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Iganz Netzer -When The Music Is Over

IgnazNetzerWhenTheMusicIsOverCDCover

Schon lange mit verschiedenen Projekten auf Tour. Erfolgreich und erfahren. Und immer gut für etwas neues: Ignaz Netzer. Mit seinem 16. Album legt seine erste Solo CD vor, die ausschliesslich eigene Lieder enthält. Dies gilt auch für den titelgebenden Song, der nichts mit dem gleichnamigen Titel der Doors zu tun hat. Er entpuppt sich dabei als begabter Songwriter. Zur Seite stehen ihm Werner Acker (git 7,9,13; b 2,8,11); Marcel Gustke (dr 2,8,9,11); Vladi Kempf (dr 1,3); Klaus «Mojo» Kilian (har 1,3,9,11) und Ingo Rau (b 3). Um es gleich vorweg zu nehmen, es ist ihm ein in jeder Hinsicht tolles Album gelungen:

Schöne Songs ohne Bluesklischees, dafür mit sehr persönlichen Texten, die Alltägliches wie die Sorge um die entlaufene Katze, aber auch den Schmerz über einen sterbenden Freund oder die Wut über Neonazis besingen. Es gibt aber auch augenzwinkerndes mit I’m In The Mood For A Hot Woman And A Cold Beer und ganz romantisches in Train To Coleraine und Stay By Me. Nachdenklich endet es mit dem wehmütigen When The Music Is Over. Dazu kommen sein begeisterndes, sparsames Gitarrenspiel ohne Firlefanz und sein reifer, ausdrucksvoller Gesang. Schliesslich ist das Album technisch überzeugend. Glasklar und perfekt gemischt.

Musikalisch war Netzer schon immer auch von anderen Stilarten inspiriert und er versteht es auch auf diesem Album, sie mit dem Blues zu verweben. Dabei verwässert er den Blues nicht, sondern erweitert ihn. So kann moderner Blues sein. Die CD enthält alles, was man sich als Bluesliebhaber wünscht: Mit Rockin‘ My Blues Away einen total entspannten, groovigen Einstieg, der gleich Lust auf mehr macht, dann eine Kette von Songs, jeder atmet ein wenig andere stilistische Einflüsse, jeder macht neugierig auf den nächsten. Interessante Texte, weder Bluesklischees noch Weltverbesserei, sondern sympathisch einfache Geschichten, die trotzdem Tiefgang haben. Blues eben – Geschichten erzählen.

Ignaz Netzer – When The Music Is Over (2015)
  1. Rockin´ My Blues Away
  2. Stay By Me
  3. I´m In The Mood For A Hot Woman And A Cold Beer
  4. Tomcat Willy Left His Home
  5. Talk To Me Before You Go
  6. Got The Blues Can´t Be Satisfied (Netzer/M.J.Hurt)
  7. Train To Colerain
  8. Bessie Please Come Home
  9. These Damm Dark Days Don´t Disappear
  10. Bye-Bye Baby Blues
  11. How Long Must This Story Gon On?
  12. Brown Monkeys
  13. When The Music Is Over

The Legendary Tigerman - True

TheLegendaryTigermanTrueCDCoverThe Legendary Tigerman (Paulo Furtado) stammt aus der portugiesischen Universitätsstadt Coimbra. Der 1970 geborene Musiker wird als «One-man Bluesrock Band» beschrieben, was zu kurz greift. Zwar spielt er live Gitarre, Harmonika und Schlagzeug, auf dem Album gibt es jedoch weitere Stimmen, Bläser und Streicher und es ist unklar, wer all diese Instrumente spielt. Stilistisch ist er eher bei den Underground-Bands einzuordnen. Auf alle Fälle ist er ein experimentierfreudiger Musiker, dessen künstlerischen Ambitionen über die Musik hinausgehen. So dreht er die Videoclips selbst und zeigt an seinen Konzerten auch Kurzfilme. Entsprechend weit weg von den eingetretenen Pfaden sind auch seine Interpretationen von Blues, Soul und Rock die er spielerisch mit Elementen aus den Sparten Punk, Alternative und Indie-Rock würzt. 2002 erschien sein Debutalbum «Naked Blues». Seither hat er zehn Alben herausgebracht. Sein bisher neustes Werk heisst «True».

Es beginnt mit einem lieblichen Song, Do Come Home, der einem in träumerische Stimmung versetzt, bevor der zweite Track, ein schräger Titel mit wilden Saxophon- und Trompetenklängen diese abrupt  beendet. Gone heisst der Song der an The Velvet Underground erinnert. Die beiden Titel Storm Over Paradise und Wild Beast klingen bedrohlich und der flüsternde Gesang unterstreicht das Unbehagen, das sich beim Hören einstellt. Ähnlich angelegt ist auch der letzte Song des Albums, Is My Body Dead? Twenty Flight Rock kommt dagegen wieder ganz konventionell daher und klingt nach Eddie Cochran oder Buddy Holly. Ebenso klassisch ist das Cover des Ohrwurms Green Onions, den er kaum antastet. Umso experimentierfreudiger klingt Twenty First Century Rock’n’Roll. Zuckersüss ist Love Ride, erneut kommen die Streicher zum Einsatz und Furtados einschmeichelnde Stimme pendelt zwischen Singen und Sprechen. Zum Tanzen lädt der punkige Titel Dance Craze. Mit My Heart, Safe At Home und Rainy Nights klingen folkig, sehr romantisch ist der Song I’m On The Run, hier im Duett mit einer Sängerin, deren Name wir nicht ermitteln konnten.

Ein abwechslungsreiches Album, das sich nicht beim ersten Anhören erschliesst. Interessante Musik allemal und ein Musiker, der lustvoll mit den Elementen der Americana Musik spielt, sie durcheinander wirbelt und daraus etwas unverkennbares, eigenes kombiniert.

The Legendary Tigerman – True (2015)

  1. Do come home
  2. Gone
  3. Storm over paradise
  4. Wild beast
  5. Twenty flight rock
  6. Dance craze
  7. Green onions
  8. 21st Century Rock 'n' Roll
  9. Love ride
  10. My heart, safe at home
  11. Rainy nights
  12. I'm on the run
  13. Is my body dead?

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