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Ein nicht allzu ernster Test

Seit der erste Musiker jemals die Mundharmonika im Blues eingesetzt hat, gehört sie zu den Standardinstrumenten in dieser Musik. Klein, leicht und preisgünstig und dabei unerhört vielseitig, konnte jedermann sie sich leisten. Sie erfreut sich deshalb grosser Popularität auch bei Bluesfreunden, die gerne mit musizieren möchten und kein anderes Instrument spielen. Doch vor das Vergnügen haben die Götter bekanntlich den Schweiss gesetzt. Es gilt also zu lernen und zu üben in einer Harpschule. Das Angebot an Harpunterricht ist gross, alle uns bekannten Kurse in der Schweiz werden von erstklassigen Bluesharpern durchgeführt. Wir wollten wissen, wie es in so einem Kurs zu geht und wie einfach es wirklich ist, eine Mundharmonika zu spielen und haben einen Schnupperkurs besucht, den Jan Hartmannanbietet. Hier ist unser Bericht.

Zur Sache:
Die Mundharmonika gehört zu den Instrumenten mit Durchschlagzungen. Sie hat eine lange Geschichte. Die um die 3000 Jahre alte «Sheng» gilt als das erste Instrument dieser Art und ist eines der ältesten chinesischen Musikinstrumente überhaupt; sie spielt eine wichtige Rolle in der klassischen chinesischen Musik. In Europa wurde sie erst im letzten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts bekannt und regte offenbar so viele europäischen Instrumentenbauer zum Experimentieren an, dass nicht ganz klar ist, wer die heutige Form der Mundharmonika tatsächlich entwickelt hat. Gesichert scheinen folgende Tatsachen: 1821 erhält Christian Friedrich Buschmann das erste Patent für eine Mundorgel mit freischwingenden Zungen. 1825 entwickelt ein Herr Richter aus dem Erzgebirge die erste 20 Ton Mundharmonika mit 10 Kanälen, wie sie im Grunde noch heute gebaut wird. Seither ist sie mal mehr, mal weniger populär. Zeitweise gab es Combos, die ausschliesslich mit Mundharmonikas ganz Unterhaltungsabende gestalteten. Unverzichtbar ist sie bis heute im Blues, wo sie aus uns nicht bekannten Gründen  «Harp» genannt wird.

Jan Hartmann gehört zur Crème der Schweizer Harmonikaspieler und ist ein gesuchter Live- und Studiomusiker. Unter anderem bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Joe Schwach, Mick Pini und Sleepy Eddie James. Er führt seit Jahren Kurse in Zürich und Workshops an verschiedenen Orten durch. Sein Schnupperkurs wendet sich explizit an Anfänger und verspricht: …die Möglichkeit, das Instrument auf unkomplizierte und spielerische Art und Weise an einem Abend kennen zu lernen

Der Kurs
Keiner der Teilnehmenden hatte mehr als ein früheres «Schnuppern» in irgendeiner Form hinter sich, wenn man davon absieht, dass wir alle als Kind mal auf einer Mundharmonika herum geblasen haben: Wüüh-Waah Wüüh-Waah. Dabei wird mir klar, dass es wahrscheinlich das Instrument ist, das die meisten Menschen kennen, die sonst nie mit einem in Berührung kommen. Wenn ich nach den zweieinhalb Stunden irgendein simples Lick einigermassen anständig hinkriege, bin ich zufrieden. Das war so etwa meine Anspruch an den Kurs.

Gut gelaunt spielte Jan erst mal was vor, was erstens demonstrierte, was für ein tolles Instrument es doch ist, zweitens beeindruckte, aber drittens auch erinnerte, dass man an diesem  Abend wohl nur ein winziges Schrittchen in Richtung dessen kommen wird, was eben demonstriert wurde. Natürlich werde ich nicht den Kursverlauf en Detail schildern. Wir kriegten das Harp Survival Kit: Eine Beschreibung des Instruments mit Tipps zum Kauf, einen Abriss über das Atmen, wie man die Harp in den Mund nimmt, welche Haltung günstig ist. Wir übten Mehr- und Einzelton und spielten schliesslich zusammen, mit Klavierbegleitung. Schliesslich übten wir einen gaaanz einfachen Blues ein und zum Abschluss gab es sogar eine Einführung ins Bending. Im Grunde viel für einen Schnupperkurs.

Erste Erkenntnis: Die Harp ist gutmütig. Selbst wenn mehrere komplette Anfänger miteinander spielen, neutralisieren sich die falschen Töne und auch rhythmisch gleicht es sich irgendwie aus. Zugegeben, die Ansprüche sind bescheiden, aber es klingt irgendwie gut, ist ein Erfolgserlebnis und macht Mut.

Zweite Erkenntnis: Man kommt voran und aller Anfang ist bei diesem Instrument leicht, doch es wird auch sofort klar, dass es keine Abkürzung gibt, die das Üben umgeht. Naja, das wusste ich schon vorher. Aber ich hatte auch so das Gefühl, dass dieses Üben Spass machen kann. Die Kursführung war kompetent, angenehm und locker. Wir können Sie empfehlen.

Ach ja, das mit dem Lick: Ich arbeite daran…
 
Die Kurse werden bis Frühjahr 2013 wie folgt angeboten:

Anfängerworskhop in Bremgarten ab 1. Nov.
Intensivworkshop für Fortgeschrittene Kerenzerberg (20./21. Oktober)
Dann im Mai 2013 wird wieder der Wochen-Workshop in Praden / GR
Im Juni / Juli je eine Woche Workshop in Arosa (Kulturkreis Arosa) http://musikkurswochen.ch/
Privatstunden Mo bis Mi in Zürich und Do in Bremgarten.

Näheres dazu auf Jan Hartmanns Website

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