Louisiana-Bluesman Kenny
Neal ist Künstler mit tollem «Stammbaum»: Sein Vater war Raful Neal (1936-2004), ein Harp-Spieler
erster Güte, von dessen zehn Kindern neun als Bluesmusiker auftreten. Der
bekannteste ist Kenny, der als
Gitarrist, Bandleader, Komponist und Sänger die Tradition Baton Rouges lebendig erhält.
Mittlerweile 54 Jahre alt, hat Kenny Neal
zahlreiche Alben veröffentlicht und er kennt das Geschäft durch und durch.
Diese neueste CD ist ein grossartiges Werk, Er spielt 12 Titel auf diesem
Album, allesamt perfekt gespielt, mit ausgewogener und grosser Band, der Gesang
ist Klasse, Neals Stimme ist
butterweich und zart, perfekt für seine Form des funky Blues. Dieses Album ist
wirklich eine reife Leistung, Blind,
Crippled, or Crazy ist ein Hammersong, das von fetten Hörnern unterstützte VooDoo Mama ist ein witziger Song, der
musikalisch und textlich mit den Klischees des Voodoo spielt und durch tolle
Bläsersoli hervorsticht. Wie sein frühes Vorbild Slim Harpo bleibt seine Variante des Blues fröhlich und
lebensbejahend, auch wenn der Text Missstände beklagt. Die Gitarrensoli Neals sind nach wie vor grossartig,
wenn auch seltener als auf früheren Alben, er lässt den Mitmusikern mehr Raum,
bleibt dabei aber stets hörbar in Kontrolle. Kenny Neal verdient mit seiner Musik viel Anerkennung, und wenn es
an dieser Musik etwas zu kritisieren gäbe dann, dass sie etwas sehr steril
klingt. Der viel zitierte «Dräck», den viele Leute im Blues wollen, fehlt hier.
Dies ist Lounge-Blues, Musik, die akzeptiert hat, dass die meisten Menschen
heute nicht mehr vor die Stereoanlage sitzen und eine CD hören. Somit ist dies
mit all seiner Perfektion und smoothem Feeling Begleitmusik für das Leben,
dabei ist es sicherlich ein Soundtrack für gute Stunden, seien sie im Auto,
beim Joggen oder im Bett.
Die Titel
sind: Hooked On Your Love, Bitter With
The Sweet, Down In The Swamp, Blind, Crippled, or Crazy, If Walls Could Talk, Things
Have Got to Change, New Lease On Life, Ain't Nothing You Can Do, Old Friends, Tell
Me Why, VooDoo Mama, You Don't Love Me
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