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Bloogle Musik Rezensionen Konzerte

11. Bluesfestival Basel - Rita Chiarelli
Geschrieben von Rolf Winter, Redaktionsleitung   

Grandiose Stimme

Lady Blues. Unter diesem Titel trat am dritten Abend des Bluesfestivals Rita Chiarelli auf. Es war ihr erster Auftritt in Basel. Die Kanadierin mit italienischen Vorfahren wird gerne als «Göttin des kanadischen Blues» apostrophiert. Sie hat auch für ihre CDs beriets 2 kanadische Grammies gewonnen Ich kannte sie bisher nur aus der Konserve, wo sie mit einer grösseren Combo spielt. Hier war das Lineup kurz und knapp: Rita Chiarelli (Gitarre, Gesang), «Papa» John King (Gitarre) und Marco Chacon (Stehbass). Akustischer geht es nicht mehr.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ihr Auftritt war intensiv und begeisternd. Ihre Stimme liegt vereint irgendwie alle grossen Stimmen zwischen Janis Joplin und Koko Taylor und füllte bereits mit den ersten Tönen den ganzen Saal. Sie überstreicht anscheinend locker drei Oktaven. Ihr Gesang klingt aber selbstverständlich und natürlich. Sie strahlt eine bemerkenswerte Energie aus und versteht es, die Gefühle ihrer überwiegend selbstgeschriebenen Songs glaubhaft zu artikulieren. Ausserdem ist sie eine charmante Unterhalterin und gewinnt das Publikum nach kürzester Zeit. Ihre Musik ist Blues,  den sie mit jazzigen-, rockigen- und Cajun Elementen würzt, aber nie den Bezug zu den Wurzeln verliert.

Mit John King steht ihr seit 16 Jahren ein Gitarrist zur Seite der unprätentiös auf hohem Niveau spielt. Seine Soli sind interessant und abwechslungsreich. Er beherrscht Picking genauso wie das Silde Spiel. Der Bassist liefert soliden Bass und verwendet in seinen Soli zuweilen den Bogen, was man kaum mehr zu hören kriegt.

Eigentlich haben mich alle Songs begeistert. Besonders aufgefallen sind mir der französisch-englisch gesungene Titel French Kiss, die herrliche Ballade I Can Change For You, der wunderbare, langsame Light The Fire und Hound Dog, den sie etwa einen Drittel langsamer singt, als man es üblicherweise hört und der dadurch einen ganz anderen Charakter erhält. John King zeigte hier seine Slidequalitäten und Marco Chacon lieferte ein gestrichenes Bassolo. Gegen Ende ihres Auftritts kündigte sie an, nun etwas funky zu werden. Ich fragte mich, wie das bei dieser Besetzung gehen soll. Es geht! Unter anderem spielte sie in diesem letzten Teil des Sets Stone By Stone und den Kultsong Me and Bobby McGee.

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