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BuddyGuyBluesAliveAndWellCoverMuss man sich Sorgen machen um den Blues? In den Zeiten von Fake News und professionellen Lügnern an den Stehpulten der Pressesprecher muss man sich Sorgen machen, wenn ein Veteran wie Buddy Guy in einem Albumtitel explizit darauf hinweist, dass es dem Blues ausgezeichnet gehe. In den Boom-Zeiten des Blues, in den 1950er und 1960er Jahren gibt es auf jeden Fall keinen solchen Song, in dem die Verfassung des Genes thematisiert wird. Tatsächlich wird seine Aussage The Blues is Alive and Well noch auf dem Album selbst konterkariert durch den Titel End of the Line, bei dem Buddy Guy darüber klagt, der letzte einer langen Reihe (von Bluesmen) zu sein, und dass es an ihm sei, am Ende das Licht auszumachen. Solange Guy selbst noch Titel einspielt wie die 15 Songs auf The Blues is Alive and Well, solange muss man sich wohl noch keine Sorgen machen, auch wenn dieses Album eine Weiterführung von bestens Bekanntem ist: Chicago Blues des 21. Jahrhunderts.h

 

Nein, Buddy Guy zerreisst auf diesem Album keine Stricke, er öffnet keine neuen Felder, er weist keinen Weg in die Zukunft. Er tut einfach das, was er am Besten kann: Blues spielen, mit seiner melancholisch-eingänglichen Stimme und garniert mit einen unbestreitbaren Fähigkeiten als Gitarrist, die auch mit dem reifen Alter von 81 Jahren nichts eingebüsst haben. Wie auf früheren Alben auch spielt er hier Songs, die ihm auf den Leib geschneidert wurden, in diesem Fall von Produzent Tom Hambridge, der für das Album verantwortlich zeichnet. Hambridge hatte bereits 2010 Living Proof produziert. Das neue Album klingt über weite Strecken gleich wie jenes.

Somebody Up There ist ein Blues mit einfachstem Riff, in der Tradition von Hoochie Coochie Man oder Mannish Boy. Ooh Daddy ist ein rockiger Titel, der etwas befremdet. Bemerkenswert ist der letzte Song des Albums, der einen etwas ratlos zurücklässt: Milking Muther For Ya ist ein Fragment, ein Titel mit 57 Sekunden Spielzeit, auf dem Buddy Guy solo mit Gitarre einen Shuffle spielt. Es bleibt unklar, was das soll. Die Gastauftritte von James Bay, Mick Jagger sowie Keith Richards und Jeff Beck haben ihren jeweils eigenen Charme, wobei zu bemerken ist, dass Mick Jagger nicht singt, sondern sich nur als Harmonikaspieler einbringt. Beck, Richards und Buddy Guy haben Spass auf Cognac, einem Titel, der anspielt auf Muddy Waters Rezept gegen Lampenfieber: Einen einzigen Shot des französischen Weinbrands, denn der wirke anders auf den Körper als Whiskey oder Rum.

Das Coverphoto zeigt Buddy Guy in Lettsworth, seinem Heimatort in Louisiana, und er kokettiert nicht mit einer baldigen «Heimkehr», aber im Alter von 81 sieht Guy den Tatsachen ins Auge, dass er sich im Spätherbst seiner Karriere befindet, und deshalb ist dieses Album vielleicht nicht viel Neues, aber es ist weiteres Material von diesem einzigartigen und unvergleichlichen Künstler, der den modernen Blues mitgeprägt hat wie wenige vor oder nach ihm.

Buddy Guy The Blues is Alive and Well (2018)
Buddy Guy Gesang, Gitarre
Tom Hambridge Schlagzeug, Perkussion, Produzent.
Rob McNelley Rhythmus Gitarre
Kevin McKendree Tasteninstrumente
Willie Weeks Bass
Emil Justian Harmonica
The Muscle Shoals Horns: Charley Rose (Trompete), Steve Herman (Trompete), Doug Moffet (Tenor Sax), Jim Hoke (Baritone Sax).

 

Gastauftritte:

Mick Jagger, Jeff Beck, Keith Richards, James Bay

1.

A Few Good Years

4:48

2.

Guilty As Charged

3:20

3.

Cognac (feat. Jeff Beck & Keith Richards)

5:22

4.

The Blues Is Alive And Well

5:14

5.

Bad Day

3:49

6.

Blue No More (feat. James Bay)

3:39

7.

Whiskey For Sale

4:03

8.

You Did The Crime (feat. Mick Jagger)

6:53

9.

Old Fashioned

3:57

10.

When My Day Comes

4:38

11.

Nine Below Zero

6:20

12.

Ooh Daddy

3:17

13.

Somebody Up There

4:28

14.

End Of The Line

3:25

15.

Milking Muther For Ya

0:57

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