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| Konzertkritik Larry’s Blues Band |
| Geschrieben von Marc Winter, Redaktion Musik | |
Kerniger Saison-Abschluss im SmeileysDer Frühling naht. Die Sommer-Festivals werfen ihre Schatten voraus und die Winter-Blues-Saison geht langsam aber sicher vorbei. Zum Abschluss der regelmässigen Freitagskonzerte in Zürichs Blueslokal «Smeiley’s Smart & Snazzy» trat am 30. April das Zürcher Power-Trio Larry’s Blues Band in gewohnter Formation auf. Eine gute Gelegenheit, die drei «Elder Statesmen» der Zürcher Bluesszene aus der Nähe zu geniessen, und dabei die letzte legale Zigarette in einem Zürcher Etablissement zu rauchen.
Die Band spielt seit Jahren in dieser Formation, und man merkt es: die drei Musiker sind gut aufeinander eingespielt, und wenn auch Larry als Gitarrist und Sänger den grössten Teil der Aufmerksamkeit auf sich zu vereinen weiss, so bleiben doch die Leistungen der Rhythm-Section stets gut hörbar und den Songs dienlich. Bassist Markus Fritsche unterstützt beim Gesang und sang auch selbst das eine oder andere Stück, und beim letzten Song des zweiten Sets, Albert Collins’ Too Tired gab es noch ein Basssolo. Beat Aschwanden trommelte mit viel Verständnis für das Gesamte und grossem Drive auf seinen Fellen, hielt jeden Rhythmus sauber durch und kriegte bei Messin’ With The Kidim dritten Set auch ein Solo (bei dem ihn Fritsche wunderbar unterstützte). Larry Schmuki singt den grössten Teil der Lieder mit einer klar als Blues-Röhre daherkommenden Singstimme, die in dem fast dreistündigen Konzert mit der Zeit etwas eintönig wirkte, dazu spielt er eine neue und eine Vintage-Strat sowie eine umgebaute Telecaster mit Humbucker beim Steg und, wenn mich mein Auge nicht täuschte, lediglich den hohen fünf Saiten. Auf der alten Strat und der Tele spielte er Slide, auf der wunderschönen blonden Strat (die auf dem Cover ihres Albums Ready 4 Your abgebildet ist) spielt er den grössten Teil der Songs. Larrys Gitarrenspiel war faszinierend zu beobachten und perfekt angepasst für einen Live-Auftritt. Da Larry Schmuki neben seiner Tätigkeit als Musiker ein Gitarrengeschäft betreibt und Stunden gibt, denkt und atmet er jede wache Minute Gitarrensound, und diese intensive Beschäftigung mit dem Instrument war beim Konzert offensichtlich. Larry spielte hochvirtuos und mit grossem Gefühl für die Songs seine Soli. Er wechselte innerhalb der Soli oft seinen Sound und präsentierte eine wahrhafte Enzyklopädie der Strat-Klänge, wobei es nicht darum ging, die Vielzahl der Klangmöglichkeiten als Selbstzweck aufzuzeigen, sondern darum, auch als Trio während zweieinhalb Stunden abwechslungsreiche und ansprechende Soli zu präsentieren. Was das Repertoire angeht, so war im Vergleich mit etwas jüngeren Musikern festzustellen, dass Larry’s Blues Band zwar auch mit dem moderneren Blues-Sound Vaughans oder Robben Fords vertraut sind, dass sie aber die noch etwas älteren Songs so verinnerlicht haben, dass sie diese in neuem Glanz erstrahlen lassen können. Klassiker des Genres wie Going to School (bekannter als Mary Had a Little Lamb), Walking by Myself, I’m a King Bee, Blow Wind Blow oder Little Red Rooster wurden nicht museal zelebriert, sondern kompetent und trotzdem respektvoll modernisiert. Den tiefsten Eindruck aber hinterliessen die Kompositionen von Peter Green, dem Gitarrengenie von Fleetwood Mac, von dem die Band I Loved Another Woman, Rolling Man oder die zweite Zugabe, ein wundervolles Cover von Fleetwood Macs Albatross spielte. Insgesamt war dies ein wirklich anregendes und schönes Konzert von Larry’s Blues Band, das einmal mehr unter Beweis stellte, dass die Schweizer Bluesszene einiges zu bieten hat. Man kann gespannt sein auf die Wintersaison, wenn Daniel Meile ab September nicht nur weitere Menüs für Bluesliebhaber kocht, sondern auch ein neues Konzertprogramm zusammengestellt haben wird.
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