt ein gutes Stück weit streng arrangiert, klingen seine Songs ungemein frisch.

Matthew Stubs, der auch eine eigene Band hat und vom 2009 Blues Audience Magazine zum herausragenden Gitarristen erkoren wurde, ergänzt Charlie mit einem stimmigen Gitarrenspiel. Mike Phillips und June Core sorgen für den Groove. So reihen sich Song an Song, jeder packt und reisst mit und schon ist das Set vorbei. Blues vom edelsten.

Ihr merkt es schon, ich bin ein Fan, schon lange und da fällt es schwer, objektiv zu bleiben. Zum Glück ist es mir gelungen. . .

P.S. Natürlich gab es als Zugabe Christo Redentor. Was denn sonst?


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