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15. Swiss Blues Challenge, 26.05. 2026, 18:00, Theaterplatz Baden Die 4 Finalisten sind bekannt!

15. Swiss Blues Challenge 26.05. 2026

Amaury Faivre, Dime Blend, Golden Vultures und Ronny Rast werden am Dienstag, 26.05.2026 im Rahmen des Bluesfestival Baden das Finale der Swiss Blues Challenge 2026 bestreiten.

Nicht leicht ist es der rund 30-köpfigen Nominationsjury aus Musikern, Medienschaffenden und Veranstaltern gefallen, aus den 24 Bewerbern für einen Finalplatz bei der diesjährigen Swiss Blues Challenge die vier herausstechenden Acts zu bestimmen. Die Qualität der eingesandten Soundfiles zeigte sich erfreulich hoch.

Vor Publikum und Jury werden nun Ende Mai in Baden Amaury Faivre aus der welschen Schweiz, Dime Blend und Golden Vultures aus dem Tessin und der Luzerner Ronny Rast mit je einem 25-minütigen Live-Set ihr Können unter Beweis stellen. Benoten wird die Jury nach den bewährten Vorgaben der Blues Foundation. Dabei werden der Blues Content, die  Originalität, die Bühnenpräsenz plus die gesanglichen und instrumentalen Fähigkeiten der vier Finalisten beurteilt.

Der Sieger wird die Schweiz 2027 an der European Blues Challenge (obligatorisch) und der International Blues Challenge in Memphis (fakultativ) vertreten können. Zudem verpflichtet er sich zur Swiss Blues Tour, welche Auftritte an den führenden Schweizer Blues Festivals beinhaltet.

Im Anschluss an die Rangverkündigung um ca. 20:45 wird mit der Eve Gallager Band die Siegerformation der letztjährigen Swiss Blues Challenge einen 90-minütigen Set spielen.  

Swiss Blues Challenge: Dienstag 26.05.2026, 18:00, Theaterplatz, Baden

www.swissblues.ch                   www.bluesfestival-baden.ch

47. Blues Music Awards, 07.05.2026, Memphis TN

47. Blues Music Awards 07.05.2026 Memphis TN

In 26 Kategorien hat die Blues Foundation dieses Jahr die Blues Music Awards verliehen. Dass die Dachorganisation des Blues auch über ihren amerikanischen Tellerrand hinausblickt, beweist sie mit dem Fact, dass zum ersten Mal auch eine spezielle Kategorie für Internationale Blues Alben aufgesetzt wurde! Der Preis ging an J.T. Lauritsen & The Buckshot Hunters mit ihrem «Still Be Friends». Der sympathische, norwegische Keyboarder, Akkordeonist und Sänger ist hierzulande den Besuchern des Lucerne Blues Festivals kein Unbekannter.

Die weiteren prämierten Alben: Johnny Rawls mit «Make Them Dance» (Soul Blues Album), Buddy Guy mit «Ain’t Done With The Blues» (Traditional Blues Album), Doug MacLeod mit «Between Somewhere And Goodbye» (Acoustic Blues Album), Mike Zito & Albert Castiglia mit «Help Yourself» (Blues Rock Album), Sean McDonald mit «Have Mercy» (Best Emerging Album) sowie D.K. Harrell, der mit seinem «Talkin’ Heavy» gleich zwei Awards abräumte (Contemporary Blues Album und Album of the Year). Die Rubrik des Best Song of the Year ging an «Can’t Catch A Break», geschrieben von Tommy Castro und Kid Andersen.

Bei den Instrumenten dürfen wir gratulieren: Derek Trucks (Guitar), Derrick D’Mar Martin (Drums), Scot Sutherland (Bass), Billy Branch (Harmonica), Trombone Shorty (Horn), Danielle Nicole (Vocals) und Marcia Ball (Piano).

Zum Acoustic Artist of the Year erkoren wurde Kevin Burt, zum Blues Rock Artist Tommy Castro. Traditional Blues Artists : John Primer (Male), Eden Brent (Female). Contemporary Blues Artists : Christone Kingfish Ingram (Male), Danielle Nicole (Female). Soul Blues Artists : Curtis Salgado (Male), Thornetta Davis (Female). Die Band of the Year heisst Tedeschi Trucks Band, und der prestigeträchtige B.B. King Entertainer Award ging an Ronnie  Baker Brooks.

www.blues.org 

Tamikrest - Assikel


Tamikrest Assikel

«Assikel» – «Reise» nennen Tamikrest ihr sechstes, brandneues Album. Ja, auf eine faszinierende Reise in die Kultur der Touareg nimmt die aus der Sahara, genauer aus dem Grenzland zwischen Algerien und Mali stammende Formation den Zuhörer mit. Inspiriert von ihren Kollegen der Band Tinariwen, deren Gründer Ibrahim Ag Alhabib hier als Gast auch mitspielt, entwickeln Tamikrest jenen Sound, der in der Musikpresse gemeinhin als Sahara-Rock oder Mali-Blues bezeichnet wird.

In der Tat finden sich interessante Ähnlichkeiten zu gewissen Blues-Stilarten. Etwa zum Hill Country Blues aus Mississippi, zu frühen John Lee Hooker-Grooves oder zum Trance Blues eines Otis Taylor. Auch die Wichtigkeit des Storytelling ist eine offensichtliche Parallele. Nichtsdestotrotz machen Tamikrest ihr eigenes Ding. Live, direkt und analog auf Band eingespielt, verstehen es die Musiker verschiedenste Saiten- und Perkussions-Instrumente zu jenem faszinierenden Klangteppich zu verweben, der als Grundlage für ihre Geschichten und Aussagen dient. Und diese erzählen von den Problemen in ihrer Heimat, von Krieg, Unterdrückung und Vertreibung, aber auch von Widerstand, Sehnsucht und Hoffnung.

Achtung: Das Album wird am 15. Mai 2026 offiziell veröffentlicht. Tamikrest sind anschliessend live in der Schweiz zu geniessen! Und zwar am 24.05. im Fri-Son (Fribourg), am 29.05. auf der Gannet (Basel) und am 30.05. im Moods (Zürich).

Ousmane Ag Mossa (voc, g), Cheikh Ag Tiglia (bass, b-voc, g, djembe, perc), Paul Salvagnac (g, lapsteel, dobro, tumba tumba), Cédric Momo Maurel (calabash, dhol, bendhir, tumba tumba, djembe, tube) plus guest Ibrahim Ag Alhabib.

(CD, Vinyl, DL,  www.glitterbeat.com)

The Delta Magpie - The World Keep On Turning

The Delta Magpie The World Keep On Turning

An jene Epoche vor rund hundert Jahren, als die Rootsmusic noch nicht durch das Schubladen-Denken, resp. -Produzieren der Plattenfirmen genormt war, knüpft The Delta Magpie stilistisch an. Nennen wir ihn einen «Songster» im Stile eines Charlie Patton, Leadbelly oder Mance Lipscomb. Nennen wir das Album «Backporch Music» mit Tiefgang.

Ragtime, Delta Blues, Hokum, Vaudeville, Boogie, Tin Pan Alley, Hill Country Blues, String Band Sound und Folk bilden die Basis für die musikalische Vision des Gitarristen und Singer/Songwriters. The Delta Magpie wirkt wie aus der Zeit gefallen in einer Welt, in der Griffbrettakrobaten das Szepter übernommen haben und Keyboard-Elektronik, ja Click-Tracks gang und gäbe sind. Aber genau dies macht den Reiz seiner Musik aus: No Loops, no Overdubs – nur der Künstler in einer Momentaufnahme im Studio, analog, direkt, schnörkellos, kompromisslos.

The Delta Magpie ist kein Shouter: Unaufgeregt, manchmal gar lakonisch-melancholisch der Gesang, mit dem er seine sehr persönlichen Stories erzählt und seinen Blick auf das Weltgeschehen formuliert. Seine Gitarren-Performance ist perkussiv, sein versiertes Piedmont-Style-Fingerpicking und sein kraftvolles Bottleneck-Spiel sind für die nötigen Akzente besorgt. Nicht zu Unrecht wurde The Delta Magpie an den vergangenen Swiss Blues Awards mit dem Preis des Best Emerging Acts ausgezeichnet.

Offizielles Release-Datum von «The World Keep On Turning» ist der 08.05..2026. Die Plattentaufe findet am 22.05.2026 um 20:00 in der Bar Madeleine in Luzern statt.

The Delta Magpie (voc, g, perc)

(CD, Vinyl, DL, Mill Hill Records/Irascible Musik)

Carmen Ratti Band featuring Jill Dineen - Come To Me

Carmen Ratti Band featuring Jill Dineen Come To Me

Einmal mehr fungiert Kid Andersen’s Greaseland Studio in San Jose als genialer Durchlauferhitzer für die  Musik einer spannenden und talentierten Truppe. Was jeweils in Greaseland produziert wird, hat Hand und Fuss, ist klanglich hervorragend aufgenommen und wirkt immer inspiriert. So auch «Come To Me», das zweite Album der Carmen Ratti Band aus dem nördlichen Kalifornien.

Seit ihrer Gründung anno 2018 ist diese Formation mit ihrem von zeitgenössischem Rhythm’n’Blues durchtränkten Rootsrock eine ernstzunehmende Grösse in der Bay Ära. Angeführt von Jill Dineen’s sinnlicher, unter die Haut gehenden Stimme, gepaart mit dem lyrischen, variantenreichen Gitarrenspiel von Bandleader Carmen Ratti und – besonders zu erwähnen: dem brillanten Songwriting der beiden – entwickeln die fünf Musiker auf «Come To Me» eine durchwegs fesselnde Atmosphäre.

Der Höhepunkte sind viele. Das balladeske «Blessing In The Blues» etwa zeigt Jill Dineen in Höchstform. Ausdrucksstark beweist die Sängerin ihren beachtlichen Stimmumfang über mehrere Oktaven auch im steady rockenden Opener «Delusion». Carmen Ratti’s gefühlvolle Gitarrenkünste hingegen beeindrucken speziell im offensichtlich B.B. King gewidmeten Instrumental «Riley», ebenso wie im knisternden Titelstück «Come To Me», welches in einer kurzen und einer langen Version gleich zweimal auf dem Album auftaucht. Nicht vergessen wollen wir schliesslich, der so versierten wie kraftvollen Keyboard-Arbeit von Tony Lufrano, ob begleitend oder solistisch, ein Kränzchen zu winden.

Die Carmen Ratti Band feat. Jill Dineen ist eine veritable Entdeckung.

Jill Dineen (voc), Carmen Ratti (g, voc), Steve Hazlewood (b), Randy Hayes (dr), Tony Lufrano (org, p, b-voc) plus Lisa Leuschner Andersen (b-voc)

(CD, DL, www.momojorecords.com)

Reverend Freakchild Blues & Spirituals – Hymn Hustler

Reverend Freakchild Blues Spirituals Hymn Hustler

Reverend Freakchild trägt seinen Künstlernamen zu Recht. Zum einen verfügt der als Cleophus James Fordham in Hawaii geborene Musikus über einen Abschluss in Philosophie und Religion, nennt sich einen bekennenden Buddhisten – zum anderen mäandert er ohne Scheuklappen durch die verschiedensten musikalischen Genres. Blues und Spirituals finden da ebenso einen Platz wie Alternative Rock, Jazz, Country und Psychedelic Music. Seine Alben tragen Titel wie «Hillbilly Zen-Punk Blues», «Road Dog Dharma», «Illogical Optimism», «Songs Of Beauty For Ashes Of Realization» und Ähnliches, seine Plattenhüllen, ja sein ganzes Image sind unkonventionell, anti-puristisch und – eben – irgendwie freaky.

Das vorliegende Album ist ein Doppeltes und enthält die Re-Issues seiner ersten beiden Produktionen «Blues & Spirituals» von 2001 und «Hymn Hustler» von 2003. Weniger experimentell aufgesetzt als spätere Werke von ihm, offenbaren diese doch schon die ganze spannende Bandbreite des Schaffens und des Ansatzes von Reverend Freakchild.

«Blues & Spirituals» ist im Troubadour-Stil gehalten und zeigt den Musiker entspannt, nur mit  Stimme und akustischer Gitarre bewaffnet. Dabei mischt er Standards à la «Jesus On The Mainline» oder «God Bless The Child» mit Singer/Songwriter-Eigenkompositionen sowie mit «Yer Blues» von Lennon/McCartney und «Willin’» von Lowell George. Zudem flechtet er in sein «Cheeba-Cheeba» Textzeilen von Rapper Schoolly D, von Ur-Rocker Bo Diddley, von Nobelpreisträger Bob Dylan und vom 23. Psalm ein!

«Hymn Hustler» klingt weniger introspektiv. Der Sound gibt sich allgemein druckvoller: Der Reverend lässt sich da und dort von Stehbass, Drums, Viola oder Lap Steel begleiten, spielt selber zusätzlich Banjo, Skulls und Harmonica. Seine eifrige Slidegitarre haucht den Klassikern «Rollin’ And Tumblin’» und «In My Time Of Dying» neues Leben ein. Und auch hier wird im Song «WW3» Bob Dylan – neben Peter Tosh und Dr. Martin Luther King Jr. – kurz zitiert. Reverend Freakchild verlangt genaues Zuhören, er hat eine Message. Sein Credo heisst: «Music is my religion. Through song I seek transcendence.»

Reverend Freakchild (voc, g, harm, skulls, bjo), Jon Robinson (b), Patrick Carmichael  (dr), Michael Gomez (lap steel), CC (voc), Alan Grubner (viola), Drew Glackin (lap steel), Cleophus James (voc)

(CD, www.treatedandreleasedrecords.com

Billy Price - Random Madness

Billy Price Random Madness

«Home Made» schmeckt’s am besten, sagten sich Billy Price und Drummer/Produzent Tony Braunagel und blieben zu Hause in Billy’s Heimatstadt Pittsburgh: Die Zwei haben sich letzten Oktober mit Billy’s langjähriger, gestandener Touring Band plus ausgewählten Gästen im The Vault Recording Studio in Billy’s Heimatstadt Pittsburgh eingenistet, um einen Nachfolger für das preisgekrönte Vorgänger-Album «Person Of Interest» aufzunehmen.

Zu diesem Zweck hat Price zusammen mit seinem Keyboarder Jim Britton auch vermehrt seine Songwriting Skills geschärft – was nicht nur in den Texten mit Tiefgang zum Ausdruck kommt: Das Gesamtprodukt, «Random Madness» benannt, entpuppt sich als ein grossartiges Stück geschliffene Soul Music mit einem Hauch Jazz, Funk und Blues, brillant und abwechslungsreich arrangiert sowie mit feinen Bläsersätzen, Backing Vocals und pulsierender Percussion dekoriert. Letztere – gespielt von keinem geringeren als Lenny Castro – verleiht etwa «I Was A Fool» und «Stickers On My Suitcase» einen charmanten Latin Touch. «Creator Of Habit» verströmt ein swingendes Old Time Jazz-Feeling, «I Got That Dog In Me» groovt über einem «Superstitious»-ähnlichen Funk-Riff. Herausragend auch die beiden Bluesballaden «Rent Free» und «Random Madness».

Das Ganze krönt der 1949 als William Pollack in New Jersey geborene Billy Price mit seiner eindringlichen, einzigartigen Blue-eyed Soulstimme, welche er damals in der Band von Roy Buchanan und bei der Keystone Rhythm Band geschliffen hat. Fazit: «Random Madness» steht seinem Vorgänger «Person Of Interest» in nichts nach!

Billy Price (voc), Ian Arthurs (g), Steve Delach (g), Jim Britton (keys), Tom Valentine (b), Dave Dodd (dr), Tony Braunagel (dr, prod), Joe Herndon (tp), Eric Spaulding (sax), Reggie Watkins (tb), Lenny Castro  (perc), The BGVs (b-voc) plus Sean Jones (tp)

(CD, DL, Get Hip Records)

The Cinelli Brothers + Freddie & The Cannonballs - Dancing Shoes

The Cinelli Brothers Freddie The Cannonballs Dancing Shoes

Am Finalwochende der European Blues Challenge 2023 im polnischen Chorzow haben sie sich angefreundet: The Cinelli Brothers, jene in London stationierten, aus Italien stammenden Brüder Marco und Alessandro Cinelli mit ihrer Band und die Tessiner Formation Freddie & The Cannonballs. Es ist nicht nur die gemeinsame italienische Muttersprache, auch menschlich und als Musiker schätzt man sich gegenseitig ungemein….

….was nun dazu geführt hat, dass am 30. April eine Kollaboration der beiden Bluesbands auf allen Plattformen erscheint. «Dancing Shoes» heisst die Single, welche zu viert von Marco & Alessandro Cinelli, Federico Albertoni und Mattia Mantello geschrieben und arrangiert wurde. Aufgenommen wurde letzten Oktober in London in der Besetzung Marco Cinelli (voc, keys), Alessandro Cinelli (dr, perc) plus ihrem Bandmitglied Tom Julian-Jones (harm) sowie den Cannonballs Federico Albertoni (voc, b), Mad Mantello (g), Olmo Antezana (sax) und Nigel Casey (sax). Zudem wurden die Bläser ergänzt durch Danilo Moccia (tb) und Giuliano Molino (tp).

Die Cinelli Brothers, kürzlich zur UK Blues Band 2026 gekürt,  veröffentlichen dieser Tage ihr neues Album «Live Here And There». Freddie  & The Cannonballs um ihren 2025 mit einem Swiss Blues Award als Best Artist bedachten Leader Federico Albertoni touren zur Zeit mit ihrer im Februar erschienenen Scheibe «Cannonballing!».

Ein ganze besonderers Zückerchen gibt’s am Samstag, 23.Mai 2026: Am Blues Festival Baden eröffnen Freddie & The Cannonballs die Show für die Cinelli Brothers. Ein Zusammengehen im Laufe des Abends darf doch stark angenommen werden.

www.cinellibrothers.com         www.freddieandthecannonballs.com

Zac Harmon & The Drive - Live

Zac Harmon The Drive Live

Seelenvoll und Funky – Zac Harmon ist zurück mit einem aufsehenerregenden Live-Album. Das ist Electric Blues und Southern Soul vom Feinsten! Ungefiltert und stimmungsgeladen kommt hier aus den Boxen, was der Gitarrist und seine Truppe auf die Bühne gezaubert haben.

Harmon kann aus dem Vollen schöpfen: Aufgewachsen in Mississippi, spielte der heute 69-Jährige schon als Teenager Gitarre in den Bands von Sam Myers, Dorothy Moore und Z.Z. Hill. Dann führte ihn sein Weg nach Kalifornien. Als  Studiomusiker, später als Songwriter und Produzent legte Harmon eine beachtliche Karriere im Music Biz hin, heimste Preise von ASCAP und BMI ein, wurde für seine Arbeit am Album «Mystical Truth» von Black Uhuru für einen Grammy nominiert, produzierte Filmmusik. Doch der Blues seiner Jugend liess ihn nicht los – vor rund 25 Jahren besann Zac sich seiner Wurzeln, zog wieder zurück  in seine Heimatstadt Jackson, Mississippi, gewann anno 2004 die International Blues Challenge in Memphis, veröffentlichte über die Jahre mehrere preisgekrönte Alben – sein «As Long As I Got My Guitar» erhielt den «Soulblues Album Of The Year Award» an den 43. Blues Music Awards – stand im Film «Black And Blue» als Schauspieler vor der Kamera, und begann, mit seiner Musik rund um die Welt zu touren.

All dies vereinigt sich hier zu einem grossen Ganzen: Zac Harmon besitzt Stil und Klasse und weiss diese gekonnt einzusetzen. Er verknüpft Leidenschaft und Spielfreude mit brillantem Gitarrenspiel und emotionalem Gesang. Dazu versteht er es, mit seinen vier taffen Mitmusikern – nicht zu Unrecht mit dem adäquaten Bandnamen «The Drive» gewürdigt – die Songs geschmeidig laufen zu lassen. «We’re gonna have a funky good time!» singen Zac Harmon & Co gegen Schluss im Song «Boogie Down». Diese funky good time haben die Musiker wahrlich – und das begeisterte Live-Publikum hat sie ebenfalls.

Zac Harmon (voc, g), Cory Lacy (keys, voc), Kingston Livingston (g, voc), Gino Iglehart (dr, voc), Nick Robinson (b, voc)

(CD, www.zacharmon.com)

24. Vallemaggia Magic Blues TI, 10.07. – 06.08.2026

 

 

24. Vallemaggia Magic Blues TI 10.07. 06.08.2026Das Programm des Magic Blues Festivals ist bekannt. 9 Konzertnächte mit 19 Acts in 4 verschiedenen Locations laden zwischen dem 10.07. und 06.08. zum Besuch. Eric Sardinas, Colosseum, Thorbjörn Risager, Miller Anderson und Paul Jones sind ein paar der herausstechenden Künstler dieses Jahr.

Traditionsgemäss fällt der Startschuss weit oben am Eingang des Val Lavizzara. Das Dorf Brontallo beherbergt die ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammende Sängerin Ty Le Blanc, welche ihren Gospel-Hintergrund in einen Pop-Soul-Mix einfliessen lässt. Den Abend für Le Blanc eröffnen wird die Tessiner Rock & Blues-Coverband The Green Led.

Der Name Eric Sardinas wird Gitarrenfreaks aufhorchen lassen. Der begnadete Stilist hat die Resonator-Gitarre in neue Dimensionen geführt. Am 15.07. wird Sardinas in Cevio auftreten. Opening Act: Das italienische Bad Blues Quartett, welches ihr letztes Album von keinem Geringeren als Mike Zito  produzieren liess.

Ein fester Bestandteil des Vallemaggia Magic Blues ist jeweils die European Blues Night. Dieses Jahr führt die musikalische Reise nach Frankreich (die Gruppe Charb-On), nach Italien (Sacromud) und in den Raum Zürich: Die Eve Gallagher Band, Siegerformation der Swiss Blues Challenge 2025 und Finalistin bei der European Blues Challenge 2026, präsentiert ihr spannendes Blues/Soul/Funk-Elixir.

Ein Veteran der britischen Bluesrock-Bewegung gibt sich in Maggia Ronchini die Ehre: Miller Anderson war einst Mitglied der Keef Hartley Band, mit der er 1969 am legendären Woodstock Festival auftrat. Des Weiteren spielte der schottische Gitarrist mit u.a. Kim Simmonds, Stan Webb, Donovan, Spencer Davis, Roger Chapman, Jon Lord und Maggie Bell. Seinen Abend anheizen wird Paolo Bonfanti aus Italien.

Und gleich eine nächste UK-Legende folgt tags darauf: Colosseum um Chris Farlowe, Clem Clempson und Mark Clark wollen versuchen, ihren beeindruckenden Auftritt von 2023 noch zu toppen. Special Guests dieses Mal: die Schweizer Basement Saints.

Auch Thorbjörn Risager & The Black Tornado waren 2023 unterwegs, einen spektakulären Gig abzuliefern. Der Wettergott jedoch liess es wie aus Kübeln schütten – das Konzert musste abgebrochen werden. Neues Spiel, neues Glück – das brillante dänische Oktett ist zurück für hoffentlich einen ganzen Set. Opener: The Gamblers aus Italien.

Und weiter geht es mit britischen Legenden: Paul Jones und John Etheridge geben sich die Ehre. Paul Jones – Sänger, Mundharmonika-Meister, Schauspieler sowie Radio- und Fernsehpräsentator – wurde bekannt als der Mann, der Brian Jones und Keith Richards einen Korb gab, als diese ihn als Sänger für jene Band wollten, welche schliesslich zu den Rolling Stones wurde. Dies wurmte Jones nie, da er mit Manfred Mann, The Blues Band, als gefragter Guest Star quer durch alle Stile sowie auf der Leinwand eine faszinierende Karriere durchleben durfte. John Etheridge bewies seine Saitenkünste von Jazz und Blues über klassische bis zur zeitgenössischen Musik. Bekannt wurde er mit den Bands Warhorse, Wolf und Soft Machine sowie mit Stéphane Grapelli und Nigel Kennedy. Die Tessiner Delta Groove Band eröffnet jenen Abend.

Eine veritable Swiss Night steht am 05.08. auf dem Programm. Larissa Baumann, stolze Trägerin eines Swiss Blues Awards, und ihre hochklassige Band um den Keyboarder Angelo Signore wird für eine Soul-triefende Stimmung sorgen. Die Nordwestschweizer Truppe Take The 55 mit ihrem klassischen Rhythm’n’Blues passt da ideal dazu.

Das Vallemaggia Magic Blues Festival endet mit Eric Steckel aus den vereinigten Staaten und der Lausanner Gruppe Sideburn, welche tief in die Trickkiste des krachenden Rock greifen werden.

www.magicblues.ch

 

Mike Zito - Outside Or The Eastside

Mike Zito Outside Or The Eastside

Ist es nun Back to the Roots oder pure Nostalgie für Mike Zito? In St. Louis, Missouri, ist der Gitarrist aufgewachsen und hat seine Karriere gestartet. Ein Bild von Downtown St. Louis ziert sein Albumcover. Über St. Louis singt er auf «Outside Or The Eastside». Nicht alle Erinnerungen an seine alte Heimat sind von der angenehmen Art. Persönliche Probleme gipfelten in Drogenmissbrauch, und erst eine Flucht nach Texas brachten Mike Zito zurück in die  Spur. Jene  schwierige Zeit verarbeitete der heute 55-Jährige auf dem Album «Gone To Texas». Nun schliesst sich der Kreis: Mike Zito präsentiert sein druckvolles neues Album, aufgenommen in den Shock City Studios in….St. Louis. Mike Zito hat mit «Outside Or The Eastside» auf musikalisch faszinierende Art mit jener Phase seines Lebens endgültig Frieden geschlossen. 

Die Themen der Songs, ob aus eigener Feder oder gecovert – lassen die Realität aufblitzen, wie Zito sie in St. Louis erlebt hat. Offen erzählt er von den Verlockungen der Grossstadt, von Abhängigkeit, von Emotionen, vom Kampf um Vertrauen und Selbstvertrauen. Und wenn Mike Zito Fremdnummern interpretiert – wie hier Lonnie Brook’s «Don’t Take Advantage Of Me», Willie Dixon’s «Just Like I Treat You» und «Close To You» sowie besonders Albert King’s «Down Don’t Bother Me» – eignet er sich diese nicht nur musikalisch auf beeindruckende Weise an, sie passen auch betreffend ihrer Aussage hervorragend in sein Konzept.

Vor lauter Songs und deren Background wollen wir aber nicht vergessen, klar hervorzustreichen, dass «Outside Or The Eastside» in erster Linie ein kraftvolles und inspiriertes Gitarrenalbum geworden ist. Wir erleben Mike Zito und seine Gitarre auf Vollgas und mit Esprit.

Mike Zito (voc, g), Scot Sutherland (b), Lewis Stephens (keys), Matthew R. Johnson (dr)

(CD, Vinyl, DL, www.gulfcoastrecords.net) 

The CD Woodbury Trio - Bulldog

The CD Woodbury Trio Bulldog

Clint «CD» Woodbury aus Seattle, Washington, rockt seit Jahren den pazifischen Nordwesten der USA sowohl als gefragter Sideman als auch mit seinen eigenen Bands. «Bulldog», das neue, selbst produzierte Album seines CD Woodbury Trios, offenbart eine abwechslungsreiche Sammlung an Songs, die perfekt dazu geeignet sind, jeden Club zum Kochen zu bringen.

CD und seine Crew greifen auf mehr oder minder geläufige Standards wie «Born Under A Bad Sign» aus Albert King’s Stax-Tagen, Willie Dixon’s «Spoonful» und «I Got You I Feel Good» von James Brown zurück. Auch der Doc Pomus-Klassiker «Little Sister» (Elvis lässt grüssen!), «I Wouldn’t Treat A Dog The Way You Treated Me» (Bobby Bland/Cher) und interessanterweise «Politician» von Jack Bruce aus dessen Cream-Zeiten finden Unterschlupf im Programm und werden ideal auf den Bandsound zugeschnitten übernommen. Aus den drei Eigengewächsen ragt das charmante «Dollar Store Readers» als akustisch aufgesetzte Solonummer von CD Woodbury heraus.

Woodbury beweist sich durchs Band weg als ausdrucksstarker Sänger und beschlagener Gitarrist, der solistisch in die verschiedensten Stil-Ecken auszufahren versteht. Robert Baker und Bill Ray an Bass und Schlagzeug sind gestandene Veteranen, welche einen mehr als nur soliden Rhythmus aufs Parkett zu zaubern vermögen. Zusammen als CD Woodbury Trio garantieren sie für beste Unterhaltung.

CD Woodbury (voc, g), Robert Baker (b, sound effects), Bill Ray (dr) plus Joel Astley (harm), Bill Davis (harm), Mike Marinig (fl), Jonathan Sayre (dr)

(CD, DL, www.cdwoodbury.com)

Boogie Beasts Don’t Be So Mean! – A Tribute To R.L. Burnside

Boogie Beasts Dont Be So Mean A Tribute To R.L. Burnside

Willkommen im Mississippi Hill Country! Die Boogie Beasts ehren auf ihrem neuen Album einen der Urväter des einzigartigen, rauen Blues-Stils aus jener Gegend südöstlich von Memphis: «Don’t Be So Mean» ist dem 2005 verstorbenen R.L. Burnside gewidmet.

Für diese Scheibe haben die Boogie Beasts, in der Schweiz bestens bekannt dank ihrer knisternden Auftritte am Blues Rules Festival im waadtländischen Crissier, weder Aufwand noch Grenzen gescheut. Zusammen mit einer Reihe von Gästen, welche einst ihr Handwerk im Hill Country direkt von R.L. gelernt haben – darunter dessen Sohn Duwayne Burnside – ist es den vier belgischen Musikern gelungen, die Energie, die Atmosphäre, ja den ganzen Reiz und Zauber dieser hypnotischen und archaischen Musik einzufangen. Nix Poliertes – im Gegenteil, da wird der Blues mit Herz, Seele und Biss gelebt – mit krachenden, pulsierenden Rhythmen, mit scheppernden Gitarren, mit einer klagenden Harmonica, mit direktem, schnörkellosem Gesang. Die Boogie Beasts und ihre Kumpels vermögen all den Hill Country Blues-Klassikern wie «Shake ‘em On Down», «Poor Black Mattie», Skinny Woman», «You Got To Move», «Jumper On The Line», «Going Down South» und wie sie alle heissen, die nötigen Impulse zu verleihen und eigene Facetten abzugewinnen.

Wir sind überzeugt: Der stets bescheidene und bodenständige R.L. Burnside hätte seine helle Freude an diesen belgischen Adoptivsöhnen und der Art und Weise, wie sie hier mit Respekt und Hingabe seine Musik zelebrieren.

Jan Jaspers (g, voc), Patrick Louis (g, voc), Fabian Bennardo (harm), Gert Servaes (dr) plus Kenny Brown,  Duwayne Burnside, G. Love, Luther Dickinson, Pablo van de Poel, Cedric Maes

(CD, Vinyl, DL, www.donor.company/naked)

Terry Callier - At The Earl Of Old Town

Terry Callier At the Earl of Old Town

Erstaunlich gut klingen die sorgsam aufbereiteten Aufnahmen, die der Jazz-Impresario Joe Segal am 24. Oktober 1967 von Terry Callier im Earl Of Old Town in Chicago mitgeschnitten hat. Sie widerspiegeln exakt die Stimmung jener Zeit, als aussagekräftige Folkmusic in Kaffehäusern, Jazzclubs und College-Aulas ein kleines Publikum aus Studenten, Beatniks, Hippies und anderen Musikliebhabern anzuziehen vermochte. Terry Callier, Singer/Songwriter an der Schnittstelle von Folk, Jazz und Blues, stand damals – 22-jährig – am Beginn einer spannenden Karriere.

Standen Callier’s spätere Studioalben – sein Debut erschien ungefähr ein Jahr nach diesem Live-Auftritt – im Zeichen zusätzlicher Instrumente und gar Streicher sowie dem Erforschen weiterer musikalischer Möglichkeiten, so hören wir hier in den 10 Songs den Künstler ungeschminkt, mit emotionalem Gesang, sich nur auf seiner akustischen Gitarre begleitend. Sein Repertoire an diesem Abend reichte von Traditionals und Protestsongs bis zu Bluesklassikern oder Popsongs.

So stehen etwa der Jahrhunderte alte, u.a. von Leadbelly oder Led Zeppelin aufgegriffene Klassiker «Gallows Pole» und der Willie Dixon-Song «Seventh Son» neben dem 1960er-Hit «Hang On Sloopy» (hier «My Girl Sloopy» genannt). Der von Poet/Aktivist Oscar Brown Jr. mit einem Text versehenen «Work Song» aus der Feder von Jazz-Trompeter Nat Adderley findet seinen Platz neben dem Old School-mässigen «Deep Elem Blues», der Tom Paxton-Ode «Last Thing On My Mind» oder der sanften, optimistischen Dino Valenti-Ballade «Birdses». In welche Richtung Terry Callier auch tendiert, er lebt die Songs auf eigenständige Weise mit einer beeindruckenden Ausstrahlung und Intensität. Ein wunderschönes musikalisches Zeitzeugnis!

Terry Callier (voc, g)

(2LP, CD, DL, Time Traveler Recordings)

Curtis Salgado - Legacy Rewind: Live In ‘25

Curtis Salgado Legacy Rewind Live In 25

Das Datum: der 5. April 2025. Der Schauplatz: Der renommierte Musik-Club The Triple Door in Seattle, Washington. Der Künstler: Curtis Salgado. Der Anlass: Das Einspielen eines veritablen «Karriere-Best-Of», ungeschminkt und live vor Publikum. Die Stimmung: Exzellent!

Curtis Salgado hatte für dieses Projekt zusammen mit seinem Freund, Fan und Sponsor Randy Maag eine Liste mit Meilensteinen aus seinen über 40 Jahren im Business zusammengestellt und, wie es sich für so eine Situation gehört, eine brillante Big Band inklusive Horns und Backing Vocals zur Unterstützung aufgeboten.

Das Endresultat: Der Sänger und Mundharmonika-Spieler, der einst John Belushi zum Blues bekehren konnte, unterstreicht mit «Legacy Rewind: Live In ‘25» seine Stellung als einer der führenden blue-eyed Soulsängern und, wie sich an der Songauswahl unschwer feststellen lässt, -Komponisten. 13 Songs dieser speziellen Live-Auftritte – einer Matinee und einer Evening Show – haben es auf die CD geschafft, 9 davon auf die Vinyl-Ausgabe. Manche dieser Perlen erblickten einst das Licht der Welt nur als Albumtracks und wurden live gar nie aufgeführt. Andere wiederum fielen im Laufe der Jahre aus dem Bühnenprogramm. Nun fügen sie sich zu einem inspirierten, knisternden Livekonzert zusammen.

Curtis Salgado’s Kompositionen, ob mit oder ohne Co-Writer, haben Hand und Fuss, sind zeitlos und perfekt seiner eindringlichen, emotionsgeladenen Stimme angepasst. Sie zeigen sich harmonisch spannend, dynamisch arrangiert und wurzeln tief in der Geschichte von R’n’B, Funk, Soul und Rock’n’Roll. Die Lyrics haben Substanz, befassen sich mit tagtäglichen Begebenheiten und behandeln weit mehr als nur das Zwischenmenschliche. Öfters blitzen dabei Biss, Witz und Ironie auf – etwa bei «Money Must Think I’m Dead» oder «A Woman Or The Blues». Das absolute Paradebeispiel: Clever weiss Salgado aus Songtiteln und Zeilen diverser B.B. King-Nummern einen Text aufzubauen (Sweet Little Angel, How Blue Can You Get, Paying The Cost To Be The Boss, Mean Mistreater, I’ve Got A Mind To Give Up Living, The Thrill Is Gone, Why I Sing The Blues, Three O’Clock In The Morning, Lucille….), um damit einer imaginären Partnerin die Leviten zu lesen und das Ganze schliesslich in der trockenen Feststellung gipfeln zu lassen: «I’ve learned more about the Blues in two weeks from you, than in 20 Years Of B.B. King».

Hier erleben wir Curtis Salgado at his very Best!

Curtis Salgado (voc, harm), Keashaun Jones, Margaret Linn & Lindsey Reynolds (backing voc), Alan Hager & Ben Rice (g), Kenny Meriedeth (g), John Linn (b), John Wolcott (b), Gary Harris (sax), Timothy Bryson (sax), Dave Mills (tp), Lars Campbell (tb), Brady Gross (p), Brian Harris (b-3), Ron Tuttle (dr, perc), Patrick Seals (dr, perc)

(CD, Vinyl, DL, www.nolabluerecords.com)

Stacy Mitchhart - No Rhyme Or Reason

Stacy Mitchhart No Rhyme Or Reason

Trotz dem einen oder anderen Festival-Auftritt etwa auf der Britischen Insel flog Stacy Mitchhart diesseits des Atlantiks bisher ein wenig unter dem Radar. Dies, obwohl der Mann mit Sommerhut und Zigarre schon stolze 17 Alben vorzuweisen hat und anno 2003 an der Blues Challenge in Memphis den «Most Promising Guitarist Award» verliehen bekam. Die Vorzeichen, dass sich Stacy Mitchhart’s Bekanntheitsgrad hier nun mit «No Rhyme Or Reason» steigert, stehen ausgezeichnet. Das von Tom Hambridge produzierte und mit-komponierte Album beweist Stil, Klasse und eine abwechslungsreiche Palette an Songs, angepriesen als «Roots-driven Music built on Soul, Story and Truth» – was wir ohne Vorbehalt unterschreiben können.

Geboren in Cincinatti, Ohio, ist Mitchhart heute einer der Exponenten der Rootsrock-Szene in seinem jetzigen Wohnort Nashville. Er erklärt: «My Sound is a Gumbo. Blues, Jazz, R’n’B, Country, Rock, even Hip Hop – it all finds ist way in. The Music has to  feel good first, then it has to mean something. If it passes those tests, I’m good!» Stacy Mitchhart besitzt eine Stimme, die sich in den verschiedensten Genre-Schattierungen wohl fühlt. Er überzeugt in der samtenen Ballade «It’s A Long Way Down» ebenso wie im Rocker «Good One Time» oder im funky «We Blew It». Erste Sahne ist sein Duett «You Sure Look Good To  Me» mit der Grammy-Gewinnerin Gretchen Wilson. Als Gitarrist bewegt sich Mitchhart in der Klasse «Weniger ist Mehr». Seine Soli sind geschmeidig, melodiös und stets Song-dienlich – bestes Beispiel: «On My Dying Day». Die Arrangements sind geschmackvoll aufgesetzt und wirken trotz dem Einsatz von Backing Vocals, Bläsern und Guest Artists (Charlie Musselwhite, Kenny Neal, Gretchen Wilson) stets durchsichtig und stimmig.

Stacy Mitchhart liefert mit «No Rhyme Or Reason» ein süffiges Album, welches mit jedem weiteren Anhören spannende neue Details und Stimmungen offenbart.

Stacy Mitchhart (voc, g), Tom Hambridge (dr, perc, b-voc), Kenny Greenberg (g), Kevin McKendree (keys), Rob Cureton (b), Tommy MacDonald (b), Kyla Jade (b-voc), Rachel Hambridge (b-voc), Max Abrams (sax), Julio Diaz (tp) plus Gretchen Wilson (voc), Charlie Musselwhite (harm), Kenny Neal (voc, g, harm)

www.stacymitchhart.com

Peter Karp - Jersey Town

Peter Karp Jersey Town

Ehrliche, direkte, aus dem Alltag gegriffene Songs, wirkungsvoll und rau interpretiert ohne jegliche Effekthascherei: Peter Karp verkörpert brillantes Storytelling in Blues-lastigem Rootsrock wie kaum ein Zweiter. Für sein neues Album geht Karp musikalisch wie textlich zurück in seine Jugend und erinnert sich an jenes Leben am Rande des New Jersey Turnpike, wo Hafenkräne, Fabrikhallen, Industriekomplexe und Einwanderer aus aller Herren Länder das tägliche Dasein in der Agglomeration westlich von New York City bestimmten.

Peter Karp wäre nicht Peter Karp, würde er dem Ganzen nicht aussagekräftige, poetische Songs über Verlust, Ängste, Schicksal aber auch Liebe und Hoffnung abgewinnen können. Er packt seine Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken in packende Grooves, scheppernde Riffs und lakonischen, eindringlichen Gesang. Selber ein unverwechselbarer Gitarrist mit ureigenem Approach, ist sich Karp nicht zu schade, den einen oder anderen seiner Songs mit der genialen Saitenarbeit von Rick Vito, von Mark Johnson und von Sue Foley (mit welcher er vor rund 15 Jahren die beiden aufsehenerregenden Alben «He Said She Said» und «Beyond The Crossroads» aufgenommen hat) anzureichern. Gastbeiträge leisten zudem der Harmonica-Wizard Dennis Gruenling sowie die Keyboarder John Ginty und Dave Keyes (hier für  einmal am Akkordeon).   

Geben wir das Schlusswort dem Ex-Stones-Gitarrist Mick Taylor. Er umschreibt Peter Karp’s Stellung und Einfluss in der Musikszene bestens mit den anerkennenden Worten: «Guys like Peter Karp,  James Taylor and Bob Dylan embody Americana Blues, and us English guys are inspired by it!»

Peter Karp (voc, g, keys), Mike Catapano (dr), Niles Terrat (b), Rick Vito (g), Sue Foley (g, b), Dennis Gruenling (harm), Mark Johnson (g), Jim Eingher (org), Maximilian Liebmann (b), Doug Howard (b), Gram Hopkins (dr), Dave Keyes (acc) plus backing voc & horns

(CD, Vinyl, DL, Rose Cottage Records, www.peterkarp.com). Für Europa: www.makemydayrecords.de

Zed Mitchell Band Live – 20th Anniversary

Zed Mitchell Band Live 20th Anniversary

Gitarrenfans! Hier kommt Zed Mitchell! Mit einer Limited Edition-Live&Analog-Platte feiert der versierte Saitenkünstler seine 20 Jahre als Solo Act im Music Business. Geboren als Zlatimir Manojlovic in Ex-Jugoslawien, treibt Mitchell schon seit längerem aus dem Raum Düsseldorf seine Karriere voran. Als Studiomusiker zeigte er sich etwa bei Produktionen von Udo Lindenberg, Eros Ramazotti, Natalie Cole und den Münchner Symphonikern involviert, aber auch für Filmmusik liess Mitchell schon seine Saiten schwingen. Seine Solo-Laufbahn bescherte ihm ausserdem Opening Slots bei u.a. Deep Purple, Joe Cocker, Santana und B.B. King.

Zed Mitchell spielt einen Pop-orientierten, stimmungsvollen Bluesrock mit ausschliesslich eigenen Songs, die auf seinem melodiösen und versierten Gitarrenspiel aufbauen. Viele seiner Kompositionen besitzen Ohrwurm-Charakter («I Play My Guitar», «Springtime In Paris»), was aber nicht heisst, dass Zed nicht auch erdig abrocken kann («I’m In Vegas Tonight», «Money For My Blues»). Herausragend auch die Fusion-Ballade «Take It On The Chin» und das verträumte «River Minus Water». Gesanglich kein Shouter, weiss Mitchell jedoch seine warme Stimme gekonnt als ideale Ergänzung zu seiner Gitarre einzusetzen. Dass der gitarristische Apfel in der Familie Manojlovic nicht weit vom Stamm fällt, beweist Zed’s  Sohn Todor schliesslich als äusserst kompetenter Begleiter in der Band seines Vaters.

Zed Mitchell (g, voc, prod), Todor Manojlovic (g, voc), Philipp Schäfer (b), Dennis Schendzielorz (dr), Izolda Barudzija-Manijlovic (b-voc)

(CD, www.zedmitchell.com)

Bob Corritore & Friends - Ernestine Blues

Bob Corritore Friends Ernestine Blues

Zum wiederholten Male verwöhnt Bob Corritore via Vizztone Records die Blueswelt mit einem wahren Füllhorn an feinen, traditionellen Blues-Aufnahmen. Der rote Faden, der sich durch diese zwischen 2023 und 2025 hauptsächlich bei Tempest Records in Tempe, Arizona, eigespielten Tracks zieht, ist die hochklassige, gefühlvolle Harmonica-Arbeit von Corritore. Ansonsten wechseln die Sänger/innen und die Zusammensetzung  der Begleitbands praktisch von Song zu Song, was der ganzen Produktion ein aufregendes Juke Box-Feeling verleiht. Feste Grössen bei mehreren Nummern sind einzig Jimi Primetime Smith und Bob Margolin an ihren Gitarren, Bob Stroger am Bass, Anthony Geraci an Piano und Orgel und Wes Starr am Schlagzeug.

Das Spektrum des Gebotenen reicht vom rauen Mississippi Blues eines Pat Thomas über Chicago Blues Shuffles (Jimi Primetime Smith, Willie Buck) bis zu Rhythm’n’Soul-Nummern von Johnny Rawls und Sugaray Rayford. Herausragend das seelenvolle Gesang/Piano-Schmankerl «Troubles On Your Mind» von Carla Denise und Ben Levin, in die Beine fahrend Bob Stroger mit seinem «Pretty Girls Everywhere», energisch Teeny Tucker mit ihrem «Shoes».

Was ebenfalls positiv auffällt: Die Sorgfalt bei der Songauswahl. Da wurde auf das Wiederkäuen tausendmal gehörter Blues-Klassiker verzichtet. Dagegen finden sich unter den 16 Tracks einige schöne Überraschungen etwa aus der Feder von Snooky Pryor oder von Henry Glover sowie weniger bekannte Kompositionen von Joe Tex, Betty Everett und Jimmy Reed. Ein von A – Z erfrischend unterhaltsames Album!

Bob Corritore (harm) plus u.a. Tony Coleman, Carla Denise, Pat Thomas, Sugaray Rayford, Tia Carroll, Willie Buck, Johnny Rawls, Jimi Primetime Smith, Bob Stroger, Charles Wilson, Oscar Wilson, Teeny Tucker, Bob Margolin, Johnny Rapp, Kid Ramos, Nick Moss, Billy Flynn, Anthony Geraci, Ben Levin, Rodrigo Mantovani, Wes Starr, Doug James

(CD, DL, www.vizztone.com)

Stedtli Blues Laufen BL, 04.07.2026

Stedtli Blues 999x627

Charmant und bodenständig nennen die Laufener ihre Altstadt «Stedtli». Und ebenso charmant und bodenständig zeigt sich jeweils die Stimmung auf dem Helye-Platz, wenn Anfang Juli wieder «Stedtli-Blues» angesagt ist. Auch die 19. Ausgabe des Events lockt mit einem aufgestellten Programm.

Der Nachmittag ab 16 Uhr gehört den Darbietungen der Musikschule Laufental-Thierstein. Wer weiss, vielleicht findet sich unter den dortigen Youngstern ein zukünftiger Swiss Blues Award-Träger? Noir & Gerber kennen dieses Gefühl: Gitarrist/Sänger Simon Gerber und Bassistin/Keyboarderin/Sängerin Sophie Noir wurden dieses Jahr gleich mit zwei Awards ausgezeichnet – zum einen für das  Best Selfproduced Album («Partout Partout»), zum anderen  als Songwriter/Composer Of The Year. Im Trio mit dem Schlagzeuger Claude Kamber eröffnen Noir & Gerber um 19:00 das Abendprogramm.

Um 21 Uhr steht eine der beliebtesten Formationen des modernen, europäischen Rootsrock/Rhythm’n’Blues auf der Bühne. Thorbjörn Risager & The Black Tornado haben während der letzten gut 20 Jahre ihr Handwerk in hunderten von Konzerten quer durch den Kontinent geschliffen. Das dänische, mit einem zündenden Bläsersatz gespickte Oktett überzeugt sowohl live, wie auch im Studio – 14 hochgelobte Alben lügen nicht!

In der Kategorie «Band» der German Blues Awards schwangen 2022 der Gitarrist Andreas Diehlmann und seine Mitmusiker Jörg Sebald (b) und Tom Bonn (dr) obenaus. Das Powertrio mit auch schon neun Alben im Rucksack zählt mittlerweile zu den Aushängeschildern des deutschen Bluesrock und wird in Laufen von 23:00 bis tief in die Nacht den Energielevel hoch halten.

Alle weiteren Angaben finden sich unter www.stedtli-blues.ch.

Groove Now! Blues Weeks, 28.05. – 13.06.2026, Antikenmuseum Basel

Groove Now LogoNeun Nächte mit «The Very Best in American Roots, Soul and Blues Music» verspricht das Programm 2026 der Groove Now Blues Weeks in Basel. Musikalische Schwergewichte wie Nick Moss, Victor Wainwright, Sugaray Rayford oder Mike Zito stechen aus dem abwechslungsreichen Line Up heraus.

Eines der Markenzeichen von Groove Now besteht darin, dass die Verantwortlichen zusammen mit den Musikern aufsehenerregende Projekte kreieren, welche über den normalen Bandrahmen der jeweiligen Künstler hinausgehen. All Stars-Formationen, Tribute für wegweisende musikalische Vorbilder oder gar ein Aufgreifen legendärer Konzerte des Rootsmusic-Geschichte stehen auf dem diesjährigen Spielplan im Basler Antikenmuseum.

Nick Moss, einer der führenden Persönlichkeiten des Chicago Blues, ist für die ersten drei Nächte vom 28.-30.05. gebucht – einerseits mit seinen All Stars, dann mit seiner Back Porch Blues Band, und schliesslich mit einer Chicago Blues Revue. Zu seinen Mitstreitern gehören Willy Jordan (voc,  dr), Bob Welsh (g, keys), Andrew Duncanson (voc, g), Victor Puertas (harm,  keys), Rodrigo Mantovani (b) und Pierce Downer (dr). 

Victor Wainwright, der mit seiner eigenen Formation «The Train» am 06.06. auf dem Programm steht, interpretiert tags zuvor mit Special Guest Damon Fowler «Music From The Last Waltz», jenem aussergewöhnlichen Abschiedskonzert von The Band anno 1976 im Winterland Ballroom von San Francisco. Ein weiterer Abend ist für Wainwright’s und Fowler’s Supergroup Southern Hospitality reserviert, bei welcher auch J.P. Soars mittut.

Gespannt sein darf man auf Sugaray Rayford. Der stimmgewaltige Texaner mit der überwältigenden Bühnenpräsenz widmet seinen Auftritt vom 11.06. speziell dem unvergessenen Otis Redding. Unterstützt wird er dabei von den beiden gitarristischen Blutsbrüdern Mike Zito und Albert Castiglia, dem Saxofonisten Jimmy Carpenter, dem Keyboarder Alberto Marsico sowie von Richard  Watts (tp), Willy Barber (b) und Jimi Bott (dr). 24 Stunden später erweisen Zito und Castiglia der Musik von Creedence Clearwater Revival die Ehre, bevor die Beiden am 13.06. zum Abschluss der Groove Now Blues Weeks mit Sugaray Rayford The Blues Giants wiederauferstehen lassen.

Alles Wissenswerte zu den Groove Now Blues Weeks (Spielzeiten, Formationen, Location, Tickets, etc.) finden sich unter www.groovenow.ch

Blues Rules Festival, Parc de Montassé, Crissier-Lausanne 05./06.06.2026

Crissier

Während viele Bluesfestivals langsam zu Rockfestivals mutieren, bleiben andere fast zu sehr in der Tradition verhaftet. Blues Rules Crissier ist «weder – noch». Das Open Air Festival in der Agglomeration Lausanne gibt sich zwar das Grundlagen-Motto «North Mississippi Hill Country Blues», doch interpretieren die Organisatoren diese Vorgabe sehr offen. Neben legendären Künstlern aus dem Magnolia State wie etwa Super Chikan sind in Crissier immer auch junge, hierzulande noch kaum bekannte Interpreten aus der Gegend des Ole Man River zu hören. Zudem stehen stets auch einheimische und europäische Musiker auf der Bühne, die einen starken Bezug zu Mississippi in ihrem Sound verarbeiten. Dies ergibt jedes Mal eine ganz spezielle, zeitlose Mischung im Programm, welche auch viele junge Zuschauer anlockt.

Aus den USA sind dieses Jahr, abgesehen von James «Super Chikan» Johnson, angesagt: The Too Bad Jims, Bevery Davis, Mark Muleman Massey, Rachel Ammons und Lone Wolf. Aus Grossbritannien stammen Kitty, Daisy & Lewis, aus Tschechien Ptaszek and Buzma, aus Frankreich die Shaggy Dogs, und aus der Schweiz Bluesugar, The Bluecyclettes und DJ Phil. Die belgische Band Boogie Beasts wird als offizielle Backing Band für den einen oder anderen Festival-Act fungieren und zudem die grosse Abschluss-Jam leiten.

Auch das Rahmenprogramm des Events kann sich sehen lassen. Neben Blues-Filmvorführungen gibt es einen Meet & Greet mit den US-Musikern, drei Masterclasses (Guitar, Groove, Harmonica) mit anwesenden Festival-Künstlern, einen Oldtimer Caravan und einen Spirituals-Sonntagmorgen im Temple de Crissier.

Weitere Angaben zum Blues Rules Festival  Crissier finden sich auf www.blues-rules.com

Sierre Blues Festival 18. – 20.06.2026

Sierre Blues

Das Sierre Blues Festival zählt seit Längerem schon zu den herausragenden Open Air Events in unserem Land. Nicht nur der herrliche Blick vom grosszügig angelegten Festival-Gelände auf die  Berge und Reben, auch das vielfältige Programm, welches immer auch einheimische Künstler berücksichtigt, ist jeweils eine Reise ins Wallis wert. Neun Acts plus das charmante Sierre Blueskids-Projekt, welches jedes Jahr einer stolzen Anzahl Jugendlichen die Chance gibt, gemeinsam auf einer grossen Bühne zu stehen, sind diesen Juni angesagt.

Eine Tradition in Sierre besteht darin, den Swiss Blues Challenge-Sieger und den European Blues Challenge-Sieger zu präsentieren. Heuer sind dies am Donnerstag 18.06. gleich zwei faszinierende Musikerinnen. Zum einen die stimmgewaltige Singer/Songwriterin Alice Armstrong aus Grossbritannien, welche den Europäischen Wettbewerb im kroatischen Split für sich entscheiden konnte. Auch die Schweizer Gewinnerin besitzt ursprünglich britische Wurzeln und steht gesanglich mindestens auf dem gleich hohen Level: Die schon länger im Raum Zürich wohnhafte Sängerin Eve Gallagher gewann mit ihrer Band letzten Juli in Giumaglio die SBC. Den Eröffnungsabend abrunden wird der einheimische Paul Mac Bonvin mit seinem Americana-Sound.

Mindestens drei Bands mit dem Namen Spoonful Of Blues spuckt das Internet auf Anfrage aus. In Sierre wird die routinierte norwegische Bluesrock-Formation dieses Namens den Freitagabend eröffnen, bevor beim amerikanischen Trio Dogstar ein Leinwandstar die Bühne entern wird: Kein Geringerer als Keanu Reeves wird an der Bassgitarre zusammen mit dem Gitarristen und Sänger Bret Domrose und dem Drummer Robert Mailhouse kraftvollen Alternative Rock zelebrieren. Kraftvoll geht es ebenfalls bei dem Briten Rory Charles Graham zu und her. Unter dem Künstlernamen Rag’n’Bone Man kennt man den 41-Jährigen als Interpret von modernem, eigenständigem, rockigem Rhythm’n’Soul.

Zum Samstag: Eine bluesig-jazzige Gitarre, eine funky Orgel, ein abrockendes Schlagzeug und darüber eine Soul-triefende Stimme: Koko-Jean & The Tonics aus Barcelona überzeugen seit Jahren als Vollblut-Liveband. Das Selbe lässt sich von den Cinelli Brothers sagen. Marco und Alessandro Cinelli aus Italien fanden ihr musikalisches Glück in London und eilen mit ihrem Quartett quer durch Europa von Erfolg zu Erfolg. Seinen Erfolg redlich erarbeiten musste sich auch D.K. Harrell aus den USA. In den Fussstapfen seines Idols B.B. King gross geworden, hat der Gitarrist mit Jahrgang 1998 seinen Weg im zeitgenössischen Blues gefunden – und dies nicht nur auf der Bühne. Sein überragendes, von Kid Andersen produziertes Album «Talkin’ Heavy» (Alligator Records) hat schon mehrere Auszeichnungen einheimsen können.

www.sierreblues.ch

Caslano Blues Festival, 17.- 21.06.2026, Caslano TI

Caslano Blues

Schon nur der äussere Rahmen des Blues Festivals im ehemaligen Fischerdorf Caslano ist einzigartig. Finden die beiden ersten Abende noch in sechs verschiedenen, malerischen Cortili – Innenhöfe – der altehrwürdigen Tessinerhäuser statt, so erklingt der Blues in den zwei Folgenächten und am Sonntagmorgen auf zwei Bühnen am lauschigen Ufer des Lago di Lugano – bei Gratiseintritt und unter freiem Himmel. Besorgt für das leibliche Wohl der Besucher sind einheimische Familien und Vereine.

Und das Ohrenfutter? Dieses offenbart, besonders für Bluesfans von nördlich der Alpen, immer viel Entdeckenswertes. Die Organisatoren legen vorwiegend Wert auf Acts aus dem Tessin oder der blühenden italienischen Blues-Szene – ergänzt durch wenig bekannte, talentierte Newcomer aus dem restlichen Europa und aus Übersee.

Aus den USA werden Shari Puorto, Steve Arley und Acantha Lang erwartet. Beeinflusst von Etta James und Janis Joplin reicht das Spektrum der Musik der vielseitigen Shari Puorto von Blues bis Roots Rock. Bei den aktuellen Wammie Awards erreichte die Sängerin das Finale sowohl beim Best Blues Song mit «Why Not Me?», als auch beim Best Americana/Country Album mit «Hold On». Zudem wurde ihr Album «Live At Bogie’s» als Best Live Release bei den L.A. Music Critic Awards ausgezeichnet. Der in Florida residierende Steve Arley ist in der Chicago Blues-Tradition gross geworden und heute als ein regelrechter Cigar Box Guitar Maniac bekannt. Nicht nur beherrscht er diese speziellen Homemade-Instrumenten aus dem Effeff, er vertreibt eine eigene Saiten-Marke und unterrichtet Cigar Box Guitar auf seinem Youtube Channel. Ursprünglich aus New Orleans stammt Acantha Lang. Die Lady mit der samtenen Stimme überzeugt sowohl mit Funk-bestimmtem Soul, wie auch mit atmosphärischen Balladen. Acantha arbeitete schon mit Jon Cleary zusammen, schrieb Songs für Robert Randolph und ihr Debutalbum «Beautiful Dreams» erreichte Platz 3 in den Official UK Jazz & Blues Charts.

Aus den italienischen Künstlern ragt die Gruppe Morblues um Roberto Morbioli heraus. Der brillante Gitarrist steht seit über 30 Jahren auf den Bühnen der Blueswelt und wird in Caslano  die  afrikanische Soul, Blues und Funk-Sängerin Jane Jeresa vorstellen. Weitere musikalische Perlen aus unserem südlichen Nachbarland: Riki  Massini, Gianluca de Palo, das Leo Ghiringhelli Power Trio, Mad Groove & The Soul Doctors und das Paolo Fabris Trio. Bluesige Schweizerisch-italienische Kollaborationen sind mit der Stefano Barigazzi  Band, Paolo Fabris  & Andrea Zinzi plus der Crossfires Blues Band ebenfalls angesagt.

Auf dem Luganersee wird zudem während den Festivaltagen eine Blues Cruise schippern. Dort unterhalten Angelo «Leadbelly» Rossi & Max Prandi und Henry’s Blues Duo, bestehend aus Enrico Penati und Giorgio Fassi.

Last but not least wird das abwechslungsreiche Programm der 12. Ausgabe von Caslano Blues abgerundet durch die französische One Man Band Bo Weavil, die kroatische Rhythm’n’Blues-Formation Riccardo Staraj & Midnight Blues Band, die Tessiner Bluesrocker Rycover + Ati, den Lokalmatadoren Joe Colombo mit seinem Trio, sowie durch das Quintett Bluesick aus Bad Ragaz, welches 2022 im Finale der Swiss Blues Challenge vertreten war.

Ci vediamo a Caslano!

www.caslanoblues.ch

Bellinzona Blues Festival 24./25.07.2026

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Die Aussichten auf den diesjährigen Tessiner Sommer zeigen sich jetzt schon von ihrer besten Seite: Carolyn Wonderland, Justina Lee Brown, Kyla Brox, The Cinelli Brothers, Henrik Freischlader, Lovesick, Stephanie "Ocean" Ghizzoni und Joe Dallas and the Monks werden unter den Top Names des diesjährigen Bellinzona Blues Festivals zu finden sein.

Die Tessiner Hauptstadt besitzt eine lange Blues-Tradition: B.B. King, Albert King, Albert Collins, Dr. John, Little Milton, Jimmie Vaughan, Screaming Jay Hawkins, Robert Cray, Luther Allison, Bobby Rush, Little Milton, Pinetop Perkins, Susan Tedeschi, Ike Turner, Bettye LaVette, Kingfish Ingram, Selwyn Birchwood, Rick Estrin & The Nightcats….sie alle traten auf der Piazza Governo schon auf. War es ab 1989 das Piazza Blues Festival – später in Bellinzona Blues Sessions umbenannt – so existiert nun nach einer mehrjährigen Zwangspause seit 2025 mit dem Bellinzona Blues Festival ein würdiger Nachfolge-Event.

Das Programm 2026 macht gehörig Appetit. Die acht gebuchten Acts decken nicht nur eine beachtliche stilistische Bandbreite an Blues, Soul, Funk und weiteren Roots-Sprösslingen ab, es werden zudem vier fantastische Power-Ladies auf der Bühne stehen.

Carolyn Wonderland ist «Pure Texas». Von Janis Joplin hat sie die Stimme, von Johnny Winter ihr stupendes Gitarrenspiel geerbt. 2018 wurde sie von John Mayall, dem Godfather of British Blues, als erste Frau an der Leadgitarre in dessen Bluesbreakers aufgenommen. Heute steht Wonderland beim führenden Blueslabel Alligator Records unter Vertrag und rockt die Festivalbühnen weltweit.  

Justina Lee Brown muss man in der Schweiz kaum mehr näher vorstellen. Nur so viel: Die ursprünglich aus Nigeria stammende zweifache Swiss Blues Award-Gewinnerin hat nach ihrer Babypause mit neuer Band und dem neuem Album «Echoes Of Home», auf welchem sie ihre afrikanischen Wurzeln auslotet, wieder voll Fahrt aufgenommen.

Kyla Brox bekam die Musik in die Wiege gelegt. Ihr Vater, der Brit-Blues-Pionier Victor Brox förderte seine Tochter von klein auf. Schon als Teenager tat Kyla in der Band ihres Dad mit. Zusammen mit ihrem Mann Danny Blomeley (g, b) bildet Kyla nun jenes Dream Team, welches sowohl als Duo, wie auch mit Band nicht nur  auf der Insel für Furore sorgt. Kyla & Co gewannen die European Blues Challenge 2019 und erreichten an der International Blues Challenge in den USA die Halbfinals.

Auch zwischen Airolo und Sizilien existiert eine pulsierende Blues-Szene. Stephanie «Ocean» Ghizzoni z.B. steht punkto stimmlichen Ausdruck den vorgenannten drei Ladies in nichts nach. Zu den Vorbildern der 47-jährigen Italienerin, die sich auch einen Namen als Porträtmalerin von bekannten Musikern gemacht hat, zählt etwa Etta James.

Ob man die Cinelli Brothers noch als italienische Band einstufen kann, soll dahingestellt bleiben. Marco und Alessandro Cinelli leben seit einiger Zeit in London und haben von dort aus unseren Kontinent mit hervorragenden Konzerten erobert. Das Quartett Marco Cinelli, Alessandro Cinelli, Tom Julian-Jones und Jorma Gasperi zählt zu den heissesten Live-Acts der Blues-Szene.

Auch bei der Gruppe Lovesick aus Bologna steht mit der Sängerin und Bassistin Francesca Alinovi eine gewiefte Musikerin im Mittelpunkt. Zusammen mit Paolo Roberto Pianezza (voc, g, lap-steel) und weiteren Mitmusikern stehen bei ihr Americana-Sounds von Western Swing bis Rock’n’Roll auf dem Programm..

Mit Joe Dallas & The Monks ist eine international bunt zusammengewürfelte Big Band mit drei Sängern, Bläser, Rhythmusgruppe, etc. angesagt. Vertreten sind dabei das Tessin, Italien, Kuba, Chile und Spanien. Unter der Leitung des Gitarristen, Komponisten und Arrangeurs Daniel Macullo frönen die Mönche Soul, Funk, Jazz und Latin.

Last but not least begrüsst Bellinzona einen der führenden deutsche Bluesgitarren-Stilisten. Der sowohl im Studio als auch live brillante Henrik Freischlader wurde 2017 mit dem German Blues Award ausgezeichnet und erlangte zudem Bekanntheit als Produzent mit eigenem Plattenlabel.

Fr/Sa 24./25.07.2026, Piazza Governo, Bellinzona, freier Eintritt, VIP-Plätze gegen Gebühr.

www.bellinzonablues.com

Bluesfestival Baden 23.05. – 30.05.2026

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Das Bluesfestival Baden hat stets ein Auge auf stilistische, wie geografische Ausgewogenheit. So wecken auch dieses Jahr hochspannende in- und ausländische Musiker jeglicher Couleur den Appetit der Blues Community. Doch schön von vorne: Zu den traditionellen Amuse-Bouches im Vorfeld des Hauptprogramms zählt das Blues-Schiff auf dem Hallwilersee. Dieses wird heuer am 16.05. mit der musikalischen Begleitung von Beth Wimmer & Mike Bischof, sowie dem diesjährigen Gewinner des Best Emerging Act Award der Swiss Blues Society – The Delta Magpie – die  Wellen durchpflügen.

Zu den angesagtesten Livebands in Europa zählen die  Cinelli Brothers. Seit Marco (voc, keys, g) und Alessandro Cinelli (voc, dr) ihre italienische Heimat verlasse und in England nebst einer neuen Bleibe die beiden Soul Mates Tom Julian-Jones (voc, harm, g) und Jorma Gasperi (voc, b, g) gefunden haben, ist keine Bühne mehr vor ihnen sicher. An der European Blues Challenge 2023 im polnischen Chorzow haben die  Cinellis die Tessiner Freddie & The Cannonballs kennen gelernt. Die dadurch entstandene dicke Freundschaft der beiden Bands bietet die beste Voraussetzung für einen heissen, gemeinsamen Konzertabend in Baden (Samstag 23.05.2026).

Das Finale der Swiss Blues Challenge 2026 wird dieses Jahr im Rahmen des Bluesfestival Baden stattfinden. Bis Ende Februar läuft noch die Anmeldefrist für interessierte Teilnehmer. Ende März  wird die Swiss Blues Society die Namen jener vier Acts verkünden, welche von der Jury ausgewählt wurden, den Final zu bestreiten. Die Siegerformation der letztjährigen Challenge, die  Eve Gallagher Band, wird den Abend abrunden. 

Bleiben wir gleich bei der Schweiz: Noir & Gerber aus dem Jura gehören zu den Abräumern des letzten Jahres. Ihre CD «Partout Partout» wurde von der Swiss Blues Society zum «Best Self Produced Blues Album» gekürt, und an den Swiss Blues Awards wurde die Band zudem mit dem «Songwriter/Composer of the Year Award» ausgezeichnet. Frisch prämiert als «Instrumentalist/Singer of the Year» präsentiert sich auch Walter Baumgartner. Der Ostschweizer Harmonica-Maestro wird mit Acoustic Blues Drifter auftreten sowie einen Workshop leiten. Songs von ihrem neuen Album «Echoes Of Home», auf welchem sie ihre afrikanischen Wurzeln auslotet, wird Justina Lee Brown vorstellen. Ebenfalls am Bluesfestival mit dabei: die Acoustic Blues Brothers Dinu Logoz und Rolf LL Lüthi. Über den Blues-Tellerrand hinaus wagt sich das Festival mit dem Konzert von Seraina Telli & Guests. Zudem dürfen wir uns wieder auf die Plattentaufe der aktuellen BluesKidz-Formation freuen.

Zu den ausländischen Stars: Zwei Künstler reisen aus dem Mutterland des Blues an. Bette Smith, stimmgewaltige Sängerin aus New York, wird dieses Jahr Baden beehren. Und: Einen grossen Namen trägt Devon Allman. Der Sohn von Greg Allman bringt für seinen Blues Summit – exklusiv in der Schweiz – diverse Special Guests mit. Aus Österreich reist «Sir» Oliver Mally an, aus Deutschland die mehrfach mit einem German Blues Award ausgezeichnete Jimmy Reiter Band und aus Tschechien das Petra Börnerova Trio.

Die Details zum Gesamtprogramm, welches auch Workshops, Gratiskonzerte und einen ökumenischen Pfingstgottesdienst mit Richard Koechli’s blues’n’classic-Projekt umfasst, finden sich auf www.bluesfestival-baden.ch.

51. Internationales Jazzfestival Bern 24.03. – 30.05.2026 - Big Names des Blues kommen nach Bern!

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Marians Jazzroom an der Engestrasse 54 in Bern bildet auch dieses Jahr wieder die ideale Venue, um brillante Künstler hautnah live zu erleben. Noch vor dem offiziellen Festivalbeginn, aber äusserst empfehlenswert: die Woche mit dem Pianisten Anthony Geraci, seines Zeichens Blues Award Gewinner 2023 (17.02. – 21.02.2026).

Fahrt nimmt das Berner Jazzfestival dann mit Shemekia Copeland auf. Schon in jungen Jahren  startete die Tochter des unvergessenen Johnny Clyde Copeland ihre Karriere und landete mit 19 Jahren einen Plattenvertrag beim führenden Blues Label Alligator Records. Neun Blues Awards und drei Grammy Nominationen später zählt  Shemekia zu den Top Acts in der Blueswelt (24.03. – 28.03.2026).

Auch Chris Thomas King (Jahrgang 1962) wurde der Blues in die Wiege gelegt. Sein Vater Rockin’ Tabby Thomas zählte zur Gilde der Swamp Blueser Louisianas und führte lange den Musikclub «Tabby’s Blues Box & Heritage Hall», wo der junge Chris sein Handwerk lernte (31.03. – 04.04.2026).

Vanessa Collier studierte Musik am Berklee College of Music und verdiente anschliessend ihre Sporen «on the Road» in Joe Louis Walker’s Band ab. Mittlerweile bespielt die charismatische Multi-Instrumentalistin mit ihrer eigenen Band erfolgreich die grossen Festivalbühnen (14.04. – 18.04.2026) weltweit.

Ein weiterer Musiker, der aus dem Schatten seines Vaters herausgetreten ist, wird Marians Jazzroom beehren. Ronnie Baker Brooks agierte lange Jahre als Bandleader in der Truppe seines Vaters Lonnie Brooks. Seit kurzem – wie sein 2017 verstorbener Vater – ebenfalls bei Alligator Records engagiert, geht Ronnie unbeirrt seinen eigenen musikalischen Weg (28.04. – 02.05.2026).

www.mariansjazzroom.ch

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Kommende Gigs

14Mai
Do 14 Mai, 2026
20:00h
Guitar Mania

15Mai
Fr 15 Mai, 2026
00:00h
Alice Armstrong

16Mai
Sa 16 Mai, 2026
14:00h
Blues Max & Robert Köchli

16Mai
Sa 16 Mai, 2026
19:00h
The Delta Magpie

22Mai
Fr 22 Mai, 2026
00:00h
The Bluestooth

22Mai
Fr 22 Mai, 2026
20:00h
Acoustic Blues Brothers

22Mai
Fr 22 Mai, 2026
20:00h
Tipitina

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